
| | | Heidi Keppel | | | | | Tipps zur Behandlung von Koliken V / Koppen Von › Heidi Keppel
Vorige Woche haben wir uns vor allem mit der Verhaltensstörung ‚Koppen' beschäftigt und die dagegen eingesetzten homöopathischen Arzneien genauer betrachtet. Um einem koppenden Pferd dabei zu helfen, sein seelisch-geistiges Gleichgewicht wiederzufinden, wäre aber auch eine Therapie mit Bachblüten sehr empfehlenswert.
Je nach Charakter und Typ des Pferdes bzw. der Ursache des Koppens können verschiedenste Bachblüten den gewünschten Erfolg bringen, weshalb Sie auch diese Behandlungsmethode möglichst unter fachmännischer Anleitung durchführen sollten. Trotzdem möchte ich Ihnen die am ehesten geeigneten Mittel hier etwas näher vorstellen.
Da wäre einmal Chestnut Bud zu nennen, welches immer dann gegeben wird, wenn ein Lernprozess unterstützt werden soll, womit auch ein solches Suchtverhalten bekämpft werden kann. Gegen diese Sucht, bei der das Pferd nur noch an das Koppen denken kann, hilft aber auch White Chestnut sehr gut. Wurde das Koppen durch ein Schockerlebnis ausgelöst, so würde ich als Anfangsmittel auf alle Fälle Star of Bethlehem empfehlen, das dem Pferd hilft, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Walnut kann dann letztendlich die Wandlung zu neuen positiven Verhaltensweisen unterstützen.
Dies waren nun die speziell auf das Koppen bezogenen Blütenessenzen. Sollte das koppende Pferd auch noch andere Verhaltensauffälligkeiten zeigen, dann kann man zusätzlich auf eine oder mehrere der folgenden Bachblüten zurückgreifen.
Ist das Pferd generell sehr lebhaft, nervös und reizbar, dann sollte man auch unbedingt Impatiens verabreichen, welches dem Tier zu mehr Stabilität und Gelassenheit verhilft. Spielt Futterneid eine große Rolle und zeigt das Pferd aggressives Verhalten, so ist Holly das Mittel der Wahl. Tieren mit sehr starkem eigenen Willen kann eventuell mit Vine und/oder Oak geholfen werden. Beech kommt in Frage, wenn das Pferd in vielen Bereichen intolerant ist und bestehende Haltungs-, Fütterungs- und Reitbedingungen einfach nicht akzeptieren kann, sich immer wieder dagegen auflehnt und reizbar ist. Handelt es sich bei dem betreffenden Pferd um ein generell ängstliches Tier, so stehen vor allem zwei Mittel zur Wahl: Mimulus, wenn das Pferd wenig Selbstbewusstsein hat und sich vor vielen realen Dingen fürchtet, und Aspen, welches sich für Tiere eignet, die ‚Gespenster' sehen oder hören, also scheinbar grundlos erschrecken. Neigt ein Pferd gar zu häufiger Hysterie und panischen Kurzschlusshandlungen, so benötigt es in der Regel Cherry Plum und/oder Rock Rose, die beide eine sehr ähnliche Wirkungsweise haben und auch in den so genannten Notfalltropfen - eine spezielle Bachblütenmischung für Notfälle aller Art - enthalten sind.
Eine Therapie mit diesen Bachblüten eignet sich natürlich auch für Pferde, die nicht koppen, aber diesem Charaktertyp angehören und andere Verhaltensstörungen oder Krankheitsbilder zeigen. So können sie also auch bei Pferden, die aus Nervosität zu immer wiederkehrenden Koliken neigen, heilend wirken, indem sie die grundlegende Ursache ausschalten oder zumindest dämpfen.
Natürlich kann aber auch die Homöopathie in solchen Fällen helfen und nervöse Pferde nachhaltig beruhigen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen meine ‚Tipps für entspanntes Reiten' nochmals ans Herz legen, wo ich im 4. Teil unter anderem auch einige homöopathische Beruhigungsmittel näher beschrieben habe.
Argentum nitricum D30 ist hier besonders hervorzuheben, da es vor allem solchen Pferden hilft, die bei jeder Aufregung und Veränderung zu Durchfall und leichten Koliken neigen. Es kann als Basistherapie 1-2mal wöchentlich (jeweils 10 Tropfen) oder vorbeugend etwa eine Stunde vor einem geplanten Ereignis (Transport, Reiten eines Turnierbewerbes, Ausritt, etc.) verabreicht werden.
Nun möchte ich nur noch eine homöopathische Arznei nennen, die speziell bei Blähungskoliken zum Einsatz kommt, welche beispielsweise durch übermäßiges Koppen entstanden sind. Es ist dies Asa foetida D4, welches - genau wie alle anderen homöopathischen Kolikmittel - alle 20 Minuten (jeweils 10-15 Tropfen) verabreicht werden sollte. Bei entsprechender Symptomatik können aber natürlich auch noch andere passende homöopathische Heilmittel, die ich zur Behandlung von Koliken empfohlen habe, zur Anwendung kommen.
Damit hätten wir das weitläufige Thema ‚Kolik' beendet, ergänzend dazu möchte ich Ihnen dann nächste Woche noch ein paar Tipps zur Behandlung anderer akuter und chronischer Verdauungsstörungen geben.
Siehe auch › Autoren-Messeseite
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