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Bericht Zu den Themen  Kommunikation,  Tierschutz · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 493.08 der Pferdezeitung vom 07.09.08
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 Ich bin der Größte 
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Die Disziplin Distanzreiten · © 2008
 
» Die Disziplin Distanzreiten
WM Aachen 2006, Distanzritt · © 2008
 
» WM Aachen 2006, Distanzritt

    Ich bin der Größte   
    Über den Sport und die Motivation des Menschen   
von   Werner Popken

Teil 1:  Tu Gutes und rede darüber
Teil 2:  Wo und wie kann ich Gutes tun?
Teil 3:  Spenden sind Glücksbringer
Teil 4:  Heilung und Linderung
Teil 5:  Zwang und Gewalt
Teil 6:  Immer feste druff
Teil 7:  Schmerz und Lust
Teil 8:  Doping und Befriedigung
Teil 9:  Das Glück der Erde


Zu den Themen Kommunikation, Tierschutz


Sport bewegt die Welt - der Sport ist deshalb auch ein riesiges Geschäft. Geschäfte basieren bekanntlich auf Angebot und Nachfrage. Würde niemand Fußball spielen, sich für Fußballspiele interessieren, gäbe es keinen » Fußball und auch kein Milliarden- oder Millionengeschäft mit dem Fußball (» 265 Millionen spielen weltweit Fussball).

Daß Pferdesport mit Sport zu tun hat, liegt zunächst einmal nicht auf der Hand. Niemand würde behaupten, daß Hund oder Katze, Goldfisch oder Kanarienvogel etwas mit Sport zu tun haben.

Man könnte sich also auch gut mit Pferden beschäftigen, ohne daß dies gleich in Sport ausarten würde. Schließlich geht man auch mit dem Hund spazieren oder läßt diesen an der Leine neben dem Fahrrad herlaufen, ohne daß das von jemand als Hundesport bezeichnet werden würde, obwohl doch Mensch und Hund ihre Körper dabei nachdrücklich bewegen und man diese Bewegung sogar mit einem gewissen Recht als Sport bezeichnen könnte.

So könnte also das Reiten oder das Fahren mit Pferden einen durchaus nicht-sportlichen Umgang mit Pferden bedeuten, wie auch die tägliche Arbeit des Bauern mit dem Pferd keinesfalls als Sport durchgehen würde. Zum Sport wird eine körperliche Betätigung erst dann, wenn sie einerseits zum Ziel hat, gewisse Grenzen der Behaglichkeit zu überschreiten - deutlich etwa im Fitneßstudio - oder aber zum ansonsten zweckfreien Wettbewerb ausartet.

Als Sport werden aber merkwürdigerweise auch Veranstaltungen bezeichnet, die mit körperlicher Betätigung nicht unbedingt etwas zu tun haben. Ich weiß noch, wie irritiert ich war, als ein alter Nachbar in New Orleans mich als junger Mann vor Jahrzehnten fragte, ob ich irgendwelchen Sport betreiben würde, was ich verneinte. Unglaublich fragte er: "No sport? You don't do any fishin'?" Ich konnte es nicht fassen - der alte Knabe bezeichnete Angeln als Sport!

Für mich mußte die körperliche Betätigung im Vordergrund stehen, die meiner Ansicht nach beim Angeln überhaupt nicht gegeben war; ich entgegnete, daß ich gelegentlich skilaufen würde. Das nun wiederum konnte der sich nicht vorstellen, Schnee kam in seinem Weltbild nicht vor. Neben Angeln ließ er als Sport noch die Jagd durchgehen, wo ich aber ebenfalls passen mußte. In beiden Fällen handelte es sich vermutlich bei ihm noch nicht einmal um einen Wettbewerb - dazu war er erstens zu alt und zweitens übte er seinen "Sport" immer mit denselben Kumpels aus. Wieso soll das ein Sport sein?

Aber da haben wir vermutlich schon den Wettbewerb - wer fängt dieses Mal den dicksten Fisch? Wer ist dieses Mal der Gewinner, der Superstar? Sport als Veranstaltung zur Profilierung, als Chance zur Ego-Beweihräucherung, als Gelegenheit, sich selbst für eine gewisse Zeit ein bißchen größer zu machen, sich großartiger zu fühlen, als man das gemeinhin tut. Sport kann man also auch als rein seelische Angelegenheit auffassen, als Aufbauprogramm für das Wohlbefinden. Ob das für uns ein wertvoller Hinweis ist?

In diesem Sinne wird zum Beispiel auch Schach als Sport bezeichnet und betrieben, obwohl die Schachspieler sich denkbar wenig körperlich betätigen, zumindest nicht beim Schachspielen. Dafür aber steht der Wettbewerb im Vordergrund, nicht so sehr die Spielfreude, was man bei einem Spiel wie Schach doch annehmen sollte. Aber in dem Moment, wo der Wettbewerb ins Spiel kommt, hört das Spiel auf, Spiel zu sein, und wird bitterernst. Wer dann Weltmeister ist, kann sich des Neids des Fußvolks gewiß sein. Ob ihm das wirklich was bringt?

Der Wettbewerb ist natürlich auch im Pferdesport entscheidend. Das Reiten im Gelände beispielsweise zählt eigentlich nicht als Sport, wenn nicht zugleich eine Distanz und sonstige Aufgabe bewältigt werden müssen, und zwar in der Konkurrenz. So gesehen kann man Pferde eindeutig als Mittel zum Zweck betrachten, denn man könnte die Strecke ja natürlich genausogut zu Fuß oder mit dem Mountainbike oder mit dem Motorrad oder dem Quad oder dem Allradler bewältigen, was tatsächlich auch alles gemacht wird. In diesem Sinne ist der Pferdesport als Wettbewerbsdisziplin noch sehr jung und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Militärreitern erfunden, die ihre Überlegenheit in Friedenszeiten unter Beweis stellen wollten.




Gewinner


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Strahlender Sieger · © 2008
 
» Strahlender Sieger
Wenn wir den gesamten Pferdesport nun unterteilen in den spielerischen Umgang - das Zusammensein mit dem Pferd aus Freude - und den sportlichen - die Arbeit mit dem Pferd, um sich in einem Wettbewerb zu beweisen - kommen wir der Angelegenheit vielleicht etwas näher: Wie können wir auf angemessene Weise mit dem Pferd umgehen? Können wir die Freude mit dem Wettbewerb verbinden, ohne die unangenehmen Begleiterscheinungen in Kauf nehmen zu müssen?

Der Druck, das Äußerste aus Pferd und Mensch herauszuholen, wächst natürlich mit den finanziellen Belastungen und Belohnungen, die ihrerseits wiederum durch erfolgreiches Marketing wachsen, was bekanntlich auch den Pferdesport betrifft. Die Verantwortlichen versuchen inzwischen an manchen Fronten schon ziemlich verzweifelt, diesen natürlichen und zwangsläufigen Entwicklungen gegenzusteuern (FN zum aktuellen Olympia-Doping:  "Es besteht unbedingt Handlungsbedarf").

Beim spielerischen Umgang mit dem Pferd gibt es typischerweise keine Gewinner, oder genauer gesagt: alle gewinnen. Der Mensch kann eigentlich nur dann seine Ziele erreichen und Freude haben, wenn das Pferd ebenfalls gerne mitmacht. Das universelle und unwiderstehliche Seelenbild für die gemeinsam mit dem Tier erreichte Glückseligkeit ist typischerweise der Galopp einer jungen Frau auf dem ungesattelten und ungezäumten Pferd, vorzugsweise am Meeresstrand.

