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Bericht Zum Thema Springsport · Editorial: Nicht gefunden
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Selbstportrait 08/2004
 
 
14.08.2005

Nicht gefunden

In dieser Woche habe ich mir mehrfach den Kopf zerbrochen, wie wohl ein Fehler aufzuklären ist, mit dem mehrere Leser zu kämpfen hatten. Sie wollten irgend etwas tun und bekamen die Meldung: "Seite nicht gefunden". Diese Meldung kommt nicht von der Pferdezeitung, sondern vom Browser, wenn dieser nämlich die gewünschte Seite nicht auflösen kann.

So dachte ich jedenfalls, und fragte mich, warum die gewünschten Aktionen nicht ausgeführt werden konnten. Es konnte doch nur einen Grund geben: Fälschlich wurde gemeldet, daß es die Adresse "Pferdezeitung.com" gar nicht gibt. Auf diese (falsche) Fährte ließ ich mich auch deshalb locken, weil ich selbst etwa ein halbes Jahr lang unter diesem Phänomen gelitten hatte, bis ich nämlich DSL bekam.

Nicht nur die Pferdezeitung wurde nicht gefunden, auch der "Spiegel" und "Google" waren angeblich von Zeit zu Zeit nicht auffindbar. Das war natürlich sehr lästig, und deshalb habe ich mit Hilfe von Google versucht herauszufinden, ob es für dieses Phänomen eine Erklärung gibt. Leider bin ich nicht wirklich fündig geworden; zwar las ich irgendwo einen Hinweis, daß es einen Fehler im Internet Explorer gäbe, der für dieses Phänomen verantwortlich sei, aber das half mir nicht weiter.

Da sich das Problem erledigt hat, seit ich DSL habe, kann es wohl nicht am Internet Explorer gelegen haben. Dafür aber wohl am von mir genutzten Provider "1 & 1", dessen Nameserver vielleicht manchmal nicht schnell genug geantwortet hat. Denn wenn man eine Internetadresse in den Browser eingibt, muß diese in eine sogenannte IP-Adresse übersetzt werden, eine Zahlenkombination, die einen Rechner eindeutig identifiziert, genauso wie eine Telefonnummer einen Anschluß identifiziert, nur daß wir bei Telefonnummern keine Übersetzung in Klartext haben. Diesen Komfort bietet das Internet durch einen Übersetzungsdienst, eben die Nameserver.

Jeder Provider unterhält seine eigenen Nameserver, und wenn die nicht wissen, was sich hinter einer Adresse verbirgt, fragen die die nächste Instanz, und das setzt sich fort, bis die Autorität in dem entsprechenden Namensraum Auskunft geben muß (für die .de-Adressen ist das die Denic). Sollte also jemand mit seiner Internetpräsenz auf eine andere Maschine mit einer anderen Nummer umziehen, wird das der höchsten Autorität mitgeteilt und diese gleicht ihren Datenbestand regelmäßig (meistens zweimal am Tag) mit allen untergeordneten Nameservern ab.

Durch diese leidvolle Erfahrung war ich in meiner Wahrnehmung schwer behindert. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie dieses Problem plötzlich bei mehreren Lesern auftauchen sollte, wo ich doch früher nie damit zu tun hatte. In meiner Not habe ich schließlich meinen Provider zu Hilfe gerufen, und dieser hat mir einen entscheidenden Hinweis gegeben, mit dem ich allerdings nichts anzufangen wußte. Er konnte dieses Problem auf seiner Maschine reproduzieren, wie auch die Leser offenbar. Nur ich konnte es nicht. Wenn ich die von den Lesern gewünschten Aktionen ausführte, lief alles einwandfrei. Und damit hatte ich keinen Ansatzpunkt, mich auf Fehlersuche zu begeben.

Heute ist der Knoten geplatzt. Der Fehler trat nur auf, wenn man nicht legitimiert war. Deshalb konnte ich den Fehler nicht produzieren. Ich war ja bereits legitimiert und legitimierte mich jetzt neu im Namen des betreffenden Lesers. Die Bedingung, nicht eingeloggt zu sein, reichte aber noch keineswegs. Wenn man seine Daten bearbeiten will und ist nicht legitimiert, erscheint automatisch der Passwortdialog und man muß sich mit Passwort identifizieren. Wenn man das richtige Passwort eingibt, funktionierte wiederum alles einwandfrei.

Der Fehler trat nur auf, wenn man ein falsches Passwort eingab. In diesem Fall erscheint der Passwortdialog einfach noch einmal. Wenn man jetzt das Passwort erneut eingab, falsch oder richtig, oder sich das Passwort zuschicken ließ, kam die Meldung: "Seite nicht gefunden". Und zufällig war ich heute aus geloggt und habe noch einmal das Rezept meines Providers probiert, und siehe da: Ich konnte den Fehler zuverlässig reproduzieren.

Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich die Ursache gefunden und beseitigt hatte. Unter diesen Bedingungen entstand eine unendliche Schleife, die einfach nur Zeit verbrauchte. Der Browser sagt in so einem Fall, obwohl die Seite als solche gefunden wurde, ebenfalls: "Seite nicht gefunden", weil er keine Antwort bekommt. Genaugenommen kann er also gar nicht wissen, daß die Seite gefunden wurde. Tut mir leid, falls Sie durch diesen Fehler Unannehmlichkeiten hatten.

Die von mir früher beobachteten Phänomene sind dadurch natürlich nicht erklärt. Vermutlich werden sie auch nicht geklärt.



Wo ist meine Anzeige?

