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Bericht Zu den Themen  Dressursport,  Trainingsmethoden,  Weltmeisterschaften · Leserresonanz
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 389.06 der Pferdezeitung vom 10.09.06
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3 Leserresonanzen zu Ausgabe 389 vom 10.09.06


Leserbrief  1939 zu Ausgabe  389
11.09.06



Rollkur / Beitrag zur Reit WM in Aachen

Hallo Herr Popken,

Ihr Bericht über die Rollkur spricht mir aus der Seele: unverantwortlicher, pferdeschädigender Unsinn. Daß man mit diesen Methoden Prüfungen gewinnt, ist doch wohl kein Argument - da können wir ja auch den Rennpferden Raketen zwischen die Backen schieben, wahrscheinlich gewinnen sie dann auch.

Schlimm, wenn die Tierquälerei Erfolg bringt. Und natürlich wird fleissig nachgeahmt, die kleinen Dressurprinzessinnen können das besonders gut. Schade, daß die Richter so wenig durchgreifen und vielleicht auch mal einen Reiter für die Saison sperren, wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Sportkameraden Pferd. Als pferdeliebender (Dressur-)Reiter bleibt in der Konsequenz nur eine Lösung: keine Turniere reiten!

Mit herzlichen Grüßen,
S. Brefort

PS: Könnten Sie bitte dieses Gedudel wieder von der Seite nehmen?
Guten Tag Frau Brefort,

herzlichen Dank für Ihren Leserbrief! Er ist veröffentlicht unter   Leserbriefe und ist als   Leserresonanz der Ausgabe zugeordnet.

Die Pferdezeitung ist vollkommen ohne Sound. Wenn Sie beim Betrachten der Pferdezeitung etwas gehört haben, stammt das von einer anderen Seite, die Sie vorher besucht haben.

Das passiert mir auch manchmal; ich öffne eine ganze Reihe von Fenstern, plötzlich dudelt das los und ich weiß nicht, welches Fenster der Übeltäter ist. Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden: alle Fenster der Reihe nach zu schließen. Sobald Ruhe einkehrt, hat man das richtige Fenster geschlossen.

Es kommt allerdings vor, daß der Krach überhaupt nicht abzustellen ist. In diesem Fall hilft nur eines: die Lautsprecher abstellen.

Die Werbewirtschaft versucht immer wieder einmal, auch über den Sound die Leser zu erreichen. Dann frage ich mich immer, ob die wissen, was sie tun. Denn viele Arbeitnehmer surfen während der Arbeitszeit, wogegen in den meisten Fällen vermutlich auch aus Arbeitgebersicht nichts einzuwenden ist. Sollte dann der Lautsprecher eingeschaltet sein, bekommt das ganze Büro mit, was der Betreffende tut. Selbst wenn dagegen keine Einwände bestehen, werden doch alle anderen gestört, und das möchte man meistens wirklich nicht. Eine solche Werbung ist also mit negativen Gefühl verbunden und deshalb kontraproduktiv - und vermutlich auch ganz unabhängig von sonstigen Einwänden.

Diejenigen, die ihre Homepage mit Klängen attraktiver gestalten wollen, denken vermutlich nicht darüber nach. Wenn sie die betreffende Musik schön finden, dann muß es jeder andere Besucher ebenfalls genauso oder noch mehr genießen. Aber vielleicht spricht es sich herum, daß das nur in den seltensten Fällen so sein wird. Möge dieser Leserbrief dazu beitragen.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Popken


Leserbrief  1936 zu Ausgabe  389
12.09.06


Rollkur / Beitrag zur Reit WM in Aachen

Hallo, Herr Popken.