Wenn dieses sich aber widersetzt und die Sache zu einem Kampf wird, macht die ganze Angelegenheit keinen Spaß mehr. Vielleicht haben die Pferdeflüsterer aus genau diesem Grund den Nerv der Zeit getroffen, denn sie sind gerade zu einem Zeitpunkt aufgetreten, als Menschen sich erstmals Pferde aus reiner Freude zugelegt haben und die Erfahrung machen mußten, daß das ersehnte Seelenbild sich überhaupt nicht realisieren lassen wollte, daß jede Stunde, jeder Tag mit dem Pferd die Diskrepanz zwischen Sehnsucht und Realität schmerzlich deutlicher werden ließ.

Davor waren Pferde überwiegend ganz eindeutig nur Mittel zum Zweck, sie wurden in der Landwirtschaft oder im Militär gebraucht, waren also ohnehin schon da und konnten nebenher gegebenenfalls noch für sportliche Wettbewerbe eingesetzt werden - so die zukunftsträchtige Idee des deutschen Zuchtfunktionärs Gustav Rau nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Wer sich damals ein Pferd zum Spaß hielt, um ab und zu einmal auszureiten, mußte schon sehr vermögend sein und setzte gewissermaßen die Tradition der Herrscher fort, die von ihrem Roß aus auf die Untertanen herabblickten.

Ende der siebziger Jahre jedoch stieg der allgemeinen Wohlstand dermaßen an, daß viele Menschen, die bis dahin nichts mit Pferden zu tun hatten, sich ein Pferd leisten konnten. Diesen Menschen mußte die Art und Weise, wie die vom Militär geschulten Ausbilder mit Pferden umgingen, in höchstem Maße mißfallen. Sowohl das Pferd als auch der Mensch wurden gequält und zusammengestaucht. Deshalb trafen Leute wie Klaus Ferdinand Hempfling mit ihren Visionen auf einen akuten Bedarf. Pferde und Menschen sollten beide gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Man interessierte sich plötzlich für das Wesen des Pferdes, um ihm gerecht zu werden und selbst mehr Zufriedenheit zu erlangen. Dieser Welt ist der Wettbewerb eigentlich fremd, hier wird eher gekuschelt.

Das ist allerdings eine falsche Wahrnehmung, denn Wettbewerb ist anscheinend ein ganz grundsätzlicher Mechanismus, der nicht nur den Menschen, sondern der ganzen Natur eigen ist und von ihr gar nicht getrennt werden kann. Unsere Welt ist tatsächlich ohne Wettbewerb gar nicht denkbar. Das hat » Robert Pirsig in seinem Kultbuch » Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten sehr köstlich herausgearbeitet: Qualität ist der Ursprung der Welt und identisch mit dem, was die Chinesen » Tao nennen. Es ist undefinierbar, liegt allem zu Grunde, erzeugt und bestimmt infolgedessen alles.

Diese Einsicht ist auch unserem Kulturkreis nicht fremd; wenn wir sagen: "Konkurrenz belebt das Geschäft", dann meinen wir damit, daß durch den direkten Vergleich die Kreativität und Energie aller Beteiligten angestachelt werden und infolgedessen auch alle gleichermaßen profitieren. Es ist also nicht so, wie Pessimisten befürchten, daß wenn einer gewinnt, der andere verlieren muß, sondern alle gewinnen, was moderne Theoretiker als » Win-Win-Situation bezeichnen.

Es ergibt sich nämlich merkwürdigerweise automatisch eine Spirale zum Guten, nicht zum Schlechten; dazu bedarf es des Wettbewerbs, denn das Bessere setzt sich nicht nur durch, sondern möchte sich zunächst einmal als das Bessere erweisen, und dazu muss es sich vergleichen können. Das geht normalerweise auch ohne groß angekündigten Wettbewerb, denn Wettbewerb findet im Grunde ununterbrochen statt, ob wir das wollen und wissen oder nicht.



Wettbewerb


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Spielerischer Wettbewerb · © 2008
 
Spielerischer Wettbewerb
Pat und Patachon als Blechfiguren · © 2008
 
» Pat und Patachon als Blechfiguren
Denn was heißt Wettbewerb? Wettbewerb bedeutet, daß mehrere Dinge oder Wesen oder Eigenschaften in irgendeiner Weise vergleichbar sind oder vergleichbar erscheinen und eine Entscheidung zwischen ihnen sinnvoll erscheint. Sobald das der Fall ist, ist es unmöglich, diese Option nicht wahrzunehmen oder zu vergessen. Ob man dann bewußt und ausdrücklich einen Gewinner oder Sieger proklamiert oder nicht, ist unerheblich. Der Wettbewerb hat nämlich so oder so stattgefunden, ob er angekündigt worden und man sich darüber bewußt geworden ist oder nicht.

Populär geworden ist dieser Gedanke durch die » Evolutionstheorie von » Charles Darwin, der angeblich die Idee vom Kampf aller gegen aller in die Welt gesetzt haben soll ("survival of the fittest"); der britische Biologe » Richard Dawkins hat den Gedanken sogar auf die Ebene der Gene verschoben, indem er diesen Egoismus unterstellt: » Das egoistische Gen. Gene haben nun mit Sicherheit kein Bewußtsein, stehen aber demnach trotzdem im Wettbewerb.

Wettbewerb findet auf diese Weise streng genommen nicht nur in der belebten, sondern auch in der unbelebten Natur statt, etwa bei der Vermischung zweier identischer Flüssigkeiten mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, beispielsweise Wasserlösungen mit unterschiedlichem Salzgehalt. Diese werden sich, sofern sie sich nicht vermischen, also einander von den unterschiedlichen Eigenschaften abgeben, auf unterschiedlicher Höhe absetzen. Was nun besser ist, die leichtere Lösung oben oder die schwerere Lösung unten, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab.

Aber auch das ist nichts Neues. Ist es nun für einen Mann besser, groß oder klein zu sein? Viele würden dazu neigen, daß Größe sticht - schließlich wählen die Frauen lieber die größeren Männer und lassen die kleineren eher links liegen. Wenn man sich aber die Großen der Weltgeschichte anschaut, kann man nicht übersehen, daß hierbei die kleineren Männer eindeutig in der Überzahl sind. Spitzfindige Psychologen haben daraus geschlossen, daß kleine Männer sich minderwertig fühlen und aus dieser Minderwertigkeit heraus enorme Energien mobilisieren, die sie dann schließlich "groß" machen. So gesehen ist körperliche Größe also eher ein Mangel und Minderwuchs von Vorteil.

Diese Art von Wettbewerb und Ausgleich findet ständig statt, beim Wetter, in der Natur und in der menschlichen Gesellschaft. Bis vor kurzem war noch ehernes Gesetz, daß Frauen zu Hause und erst recht in der Öffentlichkeit nichts zu sagen haben, sie waren von Rechts wegen nicht geschäftsfähig und mußten beispielsweise bis in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts in Westdeutschland ihren Mann fragen, wenn sie eine Arbeit aufnehmen wollten.

