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Bericht Zum Thema  Messebericht · Editorial: Lastverteilung
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Selbstportrait 08/2004
 
 
27.02.2005

Lastverteilung

Vielleicht haben Sie auch in dieser Woche unter der schlechten Leistung der Pferdezeitung gelitten - am Montag habe ich eine Stunde lang mit dem Provider telefoniert und wir haben beide ratlos der Katastrophe zugeschaut. Binnen weniger Minuten stieg die Last so hoch, daß die Maschine kaum antworten konnte.

Bis dahin hatte ich Kennzahlen von 50 oder 60 für extrem gehalten, aber nun wurde ich Zeuge von Lastverhältnissen, die 100, 200, sogar 300 betrugen. Absolut rätselhaft mußte das erscheinen. Denn die sonstigen statistischen Daten gaben keinen Grund für eine solche Eskalation her. Die Besucherzahlen waren zwar gestiegen, aber wir hatten schon wesentlich mehr Seitenaufrufe und auch wesentlich mehr Traffic.

Da ich außerdem mit Übertragungsfehlern auf die neue Maschine zu kämpfen hatte, vermutete ich, daß diese einen Hardwaredefekt haben könnte. Vor einigen Jahren hatte ich nämlich ähnliche Phänomene auf der alten Maschine, die nach ein paar Monaten wie ein Spuk verschwunden waren. Damals wurde ein defekter Speicherbaustein identifiziert und ausgetauscht. Seither hat diese Maschine zuverlässig gearbeitet.

Daher machten wir die Probe aufs Exempel und tauschten die Maschinen wieder um. Sie sind im Grunde baugleich. Allerdings hat die neue Maschine eine größere und schnellere Festplatte. Die alte hat jetzt zusätzlich ebenfalls eine baugleiche Festplatte bekommen. Auf diesen beiden neuen Festplatten ist das neue Betriebssystem Suse Linux 9 installiert, während auf der alten Festplatte eine Suse 7 installiert war. Diese Platte ist in der alten Maschine drin geblieben.

Beim Tausch der beiden Maschinen sind die Festplatten getauscht worden. Sollte der Fehler also an der Festplatte liegen, können wir ihn auf diese Art und Weise nicht identifizieren. Nun betreibt Linux selbst Fehleranalysen. Damals hat das Betriebssystem den Fehler der Speicherbausteine erkannt. Zur Zeit kann das Betriebssystem keine Fehler erkennen.

Auf jeden Fall war die Situation unhaltbar. Seit Monaten möchte ich eine Lastverteilung realisieren, und mit dem neuen Betriebssystem sollte das auch möglich sein, aber auch das stieß auf Schwierigkeiten. Sowohl die alte Maschine als auch nach dem Rollenwechsel die neue Maschine wollten ihre Arbeit als Sklaven nicht aufnehmen. Dieses Problem habe ich noch nicht gelöst.

Dafür habe ich eine andere Maschine als Sklaven einrichten können. Das Verblüffende ist, daß diese Maschine in einer anderen Stadt steht, ein paar 100 Kilometer weiter westlich, bei einem anderen Provider. Ich hätte mich bereits auf einem Kongreß theoretisch über diese Art Topologie verbreitet und durfte nun selbst Erfahrungen damit sammeln. Es ist unglaublich! Man kann den Zeitversatz zwischen den beiden Maschinen praktisch nicht feststellen!

Am Freitag morgen habe ich die Lastverteilung zwischen diesen beiden Maschinen freigeschaltet, mußte sie aber nach zwei Stunden wieder zurücknehmen, weil ich nicht gut genug getestet hatte. Den gesamten Eingabebereich hatte ich übersehen und durfte leider feststellen, daß man keine Anzeigen aufgeben kann. Peinlich! Diese Probleme sind inzwischen gelöst. Sonntag mittag habe ich erneut freigeschaltet und konnte es kaum glauben: Die Konstruktion funktionierte nicht nur, sie übertraf meine Erwartungen.

Der Hauptserver kämpfte bereits mit einer Last von etwa 10, als ich die Last gleichmäßig auf beiden Maschinen verteilte. Daraufhin reduzierte sie sich auf dem Hauptserver auf etwa 4, während die andere Maschine durch die übernommene Last kaum belastet wurde - sie bewegte sich immer noch unterhalb von 1. Ich habe keine Erklärung dafür. Zwar arbeitet die ersten Maschine auch noch als Mailserver und das Spamaufkommen ist durchaus erheblich, aber doch nicht so groß, daß sich diese Lastunterschiede damit erklären ließen.

