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Heidi Keppel
 
 
Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Nieren- und Blasenerkrankungen
Von   Heidi Keppel

Nierenfunktionsstörungen treten beim Pferd häufig in Verbindung mit bzw. als Folge von Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen oder Vergiftungen auf, aber es können natürlich auch eigenständige Nieren- und Blasenentzündungen vorkommen, die durch Infektionen oder durch Einfluss von Nässe und Kälte entstehen können. Außerdem besteht auch noch die Möglichkeit, dass eine sexuelle Überreizung, wie dies z.B. bei nymphomanischen Stuten der Fall ist, eine Blasen- und ev. sogar auch eine Nierenentzündung hervorrufen kann.

Wirklich vermeiden lassen sich eigentlich bestenfalls erkältungsbedingte Nieren- und Blasenerkrankungen, und auch das kann bei manchen Haltungsformen äußerst schwierig sein. So gibt es durchaus sehr empfindliche Pferde, die sich bereits verkühlen, wenn sie auch nur kurze Zeit kühlem Regen oder Wind ungeschützt ausgesetzt sind. Ganz besonders besteht diese Gefahr der Verkühlung auch dann, wenn verschwitzte Pferde Wind oder Zugluft zu spüren bekommen, was nicht nur nach längeren bzw. anstrengenden Ritten, sondern z.B. auch nach übermütigem Spiel auf der Koppel bei Auslauf- und Offenstallpferden der Fall sein kann.

Vielen robusten Pferden schadet all dies gar nicht, doch krankheitsanfällige Tiere sollte man bei Schlechtwetter nicht zu lange im Freien lassen bzw. nach schweißtreibender Arbeit mit Abschwitzdecke trockenführen oder mit ihnen - so vorhanden - das Angebot eines Pferdesolariums nutzen, denn diese Wärmebehandlung wirkt nicht nur trocknend, sondern auch sehr entspannend auf die Rückenmuskulatur und Nierenpartie, womit ein doppelter positiver Effekt gegeben ist.

Leben solche Pferde in ganztägiger Auslauf- oder in Offenstallhaltung, so muss man hierbei besonders auf ausreichende und wirklich wetterfeste Unterstellmöglichkeiten achten. Dies kann unter Umständen auch deshalb zum Problem werden, weil gerade schwächliche und sensible Tiere meist keinen hohen Rang in der Herde innehaben und deshalb oftmals aus den schützenden Ställen oder Unterständen vertrieben werden. Aus diesem Grund ist auch die Neueingliederung eines nicht so robusten Pferdes in eine bestehende Herde im Spätherbst oder Winter nicht ratsam.

Will man die Pferde vor Nässe und Kälte schützen, indem man sie ganztägig eindeckt, so muss man damit bereits frühzeitig im Herbst beginnen, um eine Winterfellbildung zu vermeiden, oder das Tier muss zumindest im Rückenbereich geschoren werden, denn ansonsten würde ein sehr ungesunder Wärmestau unter der Decke entstehen. Mittlerweile werden ja schon diverse Modelle angeboten, die angeblich eine völlig freie Beweglichkeit des Pferdes garantieren, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur sehr unsensible Tiere dies auch so sehen. Die meisten Pferde zeigen sich in ihrer Bewegung sehr wohl gehemmt, womit die Nützlichkeit einer Decke dann wieder in Frage gestellt werden muss.

Am gesündesten ist meiner Meinung nach immer eine möglichst natürliche Haltung, doch sollte man diese bereits von Fohlenbeinen an praktizieren, denn eine ‚Abhärtung' in späteren Jahren kann vor allem bei besonders verweichlichten Pferden gesundheitliche Probleme mit sich bringen und sollte deshalb auch nur langsam und stufenweise erfolgen, damit es nicht zu Lungen- und/oder Nierenerkrankungen kommt.

Ganz gefährlich ist auch das Abspritzen der Sattellage bzw. des ganzen Körpers mit kaltem Wasser nach der Arbeit. Selbst an sehr heißen Tagen, wo viele Reiter meinen, ihren Pferden damit etwas Gutes zu tun, kann dies durch den extremen Temperaturunterschied nicht nur zu schmerzhaften Muskelverspannungen führen, sondern auch die Nieren stark reizen. Eine Nierenentzündung kann dadurch schnell zustande kommen, wobei leichtere Fälle auch relativ häufig übersehen werden können, da dem veränderten Harnabsatzverhalten - es werden im Krankheitsfall meist in kürzeren Zeitabständen kleinere Mengen Harn oft auch mit schmerzhafter Anstrengung abgesetzt - eines Pferdes ja nur sehr selten Beachtung geschenkt wird.

Erst wenn die Tiere aufgrund der Schmerzen eine mehr oder weniger starke Berührungsempfindlichkeit in der Nierenregion und den so typischen steifen, vorsichtigen Gang in der Hinterhand zeigen, werden die Besitzer meist aufmerksam. Oft ist dann bereits eine Trübung oder dunkle Verfärbung des Harnes zu bemerken, wobei er sehr häufig auch blutig sein kann. Bei akuter Nierenentzündung können zu diesen Symptomen auch noch Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und manchmal auch Kolikerscheinungen hinzukommen, wobei dies vor allem auf infektiös oder toxisch bedingte Nierenerkrankungen zutrifft.

Sowohl solche akuten Fälle, als auch chronische Nierenentzündungen, die zu einer raschen Abmagerung führen, sollten schnellstens von einem Tierarzt behandelt werden, da ansonsten ein völliges Nierenversagen drohen könnte, was unweigerlich zum Tod des betreffenden Pferdes führen würde. Doch auch wenn der Zustand des Tieres nicht ganz so kritisch ist, kann es durch eine chronische Nierenentzündung zu anderen verheerenden Folgen kommen. Vor allem Herz und Leber werden dadurch vermehrt beansprucht und auch geschädigt, was fast immer eine individuelle Diät und Ruhigstellung des Pferdes erforderlich macht.

Reiterlich nutz- oder gar stärker belastbar sind Pferde mit Nierenleiden jedenfalls nicht, weshalb eine rasche und wirkungsvolle Therapie auch im Sinne des Pferdebesitzers unbedingt angestrebt werden sollte. Als sehr natürliche und trotzdem effiziente Behandlungsmöglichkeit erweist sich auch in diesem Bereich die Homöopathie, denn rechtzeitig angewandt kann sie eine völlige Regeneration der geschädigten Nierenzellen bewirken. Welche Mittel dabei zu empfehlen sind, erfahren Sie dann nächste Woche von mir.




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