Inzwischen machen mehr Mädchen als Jungen Abitur, studieren mehr Frauen als Männer, wir haben eine Frau als Bundeskanzler, die ihren Job anscheinend sehr gut macht, und es würde mich nicht wundern, wenn es bald auch mehr weibliche Führungskräfte geben würde - Anzeichen dafür gibt es genug, etwa in der Wissenschaft (» "Die Zeit der Frauen ist angebrochen") oder in der Industrie: bei der » Adolf Würth GmbH & Co. KG hat die Tochter Bettina die Nachfolge bereits angetreten, bei der » Badische Stahlwerke GmbH wird es bald so sein - beides sind deutsche Vorzeigeunternehmen, die Schwächen erkannt, diese als Chance begriffen und daraus Stärken entwickelt haben:

Wie haben Sie diese Produktivität erreicht?

Indem wir in den zurückliegenden 25 Jahren enorm in Ausbildung und Weiterbildung investiert haben. Das haben wir von den Japanern gelernt, die damals eine doppelt so hohe Pro-Kopf-Leistung hatten. In Arbeitsorganisation und Ausbildung waren die uns weit voraus. Außerdem haben wir, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen, selbst an den vielen kleinen Schräubchen in der Produktionstechnik gedreht und uns nicht jedes Mal einen großen Anlagenbauer ins Haus geholt. Etliche Anlagen haben wir selbst gebaut, Automation und Roboter hier entwickelt und betriebssicher gemacht. Mit den Jahren wurden wir auch dadurch Kosten- und Technologieführer. Heute verkaufen wir anderen unser Know-how.

» Vom Biotop zum Weltmarkt

Ein Mangel kann also Energie und Kreativität freisetzen und dadurch zu einem Vorteil führen, der seinerseits wiederum diejenigen, die dadurch in Rückstand geraten, anspornt. Das wussten die Chinesen schon vor Tausenden von Jahren: das Orakelbuch » I Ging, auch genannt "Buch der Wandlungen", geht von einem ständigen Zyklus aus und warnt ausdrücklich, wenn ein Gipfel erreicht wird, weil nämlich anschließend notwendig der Abstieg erfolgt, während angesichts einer Talfahrt die Gewissheit geäußert wird, daß diese nicht ewig dauern könne und wiederum notwendig zu einem Aufstieg führen müsse.



Schurken


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Personenkult: Mao · © 2008
 
» Personenkult: Mao
Auch die Jugend beherrscht die Geste: schaut alle her, ich bin der Größte! · © 2008
 
» Auch die Jugend beherrscht die Geste: schaut alle her, ich bin der Größte!
Erst allmählich begreifen wir, daß die Grenzen der menschlichen Erfindungskraft noch keineswegs erreicht sind, im Gegenteil: erst die Schwierigkeiten und der Mangel öffnen die Türen zu ungeahnten neuen Möglichkeiten. So gesehen muß man Herausforderungen und Probleme begrüßen und sogar herbeiwünschen, wenn sie sich nicht automatisch einstellen würden, weil sonst die Kreativität nicht herausgefordert werden würde und ein Fortschritt unmöglich wäre.

Wie würde sich die Welt entwickeln, wenn alle Energien und Ressourcen, die heute in destruktive Aktivitäten investiert werden (Terror, Krieg, Drogenverbrauch, Mobbing usw.), zu positiven Aktivitäten führten? Diese Frage ist natürlich ebenfalls nicht neu und immer wieder gestellt worden: eine der ältesten überlieferten » Utopien ist die » Politeia » Platons, die vor etwa 2700 Jahren geschrieben wurde - abgesehen von den Utopien, die sich in den religiösen Überlieferungen der Menschheit niedergeschlagen haben. Ich schließe daraus, dass es sich hierbei ebenfalls um eine menschliche Sehnsucht handelt, die trotz aller negativen Erfahrungen nicht unterzukriegen ist, offenbar weil der Mensch spürt, daß diese Sehnsucht durchaus das Potential zur Realisierung hat. Die Schwierigkeiten sind zwar enorm und mögen unüberwindbar erscheinen, aber vermutlich sind sie es nicht.

Die bösen Buben, die für das Elend und Leid der Welt zumindest in Teilen verantwortlich sind, sehen durchaus, daß ihre Rolle erbärmlich und scheußlich ist - wie sonst wäre es etwa zu erklären, daß einer, der im Verbrechen eine Spitzenposition erreicht hat, für seinen Sohn eine bürgerliche Laufbahn vorzieht?

SPIEGEL ONLINE: Wie sollen wir Sie als Boss ansprechen?
Capo: Ich bin ein Medaglione, der höchste Grad, den man bei uns erreichen kann. Nennen Sie mich doch einfach Fedele. [...]
SPIEGEL ONLINE: Wissen Ihre Frau und Ihre Kinder eigentlich, womit Sie Ihr Geld verdienen?
Capo: Sie sehen es. Sie wissen es. Aber sie sagen nichts.
SPIEGEL ONLINE: Soll Ihr Sohn einmal den gleichen Weg gehen?
Capo: Nein. Ich möchte, dass er Arzt wird oder Anwalt.

» "In Deutschland fühlen wir uns sehr wohl"

Recht hat der Mann, denn das Böse hat keine Zukunft. Bisher sind alle Verbrecher ausnahmslos gescheitert - ob man sie als solche gesehen hat oder nicht - die berühmten Staatsmänner » Napoleon, » Hitler, » Stalin und » Mao, um nur ein paar zu nennen, die besonders viele Menschen auf dem Gewissen haben, sind gute Beispiele für meine These: es sind arme und verzweifelte » Loser, die nicht wussten, wofür es sich lohnt zu kämpfen, und die dafür einen hohen Preis bezahlt haben, indem sie sich mit unglaublicher Schuld beluden, was ihre Seele zweifellos exakt registriert hat. Man möchte nicht in ihrer Haut gesteckt haben.

Stalins Tochter Swetlana Allilujewa wurde zu dem sterbenden Diktator auf dessen Datscha in Kunzewo gerufen und sagte über Stalins Ende: "Vater starb schrecklich und schwer. Gott gibt den Gerechten einen leichten Tod."

» Stalin

Man kann sich nicht selbst betrügen, der Moment der Wahrheit kommt, er kommt im Schlaf, der Alpträume produzieren kann (sehr schön inszeniert, aber nicht thematisiert in » Ingmar Bergmans Alterswerk » Sarabande, der Fortsetzung von » Szenen einer Ehe), er kommt spätestens beim Tod.



Depression


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Dürer: Ritter, Tod und Teufel (Ausschnitt) · © 2008
 
» Dürer: Ritter, Tod und Teufel (Ausschnitt)
Man muß vor dem Tod keine Angst haben, wie schon » Epikur bemerkte:

Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.

» Epikur

Der gute Philosoph hat leider zwei ganz wesentliche Einzelheiten übersehen, wofür er aber nicht gescholten werden soll, weil das nicht offensichtlich und schon gar nicht durch bloßes Denken zu ergründen ist: erstens darf man annehmen, daß der Sterbende, bevor der Tod eintritt, bei vollem Bewußtsein, über sich selbst richtet, indem er sein ganzes Leben noch einmal wertend erlebt (» Nahtod-Erfahrung), und zweitens ist die Seele unsterblich, sie schleppt also gegebenenfalls eine gewaltige Hypothek mit sich, an der man nicht tragen möchte - wobei die moderne Wissenschaft natürlich gar nicht weiß, was die Seele ist, und insofern darüber nichts aussagen kann, sondern lieber den bequemen Ausweg wählt und deren Existenz kurzerhand leugnet.