So habe ich Schritt für Schritt die Verteilung geändert, bis ich zu einem Verhältnis von 1:8 kam. Da liefen beide Maschinen gleichmäßig bei einer Last von etwa 1,5. Ich war schwer beeindruckt. Allerdings habe ich am Nachmittag noch einmal an der Schraube gedreht. Bei dieser Stichprobe stellte ich fest, daß der Sklave nun bei einer Last von 8 lag, während die Master-Maschine bei 0,5 vor sich hin dümpelte. Also habe ich das Verhältnis auf 1:3 zurückgedreht. Neue Erfahrungen, neue Erkenntnisse. Auf jeden Fall ein gewaltiger Fortschritt. Was ist schon einer Last von 8 gegen die früheren Verhältnisse?



Aussichten

Und dann war die Freude wieder vorbei: eine Leserin machte mich auf Funktionsschwächen aufmerksam. Letzten Endes waren diese auf einen Fehler in der Konstruktion der Lastverteilung zurückzuführen. Mal sehen, welche Schwierigkeiten sich noch auftun werden. Das ist aber normal. Angesichts der Bedeutung dieser Änderung halten sich die Problem eigentlich erfreulich in Grenzen. Die Aussichten sind dagegen bestens:

Wenn die Übergangsschwierigkeiten ausgestanden sind, ist es eine Kleinigkeit, weitere Sklavenmaschinen hinzuzunehmen, je nach Bedarf. Ich wußte, daß man mit dieser Technik jegliche Last bewältigen kann. Yahoo Finance und Mobile sind Beispiele dafür. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie die das gemacht haben. Der technische Direktor von Yahoo Finance hat kürzlich ein Buch veröffentlicht, in dem er angeblich verrät, wie die das gemacht haben. Von Mobile weiß ich, daß die ihre Maschinen auf drei Standorte verteilt haben. Und nun habe ich selbst zwei Maschinen auf zwei Standorten verteilt. Ich hatte keine Ahnung, wie sich das auf die Performance auswirkt, wie die räumlich verteilten Maschinen durch die Kommunikation belastet sind. Jetzt weiß ich es. Selbst über einen ganz normale Internetverbindung kann man einen äußerst leistungsfähigen Verbund herstellen.

Möglicherweise bin ich auf einen Bug in der Datenbankmaschine gestoßen. Wenn ich Zeit haben sollte, müßte ich die Sache mal genauer untersuchen. Im Moment bin ich froh, daß die Sache läuft. Ich habe Wege gefunden, um diese Schwierigkeit zu umgehen. Diese Lösung ist sogar technisch sauber und keineswegs ein fauler Kompromiß. Also kann ich damit gut leben.

Und wozu das Ganze? Damit Sie erreichen, was Sie wollen. Die Leserin, die mich auf die Probleme aufmerksam machte, sucht seit Wochen ganz intensiv nach einem neuen Pferd. Wegen eines Umzugs hatte sie ihre Pferde über die Pferdezeitung verkauft. Nun stellt sie fest, daß es ohne Pferde gar nicht geht, und daß Reitbeteiligungen keine Lösung sind. Der Pferdemarkt ist jetzt das geeignete Werkzeug, um ihr Problem zu lösen. Sie war es übrigens, die den Anstoß zu den Neuerungen gegeben hat, über die ich im Editorial der letzten Woche berichtet habe. Wenn man wirklich damit arbeitet, fällt einem nämlich auf, was nicht so toll ist und besser sein könnte. Na bitte, dann machen wir es doch!