Mit Freude habe ich gesehen, dass auch Ihre Pferdezeitung sich dem Thema Reit-WM Aachen / Rollkur gewidmet hat. Wie Sie im Anhang sehen, konnte ich es mir nicht verkneifen, auf einen kurzen Beitrag im WDR in der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" zu reagieren. Es ist zwar immer nur die Spitze des Eisbergs, wie ich sie in wenigen Sätzen auch nur anreißen konnte, weil ich weiß, wie wenig Zeit eine Redaktion für Beiträge hat, die schon gelaufen sind, doch die Frage nach Pferden wie Shutterfly sollte gestellt werden und das habe ich getan. Auch ich habe mich gewundert, dass St. Georg die Rollkur angesprochen hat, jedoch nur die Niederländer ins Fadenkreuz zu rücken, ist fahrlässig in meinen Augen, denn Reiter wie Heike Kemmer und Nadine Capellmann machen das ganz offensichtlich auch…

Vielleicht haben Sie kurz Zeit für meinen Text? Inzwischen äußern sich ja auch erfahrene Biologen wie Dr. Renate Vanselow (VFD) kritisch über die Methoden von Monty Roberts, Andrea Kutsch und Linda Weritz, das wurde auch Zeit!

Herzliche Grüße
Karola Bady
Redakteurin
» www.pferde-auf-die-couch.de

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Karola Bady [mailto:redaktion@karolabady.de]
Gesendet: Mittwoch, 6. September 2006 12:40
An: 'tiere@wdr.de'
Betreff: Beitrag zur Reit WM in Aachen

Sehr geehrte Redaktion von Tiere suchen ein Zuhause.

Mit großer Spannung habe ich am Sonntag Ihren Beitrag über die Reit-WM in Aachen erwartet und verfolgt. Ehrlich gesagt, kritische Anmerkungen habe ich von einer Redaktion im WDR, der sonst sehr kritiklos über die Reitturniere berichtet, nicht erwartet, und war deshalb hocherfreut, dass Sie sich diesem schwierigen Thema im Ansatz gewidmet haben! Klasse! Danke. Hoffentlich nimmt sich der Großteil der Reiter und Pferdebesitzer Ihre Worte etwas mehr zu Herzen.

Als Redakteurin habe ich sieben Jahre lang für Sport Bild diese Szene kritisch beobachtet und dem einen oder anderen Reiter das Leben schwer gemacht, wenn er nachweislich seinem Tier Schaden zugefügt hat (u.a. Rene Tebbel und Publikumsliebling Hugo Simon, denn das Publikum war ganz allgemein nicht in der Lage, das Verhalten dieser Reiter gegenüber ihren Pferden entsprechend zu würdigen. Wer so mit einem Pferd umgeht, der gehört ausgepfiffen von echten Pferdefans).

Was ich während dieser Zeit im Pferdesport gesehen habe führte dazu, dass ich meinen Beruf als Redakteurin aufgegeben und ein Studium zur Verhaltenstherapeutin für Pferde gemacht habe, wobei ich meine Erfahrungen in der Kommunikation von Menschen gut in die Vermittlung bei der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd einfließen lassen kann. Trotzdem stehe ich dem Hype um Monty Roberts und Andrea Kutsch skeptisch gegenüber. Dazu will ich mich hier aber nicht auslassen.

Mit dem Tierarzt, Dr. Michael Düe, habe ich auch schon in dieser Sache gearbeitet und bewundere ihn für seine Standhaftigkeit innerhalb FN und DOKR. Aktuell zur Reit-WM in Aachen habe ich dennoch einige Sätze für Sie aufgefangen und kommentiert, die Ihnen ganz sicher wichtige Anhaltspunkte vermitteln werden. Vor allem mit dem Verhalten des Pferdes Shutterfly habe ich mich ausführlicher befasst. Wenn Sie mögen, lesen Sie doch ganz kurz, worum es mir geht:

Beim Reitwettbewerb CHIO 1999 wurde ein Amerikaner mit lebenslangem Startverbot in Aachen bestraft. Der Springreiter hatte die Bandagen seines Pferdes mit Nägeln präpariert. Als Konsequenz wacht seit 2004 beim ALRV, dem Veranstalter der Reitwettbewerbe in Aachen ein Ethikbeauftragter über den Sport - jetzt erstmals auch bei einer Reit-WM.

