|  | | Der "alte Mann" und das Liebespaar |  |  |  |
| |  | | Der jugendliche Liebhaber |  |  |  |
| |  | | Tanzende Truppe und der obligatorische Esel |  |  |  |
| |  | | Römisches Wagenrennen, Gestüt Soestblick |  |  |  |
| |  | | Mexikanische Truppe auf Tiroler Haflingern |  |  |  |
| |  | | Vornehme Gesellschaft: SAS Caballos |  |  |  |
| | | Trotzdem hat mich gestört, daß der Schauspieler nach meiner Einschätzung noch nicht einmal 40 war und daher keineswegs in dem Alter, wo man sich nostalgisch an Geschehnisse und Zeiten erinnert, die unwiederbringlich dahin sind.
Als "alter Mann", den er darzustellen hatte, konnte er keineswegs durchgehen. Ein Mann dieser Ausstrahlung hat vielmehr noch ziemlich viel vor sich und keinen Anlaß, verpaßten Gelegenheiten nachzutrauern, wo sich doch sicher noch einige frische Gelegenheiten ergeben würden.
Da dieser "alte Mann" immer wieder im Großformat auf der Leinwand erschien, konnte man die Diskrepanz zwischen Sein und Schein keineswegs übersehen, wurde vielmehr immer wieder darauf hingewiesen.
Der Tänzer, der ihn repräsentierte, war hingegen schätzungsweise zehn Jahre älter als der Schauspieler, stellte jedoch den noch jugendlichen Liebhaber dar, den ich mir allenfalls Anfang zwanzig vorstellte - also eine weitere Zumutung an die Sinne, was das Alter betrifft.
Warum nur hat man diese Besetzungen vorgenommen? Alte Schauspieler, die diese Rolle glaubhaft hätten vortragen können, wären bestimmt zu finden gewesen; jugendliche Tänzer ebenfalls.
Aber was soll's? Als Pferdeliebhaber nimmt man alles das in Kauf, auch die Tänzer und Tänzerinnen, die wenig zur Geschichte und zur Erbauung des Publikums beigetragen haben und vermutlich die Fiesta glaubhaft machen sollten - wenn es nur reichlich gut ausgebildete Pferde und Reiter gibt.
Und die gab es - ein Schaubild jagte das andere, bis das ganze Feuerwerk abgebrannt war. Glücklicherweise habe ich fleißig fotografiert, so daß wir diese Bilder auf Dauer genießen können.
Vor der großen Leinwand am Ende der Halle war eine kleine Bühne aufgebaut. Ein großer Kaktus deutete eher auf Mexiko als auf Spanien hin. Eine kleine Kapelle (zwei Gitarren, Bongos) sorgte für den musikalischen Hintergrund, wenn dieser nicht vom Band kam.
Der Abend wurde eröffnet mit einem den Römischen Wagenrennen nachempfundenen Spektakel - mit drei Gespannen und 2, 3 und 4 Mini-Pferden in Parallelanspannung. Die Wagen waren geschmückt mit Flaggen, die vermutlich auf spanischsprechende Länder verwiesen; die Lenker waren ein bißchen mexikanisch kostümiert. Auf diese Weise wurden also die Querverbindungen zwischen den Schaunummern und der Rahmenhandlung hergestellt.
Anschließend defilierten die Gruppen durch die Arena; auffallend eine sehr große, vollkommen identisch kostümierte Gruppe auf Haflingern, die mit Sicherheit nicht an Spanien erinnern sollte, sondern eher an Mexiko oder gar Südamerika. Wenn ich nicht meine Fotos als Beleg hätte, wäre ich mir unsicher, ob diese Reitergruppe später aufgetreten ist. Sie ist nicht aufgetreten; im nachhinein finde ich das sehr merkwürdig. Immerhin mußte man die Kostüme besorgen und die Pferde hinschaffen...
Und dann die ersten Könner: Die Tjoster gemeinsam mit SAS Caballo International, diesmal nicht kostümiert als mittelalterlicher Ritter, sondern als feudale lateinamerikanische Gesellschaft mit Damen im Damensattel. Und eine von diesen lieferte die erste Sensation: Sie ließ ihr Pferd steigen (siehe auch Poster: Steigen im Damensattel). Zwar wurde der ganze Abend mit einem Steiger eingeleitet (siehe Titelbild), und zwar als Vorschau auf die große Steiger-Symphonie mit den Menorquinos, aber das war schließlich eine ganz normale, bekannte, nachvollziehbare Übung. Dieses Kunststück im Damensattel zu sehen, warf unmittelbar Fragen auf: Wie beherrscht man ein Pferd auf diese Weise, wo doch eine Einwirkung über die Schenkel so gut wie unmöglich ist?
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