So schön kann das Resultat eines Verbrechens gar nicht sein, daß es sich angesichts des Todes lohnen könnte - leider denkt niemand daran, wenn er seiner Seele etwas antut. Denn wenn auch im Leben nichts gewiß ist, so doch eines: Sterben müssen wir alle, todsicher, ausnahmslos. Mediziner, die sich mit Sterbenden beschäftigen, wissen genau, wie sich das anfühlt:

Was Marcus Schlemmer und Matthias Gockel beschreiben, ist ein Kulturwandel: Von einer Medizin, deren oberster Zweck es ist, Leben zu verlängern, zu einer Medizin, deren Ziel es ist, die Leiden der Patienten zu lindern. Es ist ein Prozess, der Ärzten und Schwestern einiges abverlangt, zum Beispiel, existenzielle Fragen nicht mit medizinischem Fachwissen abzutun. "Man muss in der Lage sein, sich mit seinem eigenen Tod auseinanderzusetzen", sagt Marcus Schlemmer. "Wer das verdrängt, kommt mit der Situation nicht zurecht. Man kann sich nicht emotional abschotten wie ein Chirurg. Die Erfahrung, täglich mit sterbenden Menschen umzugehen, beeinflusst mein Leben. Wir lernen hier von den Patienten, dass am Ende das Sportboot, die Villa oder der Titel als Universitätsprofessor nicht das Wesentliche sind, sondern die Begegnungen mit Menschen."

» Zeit zu leben, Zeit zu sterben

Die negative Aussage ist sicherlich richtig und überhaupt nicht neu und überraschend, sondern im Gegenteil altbekannt: alles Irdische ist eitel. Die positive Aussage ist hingegen etwas merkwürdig. Ob der Arzt die Sache schon richtig verstanden hat? Freilich, wo und von wem könnte er erfahren, worauf es wirklich ankommt? Seine Sterbenden wissen es doch auch nicht, sie wissen inzwischen nur, was es mit Sicherheit nicht ist.

Womit ich wieder bei meiner Frage bin: Was sind die Beweggründe, die Menschen antreiben, warum streben sie alle nach oben, warum wollen sie alle die Größten sein, koste es was es wolle, warum spannen sie unter Umständen rücksichtslos Tiere für ihre Zwecke ein?

Die Antwort ist meines Erachtens ziemlich einfach. Es ist immer dasselbe, und das kann auch gar nicht verwundern, weil wir im Grunde alle gleich sind. Zwar haben wir ganz verschiedene Anlagen mitbekommen und unterschiedliche Erfahrungen gemacht und daraus wiederum ganz unterschiedliche Schlüsse gezogen, so daß wir in jeder Hinsicht ganz individuell sind, nämlich insofern als keine zwei Menschen einander gleichen, weder heute noch in der Vergangenheit noch in der Zukunft.

Zudem ist jeder in seinem Körper eingeschlossen, kann also nur für sich sprechen und nur bedingt für den anderen. Das ist auch richtig so, weil jeder, zumindest als Erwachsener, nur für sich selbst verantwortlich sein kann. Was bei Kindern als natürlicher Egoismus gilt und für dieses Alter durchaus entschuldigt wird (» Kleinkinder können nicht fair sein), findet sich jedoch auch bei Erwachsenen gleichermaßen, und zwar durchgängig:

Ich, ich, ich! Ich, ich, ich! Ich bin der Größte! Ich zeige euch allen, daß ich besser bin! Ich will gewinnen! Ich will im Rampenlicht stehen, ich will auf dem Treppchen ganz oben sein, ich möchte mich - einmal wenigstens, am besten aber für immer - überlegen fühlen, glücklich sein, mich entspannen können. Manchmal verkleidet sich der Ehrgeiz auch als: Ich bin der Geringste unter euch, ich bin am demütigsten, ich opfere mich am meisten auf - es ist zu offensichtlich, daß auch hier derselbe Mechanismus am Werke ist, lediglich mit anderem Vorzeichen.

Nun könnte man den warnenden Zeigefinger erheben und "böse, böse, böse" rufen, aber das wäre ganz unangemessen, denn diese Eigenschaft des Menschen ist höchst interessant und kann sowohl Gutes wie auch Böses bewirken. Warum das so ist, und was das für die Pferdewelt bedeutet, kann ich erst im nächsten Artikel dieser Folge erörtern.



Quellen / Verweise


  1. » Fußball
  2. » 265 Millionen spielen weltweit Fussball
  3.  "Es besteht unbedingt Handlungsbedarf"
  4. » Robert Pirsig
  5. » Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten
  6. » Tao
  7. » Win-Win
  8. » Evolutionstheorie
  9. » Charles Darwin
  10. » Richard Dawkins
  11. » Das egoistische Gen
  12. » "Die Zeit der Frauen ist angebrochen"
  13. » Adolf Würth GmbH & Co. KG
  14. » Badische Stahlwerke GmbH
  15. » Vom Biotop zum Weltmarkt
  16. » I Ging
  17. » Utopie
  18. » Politeia
  19. » Platon
  20. » "In Deutschland fühlen wir uns sehr wohl"
  21. » Napoleon
  22. » Hitler
  23. » Stalin
  24. » Mao
  25. » Loser
  26. » Ingmar Bergman
  27. » Sarabande
  28. » Szenen einer Ehe
  29. » Epikur
  30. » Epikur
  31. » Nahtod-Erfahrung
  32. » Zeit zu leben, Zeit zu sterben
  33. » Kleinkinder können nicht fair sein
  34.  Tu Gutes und rede darüber, Spenden für den guten Zweck - Bexter Hof Open freut sich auf Ihren Besuch
      Ausgabe 479 · Teil 1
  35.  Wo und wie kann ich Gutes tun?, Die Umsetzung des Philanthropie-Konzepts
      Ausgabe 480 · Teil 2
  36.  Spenden sind Glücksbringer, Kontakte, Schicksale, Initiativen und Integration
      Ausgabe 484 · Teil 3
  37.  Heilung und Linderung, Fallgeschichten und Randbedingungen des Pferdeeinsatzes im Gesundheitswesen
      Ausgabe 485 · Teil 4
  38.  Zwang und Gewalt, Springsport, Stierkampf und Bewußtseinswandel
      Ausgabe 486 · Teil 5
  39.  Immer feste druff, Über Gewalt in der Erziehung beim Menschen und beim Tier
      Ausgabe 487 · Teil 6
  40.  Schmerz und Lust, Wie Hilfsmittel aus der Pferdeszene genutzt werden können
      Ausgabe 490 · Teil 7
  41.  Doping und Befriedigung, Menschliche Bedürfnisse und die Hölle der Pferdemädchen
      Ausgabe 491 · Teil 8
  42.  Das Glück der Erde, Über das Lernen, Erziehung und die Glückseligkeit
      Ausgabe 492 · Teil 9


Abbildungen

  Werner Popken und wie angegeben



Messeseite: Lobback


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Rudolf K. Lobback
ist Peitschenmacher von Beruf.

Noch Anfang der fünfziger Jahre gab es Hunderte von Peitschenfabriken, heute wird meistens Fabrikware geliefert. Nicht so bei Lobback.

Links ein Eindruck von der Peitschenpräsentation auf der Equitana ' 99. Lobback stellt auf großen Messen und Turnieren aus und kommt dort in Kontakt mit Reitern und Fahrern aus aller Herren Länder, vom Amateur bis zum Spitzensportler.

Bei Lobback findet auch der anspruchsvolle Kunde sein Produkt. Rudolf Lobback nimmt sich Zeit für eine ausführliche Beratung. Er kennt sich in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen aus und kann die erforderlichen Produkte anbieten.