(das war doch nicht etwa Ward McLean? Der startete nämlich in Aachen für die USA. Die Verurteilung eines amerikanischen Reiters in Aachen bereits 1996 mag auch Ursache für die Strafverfolgung von Ulrich Kirchhoff / Jus de Pommes in Atlanta gewesen sein. Woran der Fuchs wirklich gestorben ist, nachdem er übereilt nach Hause geflogen wurde trotz schwerer Kolik, darüber wurde erfolgreich ein Mantel des Schweigens gedeckt!)

Professor Arno Gego: Wir wollen entschlossen gegen Pfuschereien vorgehen und ein Zeichen setzen für Fairplay. Ein Beispiel: Am ersten Wettkampftag der WM hat ein Spanier im Distanzreiten gewonnen. Noch nicht ganz über die Ziellinie, springt er vom Pferd, läßt das wie ein Motorrad in der Ecke stehen und sich selber als Held feiern. Das hat mir sehr missfallen. Den habe ich mir nachher geschnappt und habe ihm gesagt: Den Stil akzeptieren wir in Aachen nicht. Mag sein, das ich da empfindlich bin. Aber an erster Stelle hat doch wohl das Pferd gewonnen. Das ist so ein Fall, wo ich ungebeten auftrete und wenn sie das ein paar Mal machen, dann wirkt das auch.

(Und was ist mit Meredith Michaels-Beerbaum und Shutterfly? Hat sie sich nicht auch einfach abseits gehalten im Finale mit Pferdewechsel, als Shutterfly sich nicht satteln ließ? Hat sich mal jemand gefragt, wieso Shutterfly wirklich so reagiert? Wenn ein Pferd seinem eigenen Reiter misstraut, den wir getrost als Piloten bezeichnen dürfen, weil kaum ein Spitzenreiter noch ein Verhältnis zu dem Pferd hat, das er oder sie gerade unter dem Sattel hat, dann stimmt da was nicht! Inzwischen haben die Spitzenpferde höchstens noch ein Vertrauensverhältnis zu ihren Pferdepflegern, kaum zum Reiter! Meredith ließ Shutterfly nach jedem Springen auch einfach so stehen! Apropos Koller und Shutterfly:) Gego: Wir müssen die Qualität des Turniersports fördern, wir haben zu wenige Turnierorte wie Aachen. Pferdesport ist ein Natursport, aber es gibt zu wenig Naturplätze, mit Naturhindernissen, mit Grün, mit Wasser, mit Bäumen und Blumen. Ein Sandplatz ist doch langweilig. Auch die Ausbildung muß unter solchen Bedingungen stattfinden. Die Pferde müssen doch jeden Tag nach dem Training ins Gelände. Da wo Bäume sind, wo Pferde auch mal einen Mähdrescher sieht oder die Feuerwehr. Dann kriegen die auch keinen Koller, wenn am Viereck ein Vögelchen ist oder jemand einen Regenschirm hat.

(nach dem Prinzip bilde ich über zwanzig Jahre junge Pferde aus und korrigiere "Problempferde". Diese Turnierplätze gibt es übrigens sehr wohl! In der Disziplin Vielseitigkeit. Diese Sportstätten werden von Dressur- und Springreitern allerdings gemieden und trotzdem auch der Stützpunkt in Warendorf über ein gutes Gelände verfügt, habe ich dort selten Dressur- und Springreiter getroffen, sondern nur meine Kollegen aus der "Buschreiterei". Aussagen wie die von Nicole Uphoff, die angeblich mit ihren Pferden in Warendorf ins Gelände und ins Wasser ritt, halte ich für Lippenbekenntnisse. Wenn überhaupt jemand mit den Pferden ins Gelände geht, dann sind es die Bereiter oder Pferdepfleger der Stars. Immerhin etwas!)

Hoffentlich habe ich Sie jetzt nicht überfallen mit so einer langen Mail. Es war mir einfach ein Bedürfnis, weil ich Ihre Sendung sehr schätze.