Namenswechsel

Die Leserin hatte übrigens auch bemerkt, daß die Pferdezeitung jetzt unter Pferdezeitung.com und Pferde-Messe.de auftritt. Im Sommer 2004 hatte ich die Namen Pferdemesse-Online.com (und.de), Pferdeangebote-Online.com und Pferdeanzeigen-Online.com hinzugenommen und damit Adressen für die vier wichtigsten Abteilungen eingeführt. Das war einerseits positiv und dann auch wieder nicht. Die technischen Schwierigkeiten, die ich mir dadurch eingehandelt habe, sind ganz erheblich. Die Wahrnehmungsprobleme der Besucher sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Für die neue Maschine brauchte ich am besten einen neuen Namen. Das ist ein ganz schwieriges Problem, über das ich sehr viel und sehr lange nachgedacht habe, ohne daß mir eine vernünftige Lösung eingefallen wäre. Zufällig testete ich an, ob Pferde-Messe.de frei ist. Na bitte, warum nicht? Ich dachte mir eigentlich nichts dabei, als ich diesen Namen im Januar erwarb. Aber jetzt ist mir aufgegangen, daß ich die Lösung für viele Probleme in Händen halten.

Inzwischen habe ich mehrere Tage darüber nachgedacht und noch keine Nachteile gefunden (abgesehen vom Übergang als solchem). Die Idee gefällt mir immer besser. Ich werde wohl den Namen Pferdezeitung.com ausrangieren und die anderen gleich mit dazu und statt dessen Pferde-Messe.de etablieren. In der Sache ändert sich nichts, in der Wahrnehmung hingegen alles.

Bisher trat die Pferdezeitung als Magazin auf, das auch noch andere Abteilungen hatte. Demnächst wird die Messe im Vordergrund stehen und das Magazin als Abteilung der Messe erscheinen. So ist es richtig. Die Sache wird vom Kopf auf die Füße gestellt. Das ich das endlich kapiere! Die Messe bezahlt die Kosten, das Magazin, der Pferdemarkt, der Anzeigenmarkt dienen der Messe, indem sie für das Publikum sorgen. Jeder Besucher wird allein durch den Namen verstehen, worum es geht.

Viele Leser haben gar nicht verstanden, was sich hier eigentlich abspielt. Wer die Kleinanzeige nutzt, muß nicht unbedingt mitbekommen, daß es sich um ein Magazin handelt. Die Messeabteilung hat es besonders schwer, weil sie noch nicht so gut entwickelt ist. Mit der Umbenennung wird sich ein Bewußtseinswandel vollziehen. Die Leser werden ihren Horizont erweitern und allein vom Namen her erwarten, daß die Pferde-Messe mehr ist als ein Pferdemarkt. Vermutlich werde ich viel weniger erklären müssen, weil der Name schon die richtigen Assoziationen hervorruft.

Welch eine schwere Geburt! Die Probleme waren mir bekannt, eine Lösung nicht in Sicht. Und jetzt geht mir auf, daß die Lösung bereits da ist, und daß sie gar nicht so schlecht ist. Pferde-Messe.de ist kurz und assoziativ. Die beiden wichtigen Begriffe fügen sich zu einem neuen Begriff zusammen. Je länger ich darüber nachdenken, desto besser gefällt mir diese Lösung, die mir praktisch in den Schoß gefallen ist.

Besonders unangenehm war, daß Pferdezeitung.de nach wie vor im Besitz von Sylvia Frevert ist. Wer von der Pferdezeitung im Internet hört, ist geneigt, Pferdezeitung.de anzuwählen. Das Baustellenschild ist dann ein Schock. Bis sich die Erkenntnis durchsetzt, daß die Adresse Pferdezeitung.com lautet, bedarf es Zeit und Einsicht. Die Situation ist einfach mißlich. Und nun löst sich dieses Problem in Luft auf.

© 2009  
© 2009  
Vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, aber die alten Logos sind schon vor einigen Monaten verschwunden. Ganz allmählich ändert sich die Pferdezeitung. Man merkt es kaum, deshalb gibt es auch keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. In der Summe ergeben die vielen kleinen Änderungen enorme Verbesserungen. So habe ich heute zum Beispiel noch zwei kleine Bildchen eingeführt, die wichtige Links hervorheben: die Neuigkeiten der letzten 24 Stunden und den Merkzettel. Ich merke es an mir selbst, wie hilfreich solche kleinen Elemente sind. Ich möchte sie nicht missen, obwohl ich gar nicht selbst auf die Idee gekommen bin und mir nicht habe vorstellen können, wie gut und wirksam so etwas sein kann. Das nennt man wohl Lernen.

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 






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Es ist jetzt der 08.01.2009, 18:02, GMT +01:00
Konsequent in alter Rechtschreibung - ausgenommen Fremdautoren.
Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
Tip: Deutsch/Englisch-Übersetzung: » dict.cc


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©1999-2005 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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