Aber auch Qualitäten für den täglichen Einsatz in solider Verarbeitung werden im Sortiment nicht vernachlässigt. Bei aller Sorgfalt und Qualitätspflege ist es für Lobback wichtig, ein faires Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten.

Kontakt
Rudolf K. Lobback Peitschenhandwerk
OT Prisser, Schmarsauer Str. 45 29451 Dannenberg (Elbe)
E-Mail   Rudolf K. Lobback » Pferdezeitung.com/Lobback
Tel. 0 5861/2564 Fax 0 5861/6827

 

 
Messeseite » Lobback · Peitschenmacher
Lobback baut liebevoll Gerten und Peitschen - eine Vorschau
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Editorial: Bookcrossing


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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
07.09.2008

Bookcrossing

In der letzten Woche habe ich mich noch gewundert, was die merkwürdigen Inserate sollen, die jemand mit völlig unsinnigem Inhalt aufgegeben hat. Zwei Stunden später klärte sich der Spuk auf. Die Testphase war offenbar beendet.

Ab sofort wurde die Pferdezeitung zunächst regelmäßig alle 11 min beschossen; das sind mindestens fünf Inserate pro Stunde, also mindestens 120 am Tag - schon ganz schön! Nach 10 h wurde die Frequenz erhöht, und zwar im Wechsel alle 4 min und alle 8 min, also 10 Inserate pro Stunde, macht 240 am Tag.

Als ich mir die Sache genauer anschaute, verstand ich auch, worum es hier ging. Die Adressen waren immer wieder neu, aber stets nach demselben Muster gestrickt, etwa so:

Name  : Bzdfliet
Straße: TwSJsNFxhvAG
PLZ   : GSgHXsVrlRTBecRHFm
Stadt : fkSdDYoQtOVcA
EMail : itvfqard@htaqdvoo.com
Tel   : YBRDghuk
Mobil : ERiuhhSzOEUW
Fax   : diChwwzqSThWzc
Firma : wwbFaAYNxo
Url   : http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Magnesium

Man sieht, daß alle Felder brav ausgefüllt sind, die E-Mail ist formal korrekt, aber ungültig, wie man schnell nachprüfen kann, und auch die URL ist formal korrekt, jedoch nicht ungültig, sondern eine Werbung. Dazu wird eine Community ausgenutzt, bei der jedermann ein Konto anlegen und Bücher einstellen kann, die er mit Bekannten und Unbekannten tauschen möchte: » Bookcrossing. Da diese Seite jetzt immer noch existiert, hat man dort vom Missbrauch anscheinend noch nichts gemerkt.



Drogen

Ich habe keine Ahnung, wofür man Magnesium braucht, warum man das kaufen wollen sollte, warum man für dieses Produkt auf diese Art und Weise Werbung machen muß, aber genau darauf läuft die Kleinanzeige, die diese fiktive Adresse angelegt hat, hinaus:

<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Magnesium >Magnesium</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Magnesium]Magnesium [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Melatonin >Melatonin</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Melatonin]Melatonin [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Meridia >Meridia</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Meridia]Meridia [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Metformin >Metformin</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Metformin]Metformin [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methadone >Methadone</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methadone]Methadone [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methamphetamine >Methamphetamine</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methamphetamine]Methamphetamine [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methocarbamol >Methocarbamol</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Methocarbamol]Methocarbamol [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Metronidazole >Metronidazole</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Metronidazole]Metronidazole [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Mobic >Mobic</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Mobic]Mobic [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Morphine >Morphine</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Morphine]Morphine [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Naprosyn >Naprosyn</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Naprosyn]Naprosyn [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Naproxen >Naproxen</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Naproxen]Naproxen [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Neurontin >Neurontin</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Neurontin]Neurontin [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Nexium >Nexium</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Nexium]Nexium [/url]
<a href= http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Niacin >Niacin</a>
[url=http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Buy-Niacin]Niacin [/url]

Wie man sieht, gibt es nicht nur Magnesium zu kaufen. In der ersten Zeile wird getestet, ob die übliche HTML-Syntax greift, in der zweiten wird derselbe Link mithilfe des BB-Code lanciert. Ich schließe daraus: Es gibt eine Menge Zeug, das manche Leute dringend brauchen und an das sie sonst nicht so leicht kommen.



IP-Block

Dieser Dauerbeschuss ging nun etwas zu weit; das konnte ich nicht mehr durch Einzelbehandlung in den Griff bekommen. Die Frage war, wie man hier am besten vorgehen könnte. Meine erste Idee war, die mißbrauchte Seite "Bookcrossing" als Test zu nehmen. Aber schnell stellte ich fest, daß ich mich damit auf einen Wettlauf wie zwischen Hase und Igel einlassen würde, denn der Spammer nutzte noch weitere Adressen und könnte beliebig viele davon auf Vorrat haben. Nach zwei oder drei Versuchen kam ich zu dem Schluss, daß diese Methode mich in seine Abhängigkeit bringen würde. Das machte gar keinen Spaß.

Also suchte ich nach etwas anderem, was mir hier eleganter helfen könnte. Wie in der letzten Woche schon erwähnt, schickt mir der "Aufpasser" in meiner Software eine E-Mail, wenn er den Eindruck hat, daß es sich um Spam handeln könnte. Ich bekomme dann nicht nur sämtliche Eingaben, die zu diesem Vorgang gehören, sondern auch noch sämtliche Systemvariablen, die mir weitere Aufschlüsse über den Gesamtzusammenhang geben können. Darunter sind auch Daten, die nichts mit der Pferdezeitung zu tun haben, sondern mit dem Auslöser, etwa seine IP-Adresse. Bingo!

Die IP-Adresse war immer gleich, also bestätigte sich der Verdacht, daß nicht nur das Strickmuster identisch war, sondern auch die auslösende Maschine. Natürlich bemühte ich Google in Bezug auf diese Adresse und siehe da: der Typ hatte sich schon reichlich im Internet verewigt - Google findet "ungefähr" 16.700 Seiten dieser IP-Adresse. Die erste E-Mail kam hier am 26. August an, mittlerweile sind es über 700!

Also blockte ich diese kurzerhand:

if (sp($_SERVER[REMOTE_ADDR], '200.63.42.113')) return ;

Aber das reichte noch nicht. Bald kamen wieder die betreffenden Spams, aber ich wusste ja nun, wo ich nachzuschauen hatte: der Typ sendete auch noch von einer anderen Maschine, die aber im selben Block lag. Also änderte ich meine Bedingung geringfügig ab:

if (sp($_SERVER[REMOTE_ADDR], '200.63.42.')) return ;

Auch das reichte noch nicht: auch der Adressblock 90.157.115.xxx wurde benutzt; in diesem Fall habe ich gleich den gesamten Bereich gesperrt. Und siehe da: das war's. Aus die Maus. Soll er woanders sein Unwesen treiben.