Mit freundlichen Grüßen
Karola Bady
» www.pferde-auf-die-couch.de


Leserbrief  1942 zu Ausgabe  389
13.09.06



Weltreiterspiele

Hallo, Herr Popken,

tja, der Fußball. Ich muß doch ganz dringend darauf hinweisen, daß es auch Leute gab, denen der Fußball so was von egal war. Nach diversen Abenden, die ich mit Kopfhörer auf den Ohren verbringen mußte, um teilweise bis zu sechsstündige Huperei der Autokorsos nicht permanent zu hören, bin ich vom Fußballgleichgültigen zum Fußballhasser aufgestiegen. Ganz abgesehen davon, daß ich schon Monate vorher mit diesem Schmarren belästigt wurde. Aus dem Bekanntenkreis mußte ich mir anhören, daß ich wohl nicht patriotisch wäre, somit habe ich nun ein paar Bekannte weniger.

Aber davon haben wir es ja gar nicht, sondern von den Weltreiterspielen, die ich mir auch nicht angesehen habe. Grund ist unter anderem die Verquickung von Geld und Sport. Wenn ich mir die Summen ansehe, die da dranhängen, wird mir schlecht und ich denke dann auch, daß ohne Rücksicht auf die Pferde agiert wird. Das zeigen ja schon Begriffe wie Rollkur und - man erinnert sich - Barren.

Damals wie heute wurden Experten eingesetzt, um zu klären, ob Barren oder die Rollkur schädlich, schmerzhaft, quälend sind. Damals ist nicht viel passiert, Herr Schöckemöhle ist ja auch immer noch im Geschäft wie viele ertappte Reiter auch. Diesmal wird auch nichts passieren. Die am meisten Betroffenen können nichts sagen.

Ein weiterer Punkt ist die Haltung. Dick bandagiert und eingedeckt stehen die Stars in den Boxen, haben aber seltsamerweise dauernd Verletzungen. So sicher scheint die Box nicht zu sein, oder? Meine Stute ist ganzjährig draußen und das einzige, was sie in sechs Jahren anbrachte, war ein Biß und eine kurze Lahmheit nach einer Schlägerei. Man kann sich übrigens auch gleich denken, wie diese Supertiere gezüchtet werden, aber das Thema hatten wir ja schon...

Und es wird nichts dazugelernt, viel schlimmer noch, viele Wochenend-Turnierreiter übernehmen die falsche Haltung der Stars. Da werden Pferde, die bisher ganz normal gehalten wurden, eingedeckt in die sowieso zu warme Box gestellt und nur noch zum Reiten (in der Halle natürlich!) rausgeholt oder - Wunder der Technik - aufs Laufband oder in die Führmaschine gestellt. Es ist ja nicht strafbar, ein Pferd verblöden zu lassen. Mein Pferd muß derweil Geländeunebenheiten überwinden und ohne Decke Regen, Wind und Sonne überleben. Es läßt sich allerdings von einer laufenden Kreissäge nicht aus der Ruhe bringen, während die Turniercracks beim Husten einer Maus kopflos davonstürmen.

Immerhin wurde diesmal etwas genauer bei der Gesundheit der Pferde hingeschaut und damit fielen schon einige aus. Richtig so! Trotzdem blieb eine Pferdeleiche zurück und wieder bei den Distanzreitern.

Und außerhalb der Reitszene? Nun, wie schon öfters erwähnt, hat der Reitsport außerhalb der Reitszenen einen katastrophalen Ruf. Das einzige, was von Außenstehenden noch einigermaßen gnädig angesehen wird, ist Dressur und Fahrsport. Galopprennen (ok, fällt hier weg, gehört aber auch zum Pferdesport), Springen und Distanzreiten werden ganz anders betrachtet, nämlich unter dem Verdacht der Tierquälerei.

Viele Turnierpferde leiden tatsächlich unter Magengeschwüren und viele werden nicht sehr alt. Ein Pferd mit 20 Jahren oder mehr ist da schon eine Sensation.

Und noch eine kleine unsportliche Anmerkung: wer sein Pferd Lord´s Classics wegen des Sponsors mit dem Namen Noltes Küchengirl straft, der hat es nicht anders verdient, als zu verlieren, so!

Licorno



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Es ist jetzt der 10.01.2009, 00:07, GMT +01:00
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Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
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©1999-2006 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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