Wenn jemand so fragt, ist im Regelfall etwas schiefgegangen. Die Anzeige gibt es gar nicht. Weder hat der betreffende Leser die Anzeige gesehen noch hat er eine E-Mailbestätigung bekommen. Das kommt selten vor. In dieser Woche hat aber jemand gefragt, warum seine Anzeigen sofort verschwinden. Nanu? Das ist etwas völlig anderes. Die Anzeigen sind also da und gleich wieder weg? So etwas habe ich ja noch nie gehört!

Tja, und dann habe ich eine große Überraschung erlebt. Keine Ahnung, wann das Problem zum erstenmal aufgetreten ist, aber die ältesten betroffenen Anzeigen stammen aus dem April diesen Jahres. Sie zeichneten sich alle dadurch aus, daß das Datum des Endes der Laufzeit identisch war mit dem Datum der Anlage. Und das machte mich stutzig.

Normalerweise liegen sechs Wochen zwischen den beiden Daten. Der Inhaber der Anzeige kann diese "verbergen", d. h. das Datum des Laufzeitendes auf den Vortrag stellen, womit die Anzeige ausgelaufen ist. Nun hätten ja in all diesen Fällen die Inhaber am Tag nach der Anlage die Anzeigen verbergen können. Das wäre zwar unwahrscheinlich und rätselhaft, aber durchaus möglich.

Glücklicherweise habe ich inzwischen in fast allen Tabellen ein Feld eingefügt, das die letzte Änderung protokolliert. Und deshalb konnte ich die Hypothese überprüfen, ob diese künstliche Veraltung tatsächlich am Tag nach der Anlage vorgenommene wurde. Das war aber nicht der Fall. Die letzte Änderung wurde am Tag der Anlage vorgenommen. Damit schied die Möglichkeit aus, daß der Inhaber seine Anzeige selbst verborgen hatte. Im übrigen konnte ich ja voraussetzen, daß der Leser, der sich beschwerte, seine Anzeige nicht selbst verborgen hatte.

411 Kleinanzeigen und 37 Pferdeangebote waren auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen. Zunächst hatte ich keine Ahnung, wie das zustandekommen konnte, aber ich konnte natürlich sofort diese Anzeigen reaktivieren. Aufmerksamer Leser werden vielleicht bemerkt haben, daß wir in dieser Woche einen gewaltigen Sprung bei den Kleinanzeigen gemacht haben. Wir hatten immer weniger Kleinanzeigen als Pferdeangebote, und jetzt ist es umgekehrt. Das ist der Grund.

Natürlich habe ich die Inhaber benachrichtigt und gebeten, die Anzeigen doch zu löschen, falls sich diese in der Zwischenzeit erledigt haben. Und dann habe ich Fallen gestellt und beobachtet, was passiert. Natürlich ist es mir gelungen, die Sache aufzuklären und abzustellen. Es war natürlich mein Problem. Unter gewissen Umständen wurde einfach das Datum falsch gestellt. Die technischen Einzelheiten kann ich Ihnen ersparen.



Kein Newsletter

Vor einiger Zeit fiel mir auf, daß viele Leser gar nicht wußten, daß die Pferdezeitung ihrem Namen alle Ehre macht und tatsächlich ein Magazin ist. Sie hielten die Pferdezeitung vielmehr für einen Pferdemarkt oder Kleinanzeigenmarkt. Tatsächlich sind ja Pferdemarkt und Anzeigenmarkt wichtige Teile des Angebots, aber doch eigentlich nur als Bestandteil des Magazins. Die Pferdezeitung ist ja entstanden als Versuch, das Paradigma eines Magazins aufs Internet zu übertragen, ebenso wie die Pferdemesse das Paradigma einer Messe aufs Internet überträgt.

Um diesem mißlichen Umstand abzuhelfen, habe ich den Newsletter eingeführt, der regelmäßig auf die neue Ausgabe aufmerksam macht. Wie ich höre, durchaus mit Erfolg. Nur wenige Leser haben protestiert, und diese Leser konnten den Newsletter durch einen einfachen Klick auf einen Link abbestellen. Da die Wut aber schneller ist als das Auge, hat manch einer lieber angefangen zu schimpfen als diese Anleitung zu lesen. Deshalb habe ich sie schließlich optisch ein bißchen aufgemöbelt. Es half ein bißchen.

In der letzten Woche habe ich diesen Hinweis wieder etwas schlichter gestaltet, mit dem Erfolg, daß ich in dieser Woche stärker in Anspruch genommen worden bin, doch bitte sehr den Newsletter abzubestellen. Mir ist nicht ganz klar, warum dieser Newsletter so sehr stört. Vermutlich stört er gar nicht so sehr, aber da heutzutage jeder unter unerwünschten E-Mails zu leiden hat, zieht dieser Newsletter seinen Teil des Hasses auf sich.

Man kann ja schlecht behaupten, daß dieser Newsletter unerwünschte Werbung darstelle. Es handelt sich um Information, und das sage ich auch ganz deutlich. Die Systemnachrichten sind seit einiger Zeit tatsächlich mit Werbung befrachtet. Und bezüglich dieser Werbung hat sich noch niemand beschwert. Auf den ersten Blick erscheint das verwunderlich. Die Erklärung liegt aber auf der Hand. Die Systemnachrichten informieren über die erfolgreiche Nutzung eines kostenlosen Dienstes. Die Werbung wird vermutlich als Entgelt hingenommen. So wie man Werbung bei Freemailern klaglos akzeptiert.

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 






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