Leserbriefe

Ein weiteres Phänomen hängt vermutlich damit zusammen, aber ich habe es noch nicht untersucht, weil der Schaden sehr gering ist; es werden keine Datensätze angelegt, sondern nur eine E-Mail an mich ausgelöst, nämlich dann, wenn man einen Leserbrief schreibt. Ein solcher Leserbrief sieht etwa so aus:

Subject: Suzanne Doyle
From: tllajqnm@iddbhjfz.im

X-Virus-Flag: NO
X-Virus-Scanned: by VSGate 0.16
X-Spam-Flag: NO
X-Spam-Status: No, hits=-4.2 required=5.0
X-Spam-Level:
X-Spam-Scanned: by VSGate 0.16
X-Blacklist-Flag: NO
X-Blacklist-Listed-in:
X-BlacklistScanned: by VSGate 0.16
X-AntiVirus: checked (incoming) by AntiVir MailGuard (Version: 8.0.0.42; AVE: 8.1.1.28; VDF: 7.0.6.124)

runaway locum nonreturnable diatryma rooseveltian simonist
preceptorate logotype
<a href= http://lsipffmcfrq.com >qofgkni ifgcnx</a>
http://hurdwnl.com
<a href= http://rhbtcrhfgpd.com >mhvltgr qrnt</a>
http://yqrbemkotn.com
<a href= http://fhfldpwi.com >bpflog iydlaq</a>
http://chxfucs.com
<a href= http://fyixdjdximza.com >eiupdmr tmdfdrel</a>
http://yjuimftkqehh.com

Wie man sieht, ist diese E-Mail auf dem Server und auf meiner lokalen Maschine auf Viren, Spam und Blacklist getestet und für sauber befunden worden. Tatsächlich kann man sich wieder keinen Reim darauf machen. Ob das ebenfalls Versuche sind, in das System einzubrechen und die Mechanismen kennenzulernen? Solche Sachen bekomme ich schon seit mehreren Wochen - mal sehen, vielleicht werde ich bald schlau daraus.

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 




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Tip: Hufe XXVIII


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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 28
Von   Heidi Keppel


Vorige Woche habe ich die Hufpflege in den Mittelpunkt meines Beitrages gestellt, doch dieses Thema ist natürlich nicht auf die Behandlung mit diversen Hufpflegeprodukten beschränkt, sondern beinhaltet auch die fachmännische Korrektur der Hufe durch einen Hufschmied bzw. Hufpfleger. Zwischen diesen beiden so ähnlichen und doch oft so verschieden denkenden Berufsgruppen gibt es aber leider sehr häufig jede Menge Meinungsverschiedenheiten − und dazwischen steht der Pferdebesitzer, welcher nicht mehr weiß, mit welcher Form der Hufbearbeitung bzw. mit welcher Fachkraft er seinem vierbeinigen Freund die besten Dienste leisten kann.

Diesbezüglich eine generelle Empfehlung abzugeben, wäre meiner Ansicht nach vermessen, da es sowohl bei den Hufschmieden als auch bei den Hufpflegern fachlich kompetente und verantwortungsvolle Personen gibt, welche auf das jeweilige Pferd und dessen Bedürfnisse eingehen und dementsprechend die richtigen Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Hufe treffen.

Nicht alle Hufschmiede plädieren grundsätzlich für einen Beschlag, man erkennt vielmehr den guten Hufschmied daran, dass er für sämtliche Möglichkeiten offen ist und auf unterschiedliche Situationen flexibel reagiert. Ein fachkundiger Hufschmied wird zumindest bei Hufen mit gesunder Hornstruktur das Barhufgehen befürworten und mit den richtigen Korrekturmaßnahmen (Stellungskorrekturen ohne starkes Ausschneiden der Sohle und des Strahles) fördern.

Ähnliches gilt auch für Hufpfleger, die zwar generell den Hufbeschlag als unnötiges ‘Folterinstrument’ verdammen, den Pferden gleichzeitig aber z.B. durch extreme Stellungskorrekturen Schmerzen bereiten, die nicht unbedingt erforderlich wären, da auch eine langsamere Vorgehensweise über mehrere Monate zum selben Ergebnis führen würde. Vor allem das Abnehmen der Eisen mit der gleichzeitigen Forderung, dass das Pferd nun vermehrt auf steinigem Boden gehen solle, damit sich das Hufhorn ausreichend festigt, bedeutet für viele Pferde eine unnötige Quälerei und kann sogar zu hochakuten bis chronischen Huflederhautentzündungen führen. Auch ständig verkrampfte Sehnen mit verdickten Sehnenscheiden können die Folgen einer derart schonungslosen Vorgehensweise sein.

Ich kenne diesbezüglich einige Fälle, wo die Pferdebesitzer reumütig zu ihrem Schmied zurückkehrten, weil sie es nicht mehr mitansehen konnten, wie ihre Tiere unter der abrupten Umstellung aufs Barhufgehen litten. Das wiederum ist äußerst schade, denn viele dieser Pferde hätten mit etwas mehr Verständnis und Rücksicht auf ihre individuellen Hufprobleme durchaus an das Laufen ohne Eisen gewöhnt werden können und dieses danach sicher auch genossen!

Tatsächlich sind Hufbeschläge heutzutage nur in den seltensten Fällen von dauerhaftem Vorteil, aber für Pferde mit großer Empfindlichkeit im Hufbereich ist unbedingt eine schonende Umstellung aufs Barhufgehen erforderlich. Dazu gehört, dass jegliche Korrekturmaßnahmen stufenweise erfolgen sollten und dass die Pferde in der Anfangsphase die Möglichkeit haben, sich hauptsächlich auf weichem, federndem Untergrund aufzuhalten.

Erst nach und nach sollten die Tiere vorsichtig an harten und steinigen Boden gewöhnt werden. Auch wenn dieser Vorgang etwas länger dauert und dem Pferdebesitzer dadurch mehr Geduld abverlangt, so bietet er doch den unschätzbaren Vorteil, dass die Pferde dabei nie Schmerzen erleiden müssen und somit stets unverkrampft bleiben sowie ihr Vertrauen in die Menschen nicht verlieren.

Dieses Vertrauen sollte jeder Besitzer eines Pferdes stets im Auge behalten und deshalb auch keinerlei Verantwortung leichtfertig auf andere Personen abschieben, nur weil sich diese als Hufschmiede oder Hufpfleger ausweisen können! Wählen Sie bitte keinen Hufschmied, der von vorneherein betont, dass jedes Pferd Eisen tragen sollte, und seien Sie auch misstrauisch bei Hufpflegern, die Ihnen abrupte und drastische Veränderungen in der Pferdehaltung und bei der Hufkorrektur als unausweichliche Notwendigkeit darstellen.

Außerdem sollten Sie selbstverständlich all jene Menschen meiden, die nicht das nötige Feingefühl im Umgang mit Pferden aufweisen und vielleicht sogar häufig aggressiv reagieren, denn eine schlechte Behandlung hat kein Pferd verdient und kann sogar dessen Charakter verderben. Und was nützen die besten Hufe, wenn das Tier durch Verhaltensstörungen unreitbar oder im Umgang sehr schwierig geworden ist?

Woran man einen guten Hufschmied bzw. Hufpfleger noch erkennt und wie der Pferdebesitzer diesen bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp.




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Ratgeber: Stacheldraht


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Frank Richter, Rechtsanwalt
 
 
Tierschutzverfügung: Urteil endgültig
Stacheldraht als Einzäunung von Pferdeweiden tierschutzwidrig

Stacheldraht

Ratgeber von   Frank Richter

Eine Pferdeweide war mit Stacheldraht und Breitbandlitze eingezäunt. Dabei war die Litze mit einfachen Isolatoren an denselben Pfosten wie der Stacheldraht befestigt. Der maximale Abstand der Litze vom Stacheldraht betrug 10 cm. Nach oben schloss ein Stacheldraht den Zaun ab. Die Pferde waren also nicht geschützt davor, den Stacheldraht zu berühren. Die Litze war zwar grundsätzlich gut sichtbar, nicht verletzungsträchtig und zur Absicherung des Stacheldrahtes nach innen geeignet. Nach Feststellung der amtlichen Tierärztin war jedoch der Abstand zwischen Litze und Stacheldraht nicht ausreichend, um die Pferde an der Berührung des Stacheldrahtes zu hindern.

