|  | | Siegerteam Kinderklasse "Aboyeur" mit Philipp Siegel (Köln) / Alicia Gamboa (Kolumbien) |  |  |  |
| |  | | Alicia Gamboa (Kolumbien), Team "Aboyeur" |  |  |  |
| | |  | | Team "Cento" (Natthanhart Bhinsaeng, Thailand / Melanie Vortmann) |  |  |  |
| Um die Kinder und Jugendlichen geht es ja in Herford - das Turnier der Superstars war nur der Auftakt, eine besondere Art der Förderung des Jugendsports durch die Spitzensportler. Denn jeder fängt klein an, und so wirkt es besonders sympathisch, daß Ludger Beerbaum und Marcus Ehning im Programmheft Revue passieren lassen, wie sie ihren Weg an die Spitze genommen haben.
Die freundschaftlichen Verbindungen, die aus den German Friendships resultierten, überdauern die Jahre und führten dazu, daß für ehemalige Teilnehmer ein eigener Wettbewerb eingerichtet wurde, obwohl diese für die eigentliche Veranstaltung schon zu alt sind. Sport, so kann man hier hautnah erleben, verbindet und überbrückt Grenzen und Gegensätze.
Deshalb ist Sport eigentlich sehr politisch. Manchmal gewinnt man den Eindruck, als ob Kriege zwischen den Nationen auf sportlichem Wege ausgefochten werden, aber der Wettbewerb führt ja auch dazu, daß man einander näher kennenlernt, daß Vorurteile und Mißverständnisse ausgeräumt, Gemeinsamkeiten erkannt werden. Die Liebe zum Pferd verbindet Menschen über alle Länder und Kontinent hinweg.
Und wegen der politischen Bedeutung hat der Bundespräsident gern die Schirmherrschaft übernommen, war aber verhindert, persönlich zu erscheinen. Statt seiner erschien stellvertretend Dr. Hermann Otto Graf Solms, Vizepräsident des deutschen Bundestages, und würdigte die Verdienste der Familie Meyer zu Bexten, deren Arbeit gerade in den Zeiten des Terrorismus besonders wertvoll sei.
Ein Fernsehteam des WDR wurde für seinen Bericht über die German Friendships 2003 unter dem Gesichtspunkt der Nachwuchsförderung vor zwei Jahren ausgezeichnet (» Studio Bielefeld gewinnt Fernsehpreis). Vor vier Jahren erschien im Mindener Tageblatt ein Artikel über den Beruf des Pferdewirtes am Beispiel des Bexter Hofs unter der Überschrift: » Reiten als Beruf: Die Liebe zum Pferd reicht nicht aus. Ulrich Meyer zu Bexten macht darin klar, daß er höchste Ansprüche stellt und stellen kann, denn er beschäftigt zwei Lehrlinge und bekommt jährlich 40 Bewerbungen - er kann sich also aussuchen, mit wem er arbeiten will.
Kein Wunder, denn solch einen Ausbildungsplatz findet man kaum noch einmal. Und wie die Dinge stehen, wird das auf absehbare Zeit auch so bleiben, denn Ulrich Meyer zu Bexten ist in den besten Jahren, und sein Sohn wird den Betrieb nicht nur fortführen, sondern sogar ausbauen. Wir werden also noch viel von dieser Familie hören, nicht zuletzt wegen der künftigen German Friendships, die inzwischen als absolut etabliert gelten dürfen.
Davon zeugt auch die Liste der Sponsoren, die nicht nur lang, sondern vor allen Dingen auch exclusiv ist. Auf dem Bexter Hof habe ich zum erstenmal ein Exemplar der neuen S-Klasse von Mercedes gesehen und fotografiert, einen Tag bevor der » Spiegel darüber berichtete - aber dieses Auto war nur eines einer langen Schlange exklusiver Fahrzeuge, die hier auf dem Bexter Hof einem exklusiven Publikum präsentiert werden sollten.
Denn der Reitsport hat seine Wurzeln zwar unter anderem im bäuerlichen Milieu, ist gleichzeitig aber auch hochexclusiv. Der Bexter Hof ist ein Bauernhof, der seinen Weg in die Welt gefunden hat. Dieser Weg war eigentlich erstaunlich kurz und wird von der » Chronik Reiterverein Herford in knappen und dürren Worten nachgezeichnet. Die German Friendships und im jährlichen Wechsel die » Bexter Hof Open, die im letzten Jahr erstmals durchgeführt wurden, positionieren das Unternehmen Meyer zu Bexten in einer Welt, die von Leuten mitbestimmt wird, die über sehr viel Geld verfügen.
Wer im Reitsport Erfolg haben will, muß natürlich als Sportler hart arbeiten und viel von Pferden verstehen. Er braucht aber auch ein geeignetes Pferd, und Pferde, mit denen man gewinnen kann, sind naturgemäß teuer. Wenn man sich solche Pferde nicht selbst leisten kann, braucht man Sponsoren. Denn mit den Pferden allein ist es ja nicht getan. Der Aufwand für den Turnierbetrieb ist ganz erheblich. Um das zu erkennen, muß man nicht viel von der Sache verstehen. Man braucht sich nur den Fahrzeugpark, die Zeltanlagen oder den Personalaufwand anzuschauen, der für die German Friendships aufgewendet wurde.
Daß Ulrich Meyer zu Bexten es mit seiner Familie geschafft hat, nicht nur sportlich in den ersten Rängen mitzumischen und sich als Turnierveranstalter zu positionieren, hat sicherlich auch mit den Ansprüchen zu tun, die der Chef seinen Lehrlingen gegenüber formuliert hat. Es hat aber ebenso mit den Freundschaften zu tun, die Ulrich Meyer zu Bexten durch seinen Sport und durch die internationalen Einsätze hat schließen können. Denn ein solches Unternehmen kann nur wachsen und gedeihen, wenn es in jeglicher Hinsicht und Richtung auf Unterstützung und Rückhalt zählen kann.
Durch die German Friendships zeigen Ulrich Meyer zu Bexten und Frank Rothenberger, wie diese Freundschaften systematisch gestiftet und ausgebaut werden. Wer in die Ferne geht, erweitert seinen Horizont, er weitet sein Herz und sein Verständnis. Und wenn man die sportliche Verbissenheit durch entspanntes Miteinander auflockern kann, legt man den Grundstock für eine Beziehung, die ein Leben lang halten kann. Die Idee, international gemischte Teams gegeneinander antreten zu lassen, ist einfach grandios! Das sollte man auf andere Sportarten übertragen!
Quellen
Fotos
© Werner Popken
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