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Bericht Zu den Themen  Kommunikation,  Tierschutz · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 505.08 der Pferdezeitung vom 30.11.08
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Karin und Lea,  Mein Pferdetraum · © 2008
 
Karin und Lea, » Mein Pferdetraum

    Dominanz und Co.   
    Über den Umgang mit dem Sozialtier Pferd    
von   Karin Rupprecht


Teil 1: Dominanz und Co.
Teil 2:  Gewaltfreie Dominanztechniken?
Teil 3:  Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum

Zu den Themen Kommunikation, Tierschutz


Nur der Liebende ist mutig,
nur der Genügsame ist großzügig,
nur der Demütige ist fähig zu herrschen.

Laotse

Das Wort "Dominanz" ist schon seit Längerem im Umgang mit Pferden "modern". Im Wörterbuch fand ich dazu Folgendes:

  • dominant = vorherrschend, überlagernd, bestimmend, überdeckend

  • dominieren = beherrschen, überdecken

Der Ursprung des Begriffes Dominanz stammt aus der Vererbungslehre. (Ursprünglich werden Gene als dominant bezeichnet, die sich bei der Fortpflanzung gegenüber anderen Genen durchsetzen, diese anderen Gene also überdecken.)

In der modernen Zeit wird der Begriff fachübergreifend verwendet, z.B. in der Geographie: Berg 1 dominiert Berg 2 (weil Berg 1 größer ist als Berg 2) oder in der der Farblehre: Farbe 1 dominiert Farbe 2 (weil mit dunklerer Farbe 1 die hellere Farbe 2 übergedeckt werden kann) usw.

Im Umgang mit dem Pferd gibt es von diversen Personen verschiedene Ausführungen und Auffassungen mit dem gleichen Ziel der Dominanz oder besser gesagt der Unterwerfung, zum Beispiel:

  • das Pferd in einem beengten Raum (z.B.Round-Pen) so lange im Kreis treiben bis es sich unterwirft und seinen eigenen Willen aufgibt (psychische Resignation stellt sich ein). Die moderne Bezeichnung (M.Roberts) dafür ist "Join-up", in den USA wird die Methode "Roping" genannt, weil der Mensch das Pferd mit Hilfe eines Lassos vorwärts treibt.

  • das Pferd in sämtliche Richtungen "weichen" lassen.

  • den "Raum" des Pferdes einnehmen.

  • in den "Privatbereich" des Pferdes eindringen.

  • aktive Annäherung des Pferdes abblocken.

  • über gewisse Führpositionen psychischen Druck ausüben.

  • Rückwärtsrichten des Pferdes als "Dominanzmittel"

  • das Pferd zum Untergebenen machen durch gewaltsame Druckmittel und Willensdruck.

Es gibt mittlerweile unzählige Personen (oft genannt Pferdeflüsterer), die mit "Dominanz" (angeblich ganz harmlos, natürlich und gewaltfrei??) arbeiten. Die psychologischen Hintergründe, nach welchen das Pferd handelt, bleiben meistens unausgesprochen oder werden verharmlost. Genau auf diesen psychologischen Aspekt im Umgang mit dem Sozialtier Pferd will ich näher eingehen und herausfinden, nach welcher Motivation das Pferd handelt.

Ich habe mich jahrelang mit den Themen Führung, Dominanz, Unterwerfung, Autorität, Rangordnung und Hierarchien in Gesellschaftssystemen befasst. Ich wollte herausfinden "Brauchen Pferde wirklich starke Führer?" und "Gilt es als Führungsqualität einen anderen, in unserem Fall das Pferd, unter "Vorherrschaft" zu stellen?".

Ich habe ich mich eingehend mit der Pferdepsyche und dem natürlichen Herdenverhalten der Pferde beschäftigt. Ich habe Bücher, Berichte und Studien gelesen und viele Pferde untereinander und in Kommunikation mit Menschen beobachtet. (Verwendete Literatur und Tipps zum Weiterlernen finden Sie am Ende meines Berichts.)




Przewalski-Pferde


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Przewalski-Pferde im Zoo Nürnberg · © 2008
 
Przewalski-Pferde im Zoo Nürnberg
Lea und Smokey auf der Weide · © 2008
 
Lea und Smokey auf der Weide
Przewalski-Familiengruppe · © 2008
 
Przewalski-Familiengruppe
Nun, dass es in der Pferdeherde ein oder mehrere Leittiere gibt, ist allgemein bekannt, doch wie werden diese Tiere zu Leittieren, welche Besonderheit zeichnet solche Führungspersönlichkeiten aus?

Leider musste ich feststellen, dass in vielen Ställen unter unseren Hauspferden keine natürliche Herdenbeziehung stattfindet. Auch in guten Offenstallanlagen sind oft mehrere Wallache mit Stuten in einer gemeinsamen Herde (keine natürliche Herdenstruktur), die Pferde werden einzeln oder in Gruppen für einige Zeit vom Rest der Herde getrennt (wenn der Mensch sein Pferd zum Reiten o.ä. holt) und im Allgemeinen findet kein wirklich natürliches Verhalten statt (ist ja auch nicht notwendig, da die Pferde vom Menschen alles bekommen, was sie brauchen – somit wird der tägliche Überlebenskampf überflüssig).

Ich beobachtete des Öfteren, dass sich in solchen zusammengesetzten Herden ein oder mehrere Pferde als "Boss" aufspielen und ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen oder ihre Langeweile bzw. ihren Frust belästigend und gewalttätig an den Artgenossen auslassen. In den meisten Hauspferdeherden beobachtete ich strenge Hierarchien, die Ranghöheren standen an den besten Plätzen, die Rangniederen mussten nehmen, was übrig blieb. Diese Hierarchie wurde mit Drohgebärden unterschiedlichen Ausmaßes behauptet, zum Teil bis hin zu körperlichen Angriffen und Auseinandersetzungen.