Die daraufhin erlassene Tierschutzverfügung forderte für die Haltung von Pferden auf der Weide, dass mittels gut sichtbarer, nicht verletzungsträchtiger Absperrung ein Mindestabstand von 50 cm zwischen den Pferden und dem Stacheldraht erreicht wird. Die Höhe der Absperrung sei der Größe der Pferde anzupassen.

Der Beklagte wendete sich gegen die tierschutzrechtliche Verfügung. Das Verwaltungsgericht hat die Klage mit Urteil vom 21.10.2004 abgewiesen. Der Antrag auf Zulassung der Berufung vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte keinen Erfolg und wurde mit Beschluss vom 16.01.2006, AZ.: 11 LA 11/05 abgewiesen.

Das OVG bezog sich bei der Entscheidungsfindung auf die "Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und auf die niedersächsischen "Empfehlungen zur Freilandhaltung von Pferden". Danach sind Stacheldrähte als alleinige Begrenzungen ungeeignet und könnten nur toleriert werden, wenn sie in ausreichend großem Abstand durch einen weiteren, gut sichtbaren Innenzaun so gesichert sind, dass ein direkter Kontakt zwischen Pferd und Stacheldraht verhindert wird. Ein im Vergleich zu anderen Zaunarten deutlich höheres Verletzungsrisiko bei Stacheldrahteinzäunung ergibt sich daraus, dass Pferde Fluchttiere sind und deshalb in Stresssituationen zu Panikreaktionen neigen. Berührt ein Pferd Stacheldraht, so kann es durch den durch die Stacheln verursachten Schmerz zu einer Schreckreaktion kommen, die dazu führt, dass das Tier weiter in den Zaun hineinläuft oder sich darin verfängt. Dadurch entstehen häufig gravierende Verletzungen.

Die Einlassung des Klägers, dass auch Bullen auf der Weide gehalten werden sollten und deshalb der Zaun in der vorliegenden Art erforderlich sei, wies das OVG zurück. Die Umsetzung tierschutzrechtlicher Vorgaben müsse in jedem Einzelfall das Verhaltensmuster der betreffenden Tierart berücksichtigen. Es bestehe keine Veranlassung, eine tierschutzwidrige Haltung von Pferden hinzunehmen, weil diese mit Bullen auf derselben Weide gehalten werden sollen. Außerdem sei die gemischte Haltung von Pferden und Rindern, hier Bullen, bei der beschriebenen, kombinierten Zaunart möglich.



Kontakt
Rudolf K. Lobback Peitschenhandwerk
OT Prisser, Schmarsauer Str. 45 29451 Dannenberg (Elbe)
E-Mail   Rudolf K. Lobback » Pferdezeitung.com/Lobback
Tel. 0 5861/2564 Fax 0 5861/6827

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Max Dangel (Vechta)
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Der letzte Wettbewerb
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Messeseite: Reiterhotel


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Unser schönes Haus im Grünen · © 2009  
Unser schönes Haus im Grünen
Der festlich gedeckte Speisesaal · © 2009  
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Brave Pferde in allen Größen · © 2009  
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Voltigieren in der lichten Halle · © 2009  
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Unser Motto: "Reiten bis zum Schlafen gehen"
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Stellt euch vor: 130 Pferde in allen Größen warten auf euch!

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  • Kaltblüter
  • und einige interessante Kreuzungen

Wir aber haben nicht nur Ponys und Pferde für Euch. Bei uns gibt es noch jede Menge Federvieh, viele süße Kätzchen und Hunde und dann sind da noch unsere Maultiere "Muletta" "Jule".


Nun zum Wichtigsten!

Nach Eurer Ankunft suchen wir gemeinsam mit Euch Euer Pflegepferd aus. Dieses Pflegepferd bleibt bis zu Eurer Abreise unter Eurer ganz persönlichen Obhut! Ihr dürft es putzen, satteln (natürlich ist immer jemand da, der Euch hilft und betreut), liebhaben und sooft auf ihm reiten, wie Ihr möchtet. Und dazu gibt es wirklich genügend Gelegenheit. Wir bieten Reitstunden in unseren tollen Reithallen oder auf dem Außenplatz. (selbstverständlich unter Anleitung) Und den ganzen Tag gibt es geführte Ausritte in unser traumhaftes Gelände. (Eure eigenen Ponys oder Pferde könnt Ihr natürlich auch mitbringen).

Kontakt
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Bockradener Schulstr. 2 49577 Eggermühlen
E-Mail   Familie Vox » www.reiterhotel-vox.de
Tel. 05435/443 Fax 05435/1381

 

 
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Wie ein Pferdeportrait entsteht

Frau Schröder gibt ein Bild ihrer Stute Inka bei mir in Auftrag. Die Bilder "Elbio" und "Romero" hat sie in meinem Prospekt gesehen und in dieser Art stellt sie sich das Bild ihres Pferdes vor. Das Pferd sol [...]

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Liebe große und kleine Leser,

Kinder beobachten sehr genau und geben diese Beobachtungen in ihren Zeichnungen deutlich wieder. So auch in der kleinen Szene, die den Brief von Viola Mader aus unserem Dankesordne [...]

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Die Entscheidung "Zylinderkopfdichtung" des BGH vom 18.07.2007 und ihre Bedeutung für den Pferdeverkauf.

Teil 3 von 3 - Teil 1 Teil 2

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Messeseite: Westphalen


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Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen
 
 
Eduard Graf von Westphalen

ist aufgewachsen auf einem Gutshof in Westfalen. Die Familie war sowohl in der Zucht als auch im Pferderennsport engagiert. Damit bestand zwangsläufig von frühester Jugend an ein enges Verhältnis zur Pferdezucht und später zum Turniersport.

Seit nunmehr 30 Jahren ist Herr Graf von Westphalen als selbständiger Anwalt in München tätig und Mitautor eines umfangreichen Kommentars zum Vertragsrecht.

Seit Jahrzehnten engagiert er sich in den verschiedensten Stiftungen, so u.a. auch in "OROVERDE" - Stiftung zur Rettung der Tropenwälder.

Rechtsanwalt Graf von Westphalen plant, im Rahmen seiner Messeseite regelmäßig Kolumnen zu Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Pferderecht zu veröffentlichen. Durch das neue Kaufrecht besteht eine erhebliche Unsicherheit bei Käufern und Verkäufern, die durch diese Beiträge gelindert werden sollen.

Kontakt
Eduard Graf von Westphalen Rechtsanwalt, Spezialist für Pferdekaufrecht
Aaröstr. 4 81929 München
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Tel. (089) 228 53 06 Fax (089) 29 66 17

 

 
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Werner Popken
 
 
Marketing für Profis


Internetmarketing ist ein eigenes Fachgebiet. Natürlich geht es um das Thema, wie man bestimmte Sachverhalte, Dienstleistungen und Produkten demjenigen nahebringt, der davon profitieren kann. Und natürlich entwickeln sich die Dinge ständig, wie auch in allen anderen Bereichen des Marketing.

So etwas wie "Pferdemarketing" gibt es natürlich nicht, genauso wenig wie es "Automarketing" oder "Biermarketing" gibt. Es geht immer um dieselben Probleme, wobei die Zielgruppen und die Anliegen durchaus unterschiedlich sein können, genauso wie die Mittel des Marketing sehr unterschiedlich sind.

