|  | | Zuchtidylle? Eine Stute, ein Fohlen |  |  |  |
Eugenik - Gute Zucht Erbanlagen langfristig verbessern, Erbkrankheiten dezimieren von Werner Popken
Zu den Themen Besamung, Zucht |
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Die neuesten Entwicklungen in der Pferdezucht sind in den letzten Wochen unser Thema, Besamungstechnik, Embryotransfer, Zukunftstechnologie, wirtschaftliche Zwänge waren die Schlagworte. Von der Pferdezucht, so hatte sich herausgestellt, ist es nicht weit bis zur Menschenzucht, die in den letzten Jahren durch die Fortschritte der Gentechnologie, aber auch durch eine Rede des Deutschen Philosophen » Peter Sloterdijk wieder ins allgemeine Bewußtsein gerückt wurde (» Die Elmauer Rede, » Regeln für den Menschenpark). Dabei ist Menschenzucht ein ganz alter Hut, jedenfalls theoretisch. Und im Prinzip nicht anders als die Pferdezucht und ebenso lange im Gespräch.. Am Ende der letzten Ausgabe habe ich als Beleg dieser These einen kleinen Spaziergang durch die Geschichte der Philosophie angekündigt. » Platon (428-347 v.Chr.) war ein Philosoph im alten Griechenland, Schüler des Sokrates, der dessen Dialoge der Nachwelt überliefert hat. Sokrates wurde bekanntlich wegen Verführung der Jugend zum Tode verurteilt. Platon zog daraus den Schluß, daß die Staaten schlecht verwaltet seien. Als guter Philosoph glaubte er, alles besser zu wissen und zu können und entwarf seine Vision eines perfekten Staatswesens (» Politeia), bei der er sich an das hielt, was er kannte - den Menschen. Staat und Mensch werden in Analogie betrachtet. Der Mensch sollte in der Lage sein, zwischen gut und böse, gerecht und ungerecht zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist nicht eine Funktion des Geistes, der selbst keine Werte setzen kann - der Geist arbeitet genauso gut und gern für das Gute wie für das Böse -, sondern der Seele. Die Seele ist also das Wesentliche. Nach Platon soll der Staat vor allem gut und gerecht sein. Das Gute und das Gerechte zu erkennen ist Aufgabe der Philosophen, weshalb diese auch zur Staatslenkung prädestiniert sind. Die Menschen sind also nicht gleich, sondern drei unterschiedlichen Gruppen zugeordnet: Regenten, Wächter, Bauern und Handwerker ("Lehr-, Wehr- und Nährstand"). Diese entsprechen im Einzelmenschen der Vernunft, den Emotionen und den Trieben. Platon denkt sich den Staat wie einen Menschen. Die Vernunft muß regieren, die Emotionen führen aus, die Triebe sorgen dafür, daß alles funktioniert. Platon setzt voraus, daß Menschen von Geburt an unterschiedlich sind. Gemäß der unterschiedlichen Begabung und Veranlagung müssen sie erzogen werden, um die unterschiedlichen Pflichten innerhalb des Staates wahrnehmen zu können. Dazu trennt man die Kinder von ihren Eltern; nicht taugliche Kinder werden nach dem Vorbild Spartas umgebracht. Es handelt sich bei Platos Vorstellung der Entwicklung von Mensch und Staat also um eine negative Selektion, ähnlich wie bei der herkömmlichen Tierzucht, wo einfach die unerwünschten Tiere von der Zucht ausgeschlossen wurden. Es geht um das Glück der Menschen. | Ein Mensch ist nur dann glücklich, und ein Staat auch nur dann gerecht, wenn seine drei Seelenteile bzw. Stände sich im Gleichgewicht befinden, wenn also jeder Teil die ihm obliegende Aufgabe übernimmt ( [...] "das tun, was einem jeden zukommt"). » Platon | | |
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