Das soll kein Vorwurf zur Pferdehaltung sein. Tierhaltung ist immer mit Einschränkungen verbunden. Es ist meistens nicht anders möglich, wenn der Mensch das Tier "nutzen" möchte. Kompromisse müssen bei jeder Tierhaltung eingegangen werden und die Tiere sind wohl auch ganz froh darüber, dass sie keinen Fressfeinden ausgesetzt sind, sich nicht mühsam ihr Futter zusammensuchen müssen und medizinisch betreut werden, wenn es notwendig ist.

Zurück zum natürlichen ursprünglichen Herdenverhalten: Ich habe viele Bücher und Studien über Pferde in freier Wildbahn (ja - die gibt es noch, bzw. wieder) und Herden in großen Reservaten gelesen, außerdem habe ich selbst oft die Möglichkeit genutzt Naturpferdherden zu beobachten und zu fotografieren.

Ich stellte fest, dass es dort sehr friedlich und gemeinschaftlich zugeht. Bei Beobachtung von halbwilden Pferden auf großen Weiden in natürlicher Umgebung musste ich viel Zeit aufbringen, um überhaupt festzustellen, wer der "Anführer" ist. Jedenfalls gibt es dort kein Pferd, das einfach so andere Pferde herumjagt, beißt oder von Futterstellen vertreibt - das gibt es offensichtlich nur bei zusammengesetzten Herden in Gefangenschaft auf engerem Raum. Denn wenn keine natürliche Herdenstruktur, nicht genug Platz und keine sinnvolle Aufgabe vorhanden ist, kommt es zum Gerangel und zu Frust oder Langeweile.

Viele Hauspferde leiden auch unter dem Fremdbestimmtsein durch den Menschen. Diese Fremdbestimmung stellt ein Abhängigkeitsverhältnis dar, das so in der Natur nicht auftritt. In natürlichen Herden findet aus drei wichtigen Gründen kein Aggressionsverhalten statt:

  1. Aggression kostet (Lebens-)Energie


  2. Aggression kann zu Verletzungen führen


  3. Aggression ist kontraproduktiv für den Zusammenhalt der Gruppe.
Aggressionen innerhalb einer Herde würden deshalb das Überleben erschweren, daher wurde dieses von der Evolution für Equiden ausgesondert. In Wildpferdherden wurde sogar häufig altruistisches Verhalten dokumentiert, das bedeutet, dass Pferde füreinander eintreten, auch auf die Gefahr hin, selbst zu Schaden zu kommen (z.B. im Kampf gegen einen Angreifer o.ä.). Auch auf schwache (evtl. alte und kranke) Herdenmitglieder wird Rücksicht genommen. Schwache Herdenmitglieder werden nur dann von der Herde zurückgelassen, wenn diese das Überleben der gesamten Gemeinschaft gefährden würden. Dieses Zurückgelassenwerden bedeutet unvermeidlich den Tod des Pferdes.





Teil 1: Dominanz und Co.
Teil 2:  Gewaltfreie Dominanztechniken?
Teil 3:  Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum

Herdengemeinschaft


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Przewalksi-Herdengemeinschaft · © 2008
 
Przewalksi-Herdengemeinschaft
Mutterstute säugt ihr Fohlen · © 2008
 
Mutterstute säugt ihr Fohlen
Enger Sozialkontakt auch unter den Jüngsten · © 2008
 
Enger Sozialkontakt auch unter den Jüngsten
Zwei Stuten tauschen Zärtlichkeiten aus, während das Fohlen trinkt · © 2008
 
Zwei Stuten tauschen Zärtlichkeiten aus, während das Fohlen trinkt
Die wirklichen Leittiere natürlicher Herden, besonders die Leitstuten sind meistens vom Äußeren her eher unscheinbare Pferde. Sie zeichnen sich nicht durch körperliche Merkmale aus, sondern durch innere Werte wie Besonnenheit, Vertrauenswürdigkeit, Selbstsicherheit, Klarheit, Entschlossenheit, Weisheit und Demut.

Die Leitstute verkörpert dabei das Symbol der verantwortungsvollen Mutter, sie stellt sich mit all ihrer Kraft und Weisheit in den Dienst der Herde. Unermüdlich wacht sie über ihre "Familie" und ist auf der Suche nach den besten Futterplätzen für ihre Herde. Außerdem sorgt die Leitstute für Frieden in der Gemeinschaft und schlichtet Unruhe.

Für die Leitstute bedeutet "Führen" vor allem der Herdengemeinschaft dienen und verantwortungsvoll verpflichtet zu sein. Besonders oft beobachtete ich, dass die Leitstute von allen anderen Herdenmitgliedern sehr geachtet und geehrt wird: der Leitstute machen alle Herdenmitglieder gerne Platz, folgen willig ihren Anweisungen und lassen sich vertrauensvoll von ihr führen. Auch sah ich oft, dass sämtliche Herdenmitglieder zur Leitstute kamen zur gegenseitigen Fellpflege.

Die Leitstute ist also durchaus nicht unnahbar, sie sucht den Kontakt zu ihren Herdenmitgliedern und zwar mit dem gleichen Respekt, der ihr entgegen gebracht wird. Die Leitstute hat es nicht nötig, zu drohen oder aggressiv zu werden, die Herdenmitglieder respektieren sie auf Grund ihrer inneren Stärke und ihrer immensen Ausstrahlung. Die einzige "Kampfeshandlung", die mir aufgefallen ist: die Stuten verteidigen - notfalls mit Bissen und Tritten - ihre Fohlen gegen eine Annäherung des Leithengstes.

Neben der Leitstute gibt es mehrere Stuten in verantwortungsvollen Positionen. Oft ist eine Herde in mehrere Verbände unterteilt, jede dieser Gruppen hat eine Leitstute. Diese Stuten sind hauptsächlich dafür verantwortlich, den Nachwuchs zu "erziehen" und den Frieden und Zusammenhalt der Gemeinschaft zu sichern.

Gerne zitiere ich an dieser Stelle Susanne E. Schwaiger (Pferdeausbilderin und Persönlichkeitstrainerin):

Von Pferden, vor allem von Leitstuten, können wir Menschen lernen,
dass Führen in erster Linie Dienen bedeutet.