Eines aber ist klar: Alle Bereiche unterscheiden sich voneinander. Das hängt mit den Medien zusammen. Zeitschriften werden anders wahrgenommen und konsumiert als das Fernsehen, das Kino, Plakatwände oder eben das Internet. Letzten Endes muß man immer von ihnen ausgehen, an die man sich wendet. Was also bewegt die Menschen, sich im Internet umzuschauen, wie tun sie das, welche Interessen haben sie, wie kann man ihre Aufmerksamkeit erreichen?

Alle diese Fragen kann man systematisch untersuchen, wissenschaftlich, marktwirtschaftlich, länder- und produktbezogen. Und wie immer bei Marketing sind wir selbst Partei, denn wir sind genauso Verbraucher wie die, die wir erreichen wollen. Wir haben also unsere eigenen Vorlieben und Erfahrungen, wir können bei unseren Untersuchungen bei uns selbst anfangen.

Die Sache wird insofern schwierig, als es "den Benutzer" so nicht gibt. Es gibt "Anfänger" und "Fortgeschrittene", und zwar unabhängig vom Medium. Wer viel Fernsehen konsumiert, wird auf Fernsehwerbung völlig anders reagieren als jemand, der das nur selten tut. Da aber jemand, der in einem Medium einsteigt, naturgemäß zunächst wenig Erfahrung hat, dieses jungfräuliche Stadium aber schnell hinter sich läßt und bald ein erfahrener Benutzer sein wird, tut man besser daran, sich an diejenigen zu halten, die mehr Erfahrungen haben, als an die, die im Grunde noch gar nicht mitreden können.

Meine ersten Erfahrungen im Internet gehen auf das Jahr 1997 zurück. Nach zwei Monaten im deutschen Internet war mir klar, daß hierzulande noch geuebt wurde. Ich wechselte also in das amerikanische Internet. Dort wurden zu dieser Zeit die wesentlichen Konzepte aus gekocht, die heute noch gültig und teilweise der uns immer noch nicht angekommen sind.

So haben zum Beispiel alle großen amerikanischen Internetseiten zu Beginn des Jahres 1998 auf grafische Menüs verzichtet, weil diese wesentliche Nachteile, aber kaum Vorteile haben. Genauso hart wurde um die Frage "Frames: ja oder nein?" gekämpft und eindeutig entschieden. Merkwürdigerweise haben die deutschen Designer sich genau andersherum orientiert. Im amerikanischen Internet findet man bei professionellen Seiten so gut wie nie Frames, bei deutschen fast immer - jedenfalls immer dann, wenn der Designer dem Kunden Vorschriften machen kann, weil dieser im Grunde ahnungslos ist.

Die "Angebote der Woche" nutze ich, um immer wieder Aspekte des Marketing im Internet zu diskutieren. Ich hoffe, daß es mir gelingt, die es in einer unterhaltsamen Weise zu tun, die zugleich lehrreich ist. Viel Vergnügen!



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Hauptstr. 13 32609 Hüllhorst
E-Mail   Werner Popken » Pferdezeitung.com
Tel. 05744-511 574 Mobil 0151-2327 3955

 

 
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2 Leserresonanzen zu Ausgabe 493 vom 07.09.08


Leserbrief  2007 zu Ausgabe  493
08.09.08



An die Redaktion

Hallo Herr Popken!

Ihr aktueller Artikel (08.09.08) hat mich sehr ins Nachdenken gebracht und mir einige Denkanstöße gegeben. Dafür wollte ich Ihnen DANKE sagen.

Liebe Grüße. Karin Kelly Rupprecht, Neukirchen
(» www.meinPferdetraum.de)


Leserbrief  2028 zu den Ausgaben  479,  480,  484,  485,  486,  487,  490,  491,  492,  493,  496,  497,  498,  499,  500,  503,  504
27.11.08



Temple Grandin & Artikelserie

Hallo Herr Popken,

Sie hatten mal geschrieben "zufriedene Leser schreiben keine Briefe" -da ist wohl was dran, aber manchmal sind Sie so gut, daß ich mich einfach melden muß.

Lieben Dank für die beiden ausführlichen Artikel u.a. zu dem Buch von Temple Grandin. Ich habe es mir direkt letzte Woche besorgt, hatte von der Dame schon vor einiger Zeit mal einen Bericht gesehen & leider den Namen wieder vergessen. Über diese Art Anregungen freue ich mich extrem, also wirklich danke!

Ihre Artikelserie zu den Themenkomplexen "Macht, Gewalt, Sexualität, Miteinander" fand ich sehr beachtens- & nachdenkenswert. Ich hege den Verdacht, daß viele Machtphantasien, egal auf welchem Gebiet, ob in sozioalen Systemen von Menschen, ob im Umgang mit Tieren oder in der Sexualität, durchaus etwas mit unreflektierter Langeweile zu tun haben.

Wer tatsächlich Macht innehat, ist sich - so er sie behalten will oder muß - durchaus darüber im klaren, wieviel Macht auch mit Last & Verantwortung zu tun hat. Ich rede hier nicht von verantwortungslosen Managern, die Millionen verpulvern & ausschließlich am eigenen Wohlleben interessiert sind, ich meine den Großteil an mittelständischen Unternehmen, in denen Führungskräfte, die ihre Aufgabe ernst nehmen, leiden "wie Hund", wenn sie Mitarbeiter entlassen oder Krisengespräche führen müssen. Dieses Leiden finde ich übrigens sinnvoll & verständlich, ich verstehe es als Preis für Macht.

Mit einem Tier ist es nicht anders. Wenn ich die Macht habe, über mein Pferd, meinen Hund zu bestimmen, dann bin ich hier für Leben & Tod verantwortlich, im drastischten Sinne. Angenehm ist das durchaus nicht immer, jeder Tierbesitzer weiß das, der schon mal mit seinem Vierbeiner zur Tierklinik musste oder sich ob einer Tierarztrechnung derbe auf den Hintern gesetzt hat. Ich denke auch immer an eine frühere Reitbeteiligung, das Pferd hatte Spat & MUSSTE bewegt werden, auch wenn ihm das sehr, sehr unangenehm war. Ich habe mit Tränen in den Augen geritten - die Alternative war aber, das Pferd stehenzulassen & dauerhaft Lahmheit & Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also habe ich mich gefühlt wie ein Schwein, mich bei jedem Schritt entschuldigt & erst wieder entspannt, wenn das Tier nach 30 Minuten klar ging. Selten hat mir Macht so wenig Spaß gemacht.


Ihre Zweifel, ihr Abwägen der Argumente freuen mich aus tiefstem Herzen so soll es sein! Es geht ja, auch im Journalismus, garnicht so sehr darum, Antworten zu finden, sondern vielmehr darum, Fragen aufzuwerfen & zu verunsichern.

Bitte gerne mehr von diesen ideologisch-kritischen Artikeln! Ich kann mich nicht jede Woche umfänglich dazu äußern, freue mich aber immer wieder, einen solchen Leitartikel zu lesen.

Schade übrigens, daß das Abo-Modell nicht funktioniert hat, ich fand es fair & sinnvoll. Ich habe angefangen, Freunde & Bekannte auf Ihre Seite hinzuweisen & hoffe, dies tun auch andere Leser; vielleicht trägt sich die Seite ja doch noch mal übers Anzeigengeschäft. Ich wünsche es Ihnen & uns Lesern.

Mit herzlichem Gruß,
Susanne



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©1999-2008 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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