
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 15 Von › Heidi Keppel
In meinem letzten Tipp habe ich über Hufabszesse und ihre schulmedizinische Behandlung gesprochen, während ich im aktuellen Tipp homöopathische Therapiemöglichkeiten für diese Erkrankung vorstellen möchte. Diese können sowohl der Unterstützung von herkömmlichen Behandlungsmethoden dienen, als auch unabhängig von diesen wertvolle Dienste leisten, wobei in fast allen Fällen eine völlige Heilung erreicht werden kann. Hepar sulfuris ist eines der wichtigsten Mittel, wenn es um Abszesse bzw. allgemein um Eiterungen geht. In niedrigen Potenzen (D6, D8) fördert es die Abszessreifung und die Eröffnung nach außen, sodass der Eiter abfließen kann. Die Hochpotenzen (D30, C30) hingegen helfen dem Organismus, die Eiterung soweit wie möglich innerlich abzubauen. Mittlere Potenzen (D12, D15) vereinen beide Eigenschaften in sich und werden deshalb von mir bevorzugt verwendet. Bisweilen kann es allerdings durchaus sinnvoll sein, unterschiedliche Potenzen nacheinander zu verwenden oder verschiedene Potenzen miteinander zu kombinieren. Diesbezüglich unerfahrene Pferdebesitzer sollten sich hierbei aber unbedingt von qualifizierten Fachleuten (homöopathisch geschulte Tierärzte oder Tierheilpraktiker) beraten lassen, denn nicht nur bei der Potenzierung, auch bei der Dosierung sollte auf den individuellen Krankheitsfall eingegangen werden. Generell kann man jedoch davon ausgehen, dass Hepar sulfuris in wenigen Tagen, oft sogar schon in einigen Stunden, einen dudurchschlagenden Erfolg erbringt, wobei im hochakuten, besonders druckschmerzhaften Stadium meist nur wenige Gaben (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli von niedrigen bzw. mittleren Potenzen) im zweistündigen Abstand vonnöten sind, um den Abszess zu entleeren. Ein innerlicher Abbau von Eiter dauert hingegen immer etwas länger und erfordert damit bedeutend mehr Geduld. Es werden dazu hohe oder mittlere Potenzen in derselben Dosierung 1-2mal täglich über mehrere Tage verabreicht. Extrem starke Eiterungen können auf diese Weise aber nur selten vom Körper bewältigt werden, sodass eine Entleerung nach außen angestrebt werden sollte. Schafft Hepar sulfuris die Eröffnung des Abszesses alleine nicht, kann man zur Unterstützung Myristica sebifera D3 geben, eine Arznei, die den Spitznamen ‚homöopathisches Messer’ trägt, weil sie diesbezüglich eine beinahe hundertprozentige Erfolgsrate aufweisen kann. Meist platzt der Abszess schon nach 2-3 Gaben im stündlichen Rhythmus (jeweils 15 Tropfen oder Globuli) in gewünschter Weise auf. Entleert sich hierbei dicker, gelber Eiter, der bevorzugt nach altem Käse stinkt, ist eine weitere Behandlung mit Hepar sulfuris D12 (2mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli) so lange nötig, bis die Eiterung völlig abklingt oder ihren Zustand ändert, also eine andere Farbe bzw. Konsistenz annimmt. Letzteres erfordert eine neue Arzneimittelwahl, wenn man eine völlige Ausheilung erreichen will. Welche Homöopathika hierbei in Frage kommen, erfahren Sie dann nächste Woche von mir.
Siehe auch › Autoren-Messeseite
|