Die meiste Aktivität bringen die "Heranwachsenden" in die Herde. Junge Stuten und Hengste spielen und toben viel. Es ist ständig Bewegung in der Herde. Dabei dient das Spiel immer der Vorbereitung auf den "Ernst des Lebens". Im Spiel werden Kampfeshandlungen geprobt sowie Kondition und Beweglichkeit geschult. So trainieren sich die Jungpferde gegenseitig im Spiel.

Beim Leithengst spielt die körperliche Ausstrahlung und Kraft schon eher eine Rolle, da der Hengst seine Herde gegen andere Hengste oder Angreifer verteidigen muss und außerdem durch sein Erbgut besonders widerstandsfähige, kräftige Nachkommen zeugen soll. (In der Wildbiologie wird nur das Vertreiben eines männlichen Konkurrenten und damit die Möglichkeit zur Fortpflanzung also die Weitergabe der Gene als "dominante Handlung" beschrieben. In Wildbiologie, Verhaltenspsychologie und Ethologie wird für Equiden der Begriff Dominanz sonst fast nicht benutzt.)

Selbstverständlich muss auch der Leithengst über innere Qualitäten, wie Selbstsicherheit, Mut, Durchsetzungsvermögen, Entschlossenheit, Weisheit, Beständigkeit und Besonnenheit verfügen, ansonsten würde er von den Stuten der Herde nicht als Leithengst anerkannt.

Bei meinen Beobachtungen stellte ich fest, dass der Leithengst oft etwas abseits der Herde steht und von außen die Familie bewacht. Keinesfalls darf man sich unter einem Leithengst einen bösartigen Schläger vorstellen - der Leithengst ist mit Sicherheit eine imposante Erscheinung und auch sofort als solcher zu erkennen, jedoch hält er sich hauptsächlich im Hintergrund und bewacht in ruhiger, aufmerksamer Position seine Herde.

Seine Aufgabe ist es, die Herde zusammen zu halten, damit kein Mitglied der Herde verloren geht. Wird die Herde ernsthaft angegriffen, so ist der Leithengst bereit, die Herde mit aller Kraft und Stärke zu verteidigen – hier kann man sehen, was für mutige Kämpfer Pferde sind, wenn es gilt sich selbst und Artgenossen zu verteidigen.





Teil 1: Dominanz und Co.
Teil 2:  Gewaltfreie Dominanztechniken?
Teil 3:  Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum

Rangordnung


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Wachsamer Blick · © 2008
 
Wachsamer Blick
Jungpferde beim Spiel · © 2008
 
Jungpferde beim Spiel
Den Leithengst zeichnen besondere Körpermerkmale aus, unter anderem der breite, kräftige Hals mit imposantem Mähnenkamm und der muskulöse Körper. · © 2008
 
Den Leithengst zeichnen besondere Körpermerkmale aus, unter anderem der breite, kräftige Hals mit imposantem Mähnenkamm und der muskulöse Körper.
Der Leithengst steht etwas abseits und hat seine Familie stets im Auge. · © 2008
 
Der Leithengst steht etwas abseits und hat seine Familie stets im Auge.
Niemals jedoch würde ein Hengst grundlos angreifen. Im Übrigen wurde bei Wildpferden auch keinerlei Territorialverhalten beobachtet, das heißt mehrere Pferdeherden können sich im gleichen Gebiet (meist in größerem Abstand) aufhalten und auch die gleichen Wasserstellen etc. besuchen. Der Leithengst ist auch mitverantwortlich für das "Training" der Junghengste, um diese "im Kampf auszubilden". Der Leithengst ist wachsam, beschützerisch, unermüdlich, selbstbewusst, entschlossen und mutig.

Wenn die Junghengste die Geschlechtsreife erreicht haben, werden sie vom Leithengst aus der Herdengemeinschaft vertrieben. Eine Ausnahme stellt die Situation dar, wenn ein Junghengst den Leithengst erfolgreich im Kampf um den Stutenharem besiegt, was aber auf Grund fehlender Erfahrung der Jungtiere selten vorkommt.

Hengste, die keine Stutenherde haben, schließen sich zu Junggesellenverbänden zusammen. Auch in Hengstherden sind ernsthafte Kämpfe nicht üblich. Lediglich spielerisch wird gekämpft, um für den Ernstfall, also das Erkämpfen einer Stutenherde, zu trainieren – Verletzte gibt es bei Spielen nicht.

Junge Stuten verlassen in freier Natur meist von selbst die Herde, was auch in Gruppen von Statten geht. So wird auf natürliche, instinktive Art Inzucht vermieden. Meist gesellt sich innerhalb kürzester Zeit zu Jungstutenherden ein neuer Hengst.

Was ich bei meinen Beobachtungen auch feststellte: durchaus nicht jedes Pferd erstrebt einen hohen Rang, der hohe Rang in der Herdengemeinschaft ist mit viel Verantwortung verbunden. Viele Pferde sind am unteren Ende der Hierarchie sehr glücklich und zufrieden, ein gezieltes Aufstreben-wollen in der Herdenrangordnung konnte ich bei meinen Beobachtungen kaum feststellen.

In der Natur bringt der hohe Rang in Pflanzenfressergemeinschaften nicht viele Vorteile für das Individuum, da (fast) immer genug Futter vorhanden ist und das Futter auf einen größeren Raum verteilt ist. (Anders ist das bei den Rudeln der Raubtiere, da gilt: der Ranghöhere frisst zuerst). Durchaus beobachtete ich Futterneid bei Pferden in "Gefangenschaft" - zum natürlichen Herdenverhalten gehört das jedoch nicht, da in der Natur die Grünfläche oder Bäume nicht auf einen kleinen Raum (z.B. Heuraufe u.ä.) beschränkt ist.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier auf das ursprüngliche, natürliche Verhalten von Pferden zurückgreife. In Hauspferdeherden findet – wie bereits erwähnt - größtenteils kein ursprüngliches Verhalten statt, da Wallache und Stuten gemeinsam gehalten werden, die Rolle des Leithengstes wird überflüssig. Ich beobachte oft und gerne unsere Hauspferdeherden, denn ich kann viel lernen über Verhalten und Körpersprache. Die Strukturen einer Herde konnte ich hier aber leider nicht "studieren".

Um wirklich ursprüngliches Verhalten dokumentieren zu können, ist es sinnvoll, eine Herde in Familienstruktur zu beobachten. In Zoos werden viele Zebras, Wildesel und Przewalskipferde in natürlichen Familiengruppen gehalten, zwar ist der Platz begrenzt, aber die natürliche Herdenstruktur ist größtenteils erhalten. Außerdem gibt es in Deutschland mehrere Wildpferdprojekte. Internetadressen und Literatur dazu finden Sie im Anschluss an meinen Bericht.

Bei meinen Beobachtungen, die größtenteils mit sämtlicher Fachliteratur zu Pferdepsyche und Pferdeverhalten übereinstimmen, ist meine wichtigste Erkenntnis:

Ein wirkliches Leitpferd, egal ob Hengst (Wallach) oder Stute verkörpert all das, was zu innerer Stärke gehört. Pferde mit Führungsqualitäten strahlen durch inneren Glanz, durch Klarheit, Willensstärke, Selbstsicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Besonnenheit, sie haben eine starke Intuition und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. In freier Natur kann nur ein Pferd mit solchen inneren Qualitäten eine Führungspersönlichkeit sein.

Fazit:

Alles was der Mensch an Techniken, Manipulationen und psychologischen Taktiken am Pferd ausführt (wie oben genannt), führt nicht zu einem freiwilligen Anschluss des Pferdes an den Menschen. Keine "Technik am Pferd" kann die Führungsqualitäten und natürliche Autorität des Menschen stärken, sondern führt höchstens - durch den negativen Einfluss auf die Pferdepsyche - zur Unterwerfung des Pferdes und zur Vorherrschaft (Dominanz) des Menschen.

Der bessere und "edlere" Weg für den Menschen ist, sich selbst geistig weiter zu entwickeln und seine Persönlichkeit hin zu natürlicher Autorität zu entfalten, dann schließt sich das Pferd ihm von selbst an, ohne Anwendung jeglicher Technik. Wer Authentizität, Klarheit, innere Stärke, Selbstsicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Entschlossenheit und Besonnenheit ausstrahlt, wird vom Pferd als echte Führungspersönlichkeit anerkannt und das Pferd schließt sich diesem Menschen freiwillig und ganz von alleine vertrauensvoll an. (Nebenbei erwähnt: nicht nur Tiere erkennen solche Menschen als "glaubwürdig" an, diese Menschen sind meistens in sämtlichen Lebenssituationen und im Umgang mit anderen Menschen erfolgreich und Vertrauen erweckend.)





Teil 1: Dominanz und Co.
Teil 2:  Gewaltfreie Dominanztechniken?
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Persönlichkeit


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Stute mit Fohlen · © 2008
 
Stute mit Fohlen
Gegenseitige Fellpflege.<br>Körperkontakt stärkt die Bindung zueinander · © 2008
 
Gegenseitige Fellpflege.
Körperkontakt stärkt die Bindung zueinander
Pferdeherde in natürlicher Familienstruktur · © 2008
 
Pferdeherde in natürlicher Familienstruktur
Smokey verlässt mit mir freiwillig die Koppel,<br>er freut sich auf unser Zusammensein · © 2008
 
Smokey verlässt mit mir freiwillig die Koppel,
er freut sich auf unser Zusammensein
So bin ich bei Persönlichkeitstraining und Persönlichkeitsentwicklung angelangt - ich kaufte mir sämtliche Bücher diverser Persönlichkeitstrainer, besuchte verschiedene Kurse, machte mich über sämtliche Internetseiten mit dem Thema vertraut und fand viel freundlichen Meinungsaustausch mit anderen Menschen.

Ich wurde in meiner Erkenntnis bestärkt: Wahre Persönlichkeit und Ausstrahlung inklusive sämtlicher Führungseigenschaften kommt nur von innen. Eine starke Persönlichkeit kann trainiert werden, durch "Arbeit" an sich selbst (z.B. in Form von Persönlichkeitsentwicklungs- und Selbstfindungskursen oder/und entsprechende Bücher, es gibt auch interessante Workshops und Foren zum Erfahrungsaustausch im Internet.)

Ich habe die Erfahrung machen können, die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und die Arbeit an mir selbst gibt sehr viel Erleichterung und Hilfestellung in Sachen Lebensqualität und Einstellung zum Leben. Ich bin dadurch mir selbst und dem Leben sehr viel näher gekommen und ich bilde mich auch ständig auf diesem Gebiet weiter.

Ich verwende gerne und oft die Bezeichnung starke Persönlichkeit - Doch was verstehe ich überhaupt unter einer wahrhaftigen und starken Persönlichkeit? Für mich bedeutet eine starke Persönlichkeit:

  • eigene Schwächen kennen, wahrnehmen, zeigen und daran arbeiten

  • die eigenen Stärken zeigen ohne überheblich zu sein, zu sich selbst stehen

  • bereit sein zur Selbstbeobachtung und Selbstkritik

  • geistig flexibel sein, nicht an festgefahrenen Ansichten haften bleiben

  • fähig sein über das Augenscheinliche hinaus zu blicken

  • geistige Selbstkontrolle (keine üblen Launen an anderen auslassen)

  • fähig sein, sich selbst und anderen zu verzeihen

  • geduldig sein mit sich selbst und anderen

  • bereit sein zu lernen und Erfahrungen zu machen

Zusammenfassend möchte ich sagen, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

  • Pferde schließen sich vertrauenswürdigen, selbstsicheren Menschen von sich aus respektvoll an, vorausgesetzt der Mensch handelt im Sinne des Pferdes.

  • Jegliche Technik zur Willenbrechung des Pferdes führt nicht zu freundschaftlicher Akzeptanz, sondern zu erzwungener Unterwerfung - nicht gerade ein "königlicher" Weg, meiner Meinung nach.

Ich bin bereit zu Beobachten und zu Reflektieren – und dabei immer die Rückmeldungen meiner Umwelt, meiner Mitmenschen und meiner Tiere zu berücksichtigen. So befinde ich mich auf einem "Weg", der vorwärts führt und mich im Leben weiter bringt, mich dem Sinn des Lebens näher bringt. Ich bin sehr froh, auf diesem "Weg" zu sein.



Quellen / Verweise


  1. » Zeit zu leben
  2. » Zeit zu lieben
  3. » Betrachtungswert
  4. » Seelenfarben
  5. » Susanne E. Schwaiger Persönlichkeitstraining
  6. » Psyche und Verhalten von Pferden
  7. » Naturschutz: Ponies ins Moos
  8. » Die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch
  9. » Przewalski-Pferde, Tennenlohe
  10. » Przewalski-Pferde, Zoo München
  11. » Przewalski-Pferde, Nationalpark Bayrischer Wald
  12. » Wildpark Schorfheide
  13. » Wildpferde in der Wüste
  14. » Markus Kappeler, Zoologe, wissenschaftliche Feldforschung
  15. » Kölner Pferdeakademie, Allg. Infos und Kursangebote
  16.  Pferdezeitung: Pia Renollet über Pferdeflüsterer
  17.  Pferdezeitung: Eine besondere Freundschaft
  18.  Pferdezeitung: Pferde sind ganzheitliche Wesen


Abbildungen

  Karin Rupprecht



Ursprünglich erschienen als "Dominanz und Co." auf » Mein Pferdetraum

Teil 1: Dominanz und Co.
Teil 2:  Gewaltfreie Dominanztechniken?
Teil 3:  Selbsterkenntnis & persönliches Wachstum



Messeseite: Reiterhotel


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Unser schönes Haus im Grünen · © 2010  
Unser schönes Haus im Grünen
Der festlich gedeckte Speisesaal · © 2010  
Der festlich gedeckte Speisesaal
Brave Pferde in allen Größen · © 2010  
Brave Pferde in allen Größen
Voltigieren in der lichten Halle · © 2010  
Voltigieren in der lichten Halle
Unser Motto: "Reiten bis zum Schlafen gehen"
Bei uns werden eure Träume wahr!
Stellt euch vor: 130 Pferde in allen Größen warten auf euch!

  • Shetlandponys
  • Reitponys
  • Isländer
  • Norweger
  • Haflinger
  • Pintos
  • Appaloosa
  • Palaminos
  • Tinker
  • Knabstrupper
  • Warmblüter aller Rassen
  • Kaltblüter
  • und einige interessante Kreuzungen

Wir aber haben nicht nur Ponys und Pferde für Euch. Bei uns gibt es noch jede Menge Federvieh, viele süße Kätzchen und Hunde und dann sind da noch unsere Maultiere "Muletta" "Jule".


Nun zum Wichtigsten!

Nach Eurer Ankunft suchen wir gemeinsam mit Euch Euer Pflegepferd aus. Dieses Pflegepferd bleibt bis zu Eurer Abreise unter Eurer ganz persönlichen Obhut! Ihr dürft es putzen, satteln (natürlich ist immer jemand da, der Euch hilft und betreut), liebhaben und sooft auf ihm reiten, wie Ihr möchtet. Und dazu gibt es wirklich genügend Gelegenheit. Wir bieten Reitstunden in unseren tollen Reithallen oder auf dem Außenplatz. (selbstverständlich unter Anleitung) Und den ganzen Tag gibt es geführte Ausritte in unser traumhaftes Gelände. (Eure eigenen Ponys oder Pferde könnt Ihr natürlich auch mitbringen).

Kontakt
Vox Reiterhotel Vox
Bockradener Schulstr. 2 49577 Eggermühlen
E-Mail   Vox » www.reiterhotel-vox.de
Tel. 05435/443 Fax 05435/1381

 

 
Messeseite » Reiterhotel · Reiterhotel Vox
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Editorial: Karin Rupprecht


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W. Popken im Fenster

 
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
30.11.2008

Karin Rupprecht

In dieser Woche habe ich die Freude, Ihnen eine neue Mitarbeiterin vorzustellen: Karin Rupprecht. Der Hauptartikel  Dominanz und Co. ist ihrer Homepage » Mein Pferdetraum entnommen. Aufmerksamen Lesern wird sich vielleicht schon als eifriger Leserbriefschreibern bekannt geworden sein. Ich darf mich leider nicht dazu zählen, da ich erst durch ihren letzten  Leserbrief aufgewacht bin.

In diesem hat sie nämlich auf einen ihrer Artikel hingewiesen, den ich mir dann durchgelesen habe. Diesen Link habe ich Ihnen bei der Veröffentlichung des Leserbriefs unterschlagen, weil ich gleich begeistert war und gemerkt habe, daß er als Hauptartikel gebracht werden sollte. Glücklicherweise hat Karin Rupprecht eingewilligt und auch die Fotos in Originalqualität zur Verfügung gestellt.



Leserbriefe

Daß ich mir den Namen nicht gleich habe bemerken können, hat mich verwundert, aber vielleicht hat mich hier derselbe Effekt erwischt, auf den Susanne Brefort in ihrem Leserbrief  Leserbrief hinweist. Es blieb mir nicht verborgen, daß fast alle Leserbriefe Proteste waren, manchmal wütende Proteste, und so fiel es mir nicht schwer, mir die Psychodynamik vorzustellen:

Es bedeutet Arbeit, einen Leserbrief zu schreiben, und deshalb bedarf es eines Energieausbruchs, um sich aufraffen zu können. Dieser wird üblicherweise durch Ärger provoziert, nicht jedoch durch Zustimmung. So meinte ich interpretieren zu können, daß das Ausbleiben von Leserbriefen als Zustimmung zu interpretieren ist, zumindest im Großen und Ganzen.

Da Karin Rupprecht jedoch ausschließlich zustimmende Leserbriefe geschrieben hat, habe ich diese wiederum auf die leichte Schulter genommen, noch dazu wo mich ich aus unbekannten Gründen nicht gerne loben lasse. Zwar hat sie schon früher in einem ihrer Leserbriefe ganz allgemein auf ihre Internetseite verwiesen und ich habe damals sicher auch einen Blick riskiert, bin aber bestimmt nicht intensiver eingestiegen. So blieb es bei dem oberflächlichen Eindruck, es handele sich um eine ganz normale private Homepage einer Pferdeliebhaberin, wie es sie zu Hunderten oder Tausenden, wenn nicht gar Hunderttausenden gibt.



Schätze

Viele Pferdefreunde haben eine eigene Homepage, und noch mehr treiben sich in einschlägigen Foren herum. Überall gibt es mehr oder weniger interessante Einsichten, vermutlich auch mehr oder weniger viel dummes Zeug - wer will sich da die Mühe machen und die Spreu vom Weizen trennen? So darf man ohne weiteres annehmen, daß das Internet voll von ungehobenen Schätzen ist.

Die Pferdezeitung wäre eine geeignete Plattform, um diesen Texten eine größere Verbreitung zu verschaffen - bilde ich mir jedenfalls ein. Deshalb habe ich Karin Rupprecht gebeten, ihren Text als Hauptartikel veröffentlichen zu dürfen. Nicht daß ich müde geworden wäre, mir selber Gedanken zu machen, aber ich bin weit davon entfernt, meine eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse und Überlegungen überzubewerten. Im Gegenteil, ich bin sehr daran interessiert, die Meinungen und Einsichten anderer Pferdefreunde zu erfahren und herauszustellen.

Karin Rupprecht hat zum Beispiel viel Zeit mit der Beobachtung von Pferden verbracht. Ich habe zwar auch Pferde beobachtet, aber im wesentlichen nur unsere eigene kleine Herde. Um ähnliche Erfahrungen machen zu können, fehlt es mir einfach an Zeit. Ich müßte mich ja auf den Weg machen und viel Geduld mitbringen und hätte entsprechend weniger Zeit für andere Aufgaben. Ich kann nicht alle Erfahrungen dieser Welt selber machen, und wenn ich eine Erfahrung mache, die ein anderer auch gemacht hat, bin immer noch ich es, und nicht er, und deshalb würde ich vielleicht andere Schlüsse ziehen. Aber gerade die Vielfalt ist es, die unser Leben so bereichert und interessant macht. Wenn alle identisch wären - wie schrecklich wäre das Leben!



Aufruf

Die Pferdezeitung hat schon seit jeher Beiträge anderer Pferdefreunde gebracht, mit großem Gewinn übrigens in jedem einzelnen Fall, und zuweilen auch Beiträge veröffentlicht, die schon anderswo veröffentlicht worden waren, in der Regel auf der eigenen Homepage. Manchmal hat auch jemand angefragt und sich nach Konditionen erkundigt, wobei ich zunächst individuell geantwortet und dann eine Extraseite dafür eingerichtet habe, um mich nicht wiederholen zu müssen:  Autorenhinweise. Leider ist daraus niemals etwas geworden. Also mußte ich mich fragen, ob meine Formulierungen vielleicht zu 100 % abschreckend wirkten.

Mag sein. Auf der anderen Seite pflegt die Pferdezeitung ein ziemlich hohes Niveau und dieses soll natürlich gewahrt bleiben. Manch einer hat mir Beiträge geliefert, ohne zu fragen, die ich beim besten Willen nicht veröffentlichen wollte - selbst von Journalisten wurden Artikel eingereicht, die bestenfalls eine Presseerklärung darstellten, im Grunde aber eine Kleinanzeige waren.

Es klingt natürlich etwas merkwürdig, wenn ich über das selbstgesetzte Niveau der Pferdezeitung rede - es handelt sich ja nicht um eine wissenschaftliche Zeitschrift oder sonst ein abgehobenes Magazin; die Artikel sollen leicht zu lesen und zu verstehen, dafür aber auch unterhaltend und informativ sein. Die Anforderungen sind im Grunde also keineswegs außergewöhnlich, sondern im Gegenteil selbstverständlich und müssen eigentlich an alles gestellt werden, was veröffentlicht wird.

Karin Rupprecht entspricht diesem Niveau ohne jede Einschränkung, deshalb konnte ich den Text ohne jegliche Änderung übernehmen. Sollten Sie in Ihrer Schublade oder Ihrer Homepage oder in irgendwelchen Foren oder gar nur in Ihrem Kopf Schätze dieses Kalibers horten, lade ich Sie ausdrücklich und herzlich ein, diese mit der Öffentlichkeit der Pferdezeitung zu teilen, denn der Wert dieser Schätze wird dadurch nicht etwa gemindert, sondern erheblich vermehrt.



Urheberrecht

Geistiges Eigentum ist bekanntlich geschützt, und zwar ohne daß dieses ausdrücklich in irgendeiner Weise beantragt oder vermerkt werden muß. Beim geistigen Eigentum gilt es zu unterscheiden zwischen dem Verfügungsrecht und dem Vermarktungsrecht. Im deutschen Urheberrecht kann das Verfügungsrecht niemals abgegeben werden, es verbleibt beim Urheber bis zu dessen Tod und geht dann auf dessen Erben über. Es kann insbesondere nicht verkauft werden. Das Vermarktungsrecht hingegen ist sehr wohl verkäuflich, dieses ist regelmäßig Gegenstand von Verhandlungen und Verträgen, etwa wenn ein Text als Buch erscheinen oder verfilmt werden soll.

Das Vermarktungsrecht kann auch geteilt werden; so ist es zum Beispiel möglich, einen Text in verschiedenen Medien zu unterschiedlichen Konditionen zu veröffentlichen, etwa kostenlos im Heimatmagazin, jedoch gegen Honorar in einer Publikumszeitschrift. Dabei könnte diese zum Beispiel Exklusivität verlangen und der Inhaber des Vermarktungsrechts sich diese Exklusivität gesondert vergüten lassen; ansonsten könnte sich das Recht zum Abdruck beispielsweise nur auf eine einzige Ausgabe beziehen. Das Magazin dürfte also ohne weitere Verhandlung und Erweiterung des Vertrags und vermutlich zusätzlicher Vergütung diesen Text nicht noch einmal bringen.

Der Urheber könnte umgekehrt auch sämtliche Vermarktungsrechte an einen Dritten veräußern und dieser könnte dann seinerseits die Vermarktungsrechte nach Belieben ausschlachten. Oder der Urheber würde diese Vermarktungsrechte auf einen bestimmten Bereich beschränken, diese jedoch vollständig jemand anderem weiterveräußern, allerdings nur für eine bestimmte Frist. So könnte zum Beispiel ein Autor die Rechte an einem Roman für fünf Jahre an einen Verlag verkaufen und wäre danach wieder frei, diesen Roman bei einem anderen Verlag oder in einer anderen Sprache herauszubringen. Dies alles entspricht dem in Deutschland üblichen Vertragsrecht, der eine grundsätzliche Vertragsfreiheit vorsieht, das heißt die Vertragsparteien können den Vertrag nach Belieben ausgestalten.

Die Pferdezeitung kann, wie in den Autorenhinweisen mitgeteilt, zur Zeit keine Honorare anbieten. Das ist natürlich nicht schön, auch für mich nicht, und ich wünschte, diese Zeiten wären lieber gestern als heute vorüber. Mein Traum wäre, Texte und Bilder, die die Pferdezeitung unentgeltlich nutzen durfte, im Nachhinein vergüten zu können. Vielleicht erlebe ich diese Zeiten noch. Wenn Sie Ihre Texte und Bilder der Pferdezeitung zur Verfügung stellen, bleiben sämtliche Vermarktungsrechte bei Ihnen. Sie können mit diesen Texten jederzeit alles anstellen, was Sie wollen, allerdings nicht der Pferdezeitung im Nachhinein die Veröffentlichung wieder verbieten. Sollten Sie später die eine oder andere Formulierung bedauern (was ja vorkommt), kann man natürlich redaktionelle Änderungen vornehmen - im Gegensatz zu Printmedien, wo man veröffentlichte Texte auch nicht aus der Welt schaffen kann, aber vor allem kann man sie nicht mehr ändern.



Vermehrung

Mit dem geistigen Eigentum ist es ähnlich wie mit der Liebe; man kann es nicht kaufen, aber durch Teilen vermehren, und zwar beliebig oft und viel. Aus diesem Grund finden viele Leute das Patentrecht und auch das Urheberrecht pervers. Besonders der amerikanische Rechtsanwalt und Professor » Lawrence Lessig setzt sich dafür ein, das Urheberrecht grundlegend zu reformieren. Selbst wenn Sie nur mit Schwierigkeiten einen englischen Vortrag verstehen können, empfehle ich Ihnen dringend, sich seinen Vortrag » How creativity is being strangled by the law anzuschauen (Wie die Kreativität durch das Gesetz abgewürgt wird, 19 min; kann auch heruntergeladen werden, falls die Internetverbindung zu langsam ist). Ich verspreche Ihnen, Sie werden sich unter anderem auch köstlich amüsieren und herzlich lachen und vor allen Dingen die Welt unserer Kinder besser verstehen.

Es geht vor allen Dingen um die fantastischen Möglichkeiten, selber wieder kreativ zu werden; dies ist durch Computer und das Internet möglich geworden. Lessig zitiert den bekannten Komponisten » John Philip Sousa, der Anfang des 20. Jahrhunderts die amerikanische Regierung aufgefordert hatte, die infernalischen Maschinen zu verbieten, die Musik reproduzieren können, weil dadurch die Kreativität der Jugend ausgerottet werde, die bis dahin abends selber gesungen habe. Lessig stellt fest, das die Befürchtung Sousas eingetreten ist, die Kultur sei von einem Read/Write- in einen Read-Only-Zustand gewechselt, die selbst kulturproduzierenden Menschen hätten sich zu reinen Konsumenten entwickelt. Erst die digitale Revolution habe es ermöglicht, daß jedermann wieder selbst kreativ werden könne und es auch tue, wie beispielsweise Phänomene wie Flickr, YouTube und andere beweisen.

Allgemeiner geht es darum, daß geistiges Eigentum dahin tendiert, weiteres geistiges Eigentum zu produzieren; darauf beruht Wissenschaft. Deshalb waren die Wissenschaftler als erste größere Gruppe nach den Militärs interessiert, das Internet für sich selbst nutzbar zu machen. Je schneller die Ideen verbreitet und verarbeitet werden, desto schneller werden neue Ideen produziert. Lessig plädiert dafür, ähnlich wie im Bereich der Open Source-Software ein Modell zu entwickeln, nach dem der Urheber beispielsweise leicht festlegen kann, daß andere kreative oder private Nutzer Material kostenlos benutzen und verändern dürfen, kommerzielle Nutzer jedoch Lizenzen zu zahlen haben. Er hat dies unter » Creative Commons systematisiert; Sie dürften mittlerweile schon mehrfach über dieses Phänomen gestolpert sein. In dem erwähnten Vortrag wird auch sehr drastisch demonstriert, wie sich die Radioindustrie erfolgreich gegen die Forderungen der » ASCAP gewehrt hat, indem die » BMI ins Leben gerufen wurde. Es besteht also Hoffnung - aber im Grunde ist die Sache schon gelaufen. Die Menschen sind wieder kreativ! Karin Rupprecht ist ein gutes Beispiel dafür.



Haiku

Kreativität.
Ein großes Wort. Viel zu groß?
Lächerlich. Fang an.


Chefredakteur und Herausgeber

 
Chefredakteur und Herausgeber
 
 




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Rezension: Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten


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Wolff, Fabian

Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten
Achtsamkeit Konzentration Meditation

160 Seiten. Gebunden, Pappband, matt laminiert, 22 x 14,2 cm
Stuttgart, Januar 2006 · Kosmos Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-440-10460-6


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Der Verlag sagt über das Buch:

Was haben Reiten und Zen gemeinsam? Sowohl das Reiten als auch das Zen ermöglichen dem Menschen, sich selbst zu erkennen. Und bei beiden steht die Harmonie als Ziel im Vordergrund. Fabian Wolff beschreibt, wie die Rituale des Zen Mensch und Pferd bereichern und miteinander in Einklang bringen.



