Reitgerte und Peitsche, klassische Hilfsmittel aus der Reiterszene, gelten in der BDSM-Szene als ausgezeichnete Hilfsmittel zur Erzeugung der entsprechenden Dominanz-Situation und von Schmerzen, wobei interessanterweise sicherheitsrelevante Informationen beigebracht werden: | Das sehr breite Spektrum unterschiedlichster BDSM-"Spielzeuge" sowie angewandter physischer Manipulations- und Kontrolltechniken macht häufig ein umfangreiches, zur jeweiligen Session passendes Detailwissen aus so unterschiedlichen Gebieten wie Anatomie, Physik oder auch Psychologie notwendig. [...] Beim Einsatz von Gerten oder Peitschen kann das motorische Können und das anatomische Wissen den Unterschied zwischen einer befriedigenden Session, äußerst unangenehmen Erfahrungen und schweren körperlichen Schäden ausmachen. Um einen psychologischen Absturz des Bottoms frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit zu vermeiden bzw. um ihn nach einem solchen Absturz "aufzufangen", ist es wichtig, dessen Reaktionen einfühlsam zu verfolgen und entsprechend zu reagieren. Wikipedia: » BDSM, Literaturhinweise dort | | | Immerhin! Der Schläger soll sich um den "Bottom" kümmern und sich in diesen einfühlen - es geht nämlich darum, daß beide zu ihrer Lust kommen - anscheinend funktioniert Lust bei diesen Leuten aber nicht anders als mit einer etwas aufwendigen und merkwürdigen Inszenierung mit dem ausdrücklichen Risiko einer äußerst unangenehmen Erfahrung und schweren körperlichen Schäden. Um Gottes willen! So was soll schön sein? Die in diesem Zusammenhang praktizierten "Spiele" werden in anderem Zusammenhang als schwere Folter und menschenverachtende Demütigung gewertet, dann nämlich, wenn nicht beide Parteien zustimmen. Unter diesen Umständen soll plötzlich der "Bottom" für sein Leben geschädigt sein. Wie kann man es sich erklären, daß jemand so etwas freiwillig mit sich machen läßt? Übrigens gilt dasselbe ja auch für den "Top". Der Folterknecht bleibt in seiner Seele nicht unberührt, sondern trägt seinerseits einen schweren Schaden davon. Die Selbstmordrate der ehemaligen Soldaten in den USA spricht eine deutliche Sprache. Folterungen werden - so die allgemeine Meinung - als unmenschlich grundsätzlich abgelehnt, wobei in erster Linie das Opfer und so gut wie gar nicht der Täter betrachtet werden; vermutlich nimmt man an, daß der Täter bei seinem Tun noch Lust empfindet und sich in seiner "etwas anderen" Sexualität ausleben kann und andernfalls seine Mitwirkung versagen könnte, was im militärischen Kontext allerdings vermutlich selten zutreffen dürfte. Möglicherweise ist aber der Täter genauso Opfer, nämlich Opfer des Systems, das die Folterung von ihm verlangt. Die Folterknechte werden angeklagt, alle zeigen mit dem Finger auf sie, aber vielleicht sind sie ebenso zu bedauern und für das Leben gebrochen wie die eigentlichen Opfer. Bei diesem Sachverhalt glaubt man jedenfalls, objektiv urteilen zu können und ist sich sicher, daß die ganze Angelegenheit eine fürchterliche und schlimme Sache ist, die eigentlich gar nicht vorkommen dürfte. Bei den sexuellen Spielarten hingegen spricht man der Öffentlichkeit dieses objektive Urteil ab. Was für den außenstehenden Betrachter eine fatale Ähnlichkeit mit Demütigungen und Folterungen hat, wird als persönliche Freiheit verteidigt und Toleranz eingefordert. Pornofilme werden inzwischen als "Informationsangebote" bezeichnet. Ob diese Umetikettierung wohl etwas bezwecken soll? Interessanterweise dürften die meisten Szenen, die man in der Porno- und Sexindustrie geboten bekommt, nicht ganz freiwillig zustandegekommen sein. Zum einen gibt es gerade dort das moderne Phänomen der wirklichen und echten Sklaverei inklusive Verschleppung und Menschenhandel, zum anderen kann man auch dann von Versklavung sprechen, wenn das Opfer aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, sich zu erniedrigen und mißbrauchen zu lassen, wobei man davon ausgehen kann, daß sich auch die "Täter" im Porno prostituieren und im Grunde genauso erniedrigt und mißbraucht werden, für das Geschäft nämlich, das der Produzent oder der Zuhälter macht. So ist man sich allgemein einig, daß beispielsweise der Sextourismus nach Asien diese Strukturen fördert und vielleicht erst ermöglicht. Die Nachfrage bestimmt also das Angebot, wie immer. Der Ausbeuter ist also auf jeden Fall verantwortlich. Sobald aber derjenige, der ausgebeutet und mißbraucht wird, sich "freiwillig" ausbeuten und mißbrauchen läßt, soll plötzlich alles sauber und in Ordnung sein - nicht nur das, sondern es soll sich um ein Menschenrecht handeln, um die Freiheit der Selbstverwirklichung, die durch öffentliche Paraden lautstark und deutlich eingefordert wird.
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