Autor

Der Journalist Fabian Wolff reitet seit vielen Jahren, auch erfolgreich im Turniersport. Das alltägliche Praktizieren des Zen-Buddhismus, die intensive Beschäftigung mit Zen und zahlreiche Reisen nach Nepal und Thailand führten ihn zur Verbindung beider Künste.



Rückentext

Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten


Schon die alten Samurai haben die Nähe des Reitens zum Zen immer wieder betont. Doch was haben Reiten und Zen gemeinsam? Beides ermöglicht dem Menschen, sich selbst zu erkennen. Und bei beiden steht die Harmonie im Vordergrund.
Ohne Harmonie ist Reiten nur Sport - in Harmonie aber ist es eine Kunst, die uns hilft, unser inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Alle Künste, die im Zen eine Rolle spielen, sind Wege zu Achtsamkeit, Harmonie und Ausgeglichenheit.
Dieses Buch beschreibt, wie die Rituale des Zen Mensch und Pferd bereichern und miteinander in Einklang bringen.



Verlag

» Kosmos



W. Popken im Fenster

 
W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Die ersten beiden Kapitel dieses Buches heißen "Noch ein Buch über das Reiten?" und "Noch ein Buch über Zen?" Naja, denkt der Leser, wenn jedes Buch über das Reiten mit dieser Frage beginnen würde - man wird doch wohl erwarten dürfen, daß der Autor etwas zu sagen hat, etwas Neues. Und wenn der Titel schon etwas Neues verspricht, dann spricht doch nichts dagegen, daß der Autor das Buch schreibt und der Käufer das Buch liest.

Was nun die Bücher über Zen betrifft, so gibt es eine ganz eigene Klasse von Büchern, deren Titel lautet "Zen oder die Kunst ..." oder "Zen und die Kunst ..." oder "Zen in der Kunst ..." usw.; das vielleicht berühmteste dieser Bücher ist » Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten von » Robert M. Pirsig. Ich bin seinerzeit auf dieses Buch gestoßen, als ich im Katalog nach dem viel älteren und ebenfalls sehr berühmten Buch » Zen in der Kunst des Bogenschießens von » Eugen Herrigel suchte.

Pirsig betont schon im Vorwort, daß sein Buch eigentlich wenig mit Motorrädern und auch wenig mit Zen zu tun hat. Der Untertitel lautet: "Ein Versuch über Werte". Dieses Buch habe ich sehr häufig gelesen und noch häufiger verschenkt. Die meisten Empfänger konnten damit nichts anfangen. Das konnte ich nicht verstehen, dieses Buch beschäftigt mich noch immer. Der Gedanke, daß die Qualität der Zentralbegriff unseres Weltverständnisses ist, imponiert mir noch immer. Zum Schluß stellt der Autor eine ganz wesentliche Übereinstimmung zwischen seiner Auffassung von Qualität und dem » Tao fest, ohne sich lange damit aufzuhalten, daß Zen damit nun wiederum gar nichts zu tun hat.

Kann man nun erwarten, daß man in diesem Buch etwas über Zen und das Reiten erfährt? Bei Herrigel erfährt man kaum etwas über das Bogenschießen, wenn ich mich recht erinnere, und auch das Zen ist mir nicht recht deutlich geworden. Es war ein noch dünneres Buch als dieses, und vor allen Dingen die Schwierigkeiten des deutschen Professors, sich gehenzulassen und zu vergessen und das Schießen geschehenzulassen blieben mir im Gedächtnis. Das aber war vielleicht die wesentliche Botschaft.

Meine Annäherung an das Zen geschah weniger über Bücher als vielmehr über das praktische Tun, das so genannte » Zazen. Man sitzt am besten im » Lotossitz, hält vor allen Dingen den Rücken extrem gerade (was nicht einfach ist - man glaubt, gerade zu sitzen, tut es aber nicht) und versucht, das Denken, den ununterbrochenen stillen Dialog im Kopf, abzustellen, was sich als fast unmöglich erweist.

Damals wurde mir empfohlen, leicht erhöht auf einem Klötzchen zu sitzen. Das tue ich noch heute, wenn ich meditiere, allerdings im halben Lotossitz - den vollen konnte ich nur als Kind, und das auch nur kurz. Mit Zen habe ich allerdings nichts mehr zu tun - die Methoden und Ziele des Zen sind mir heute recht fremd. Es geht ja beim Zen nicht um Gott - für den Buddhismus gibt es keine Gottheiten, sondern im Grunde nur das Diesseits, welches letztlich als Leidensweg begriffen wird, der ultimativ beendet werden soll, indem Eingang ins Nirwana gefunden wird. Irgendwie macht mich das alles gar nicht an, schon gar nicht die ewigen Geschichten der unnahbaren Zen-Meister, die die armen Schüler mit unsinnigen Forderungen zur Verzweiflung bringen.

Aber gut, man möchte ja gerne etwas dazulernen, insbesondere im Zusammenhang mit Pferden, nun also: Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten. Schon der Klappentext läßt mich die Stirn runzeln: Der Autor ist Turnierreiter. Wie geht das mit Zen zusammen? Er praktiziert den Zen-Buddhismus täglich, lesen wir, also sollte er doch etwas davon verstanden haben. Wie sieht das aus? Soweit ich weiß, besteht die Praxis aus stundenlangem Zazen - wenn man mal von der Auffassung absieht, daß alles, was man tut, im Geiste des Zen getan werden kann, also zum Beispiel auch der Abwasch oder Unkraut jäten oder, um im Bild zu bleiben, Stall ausmisten.

Mit großem Interesse und ebensogroßem guten Willen begann ich also die Lektüre dieses Buches, Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Zeile für Zeile, Absatz für Absatz, Seite für Seite, bis ich nicht mehr konnte. Und warum? Weil ich nur Gemeinplätze zu lesen bekam. Ich wartete dringend auf Erkenntnisse, Einsichten, Neuigkeiten, vielleicht hätten es auch Techniken sein dürfen, aber ich bekam nur langweilige und langatmige Referate aufgetischt. Jede Menge Anekdoten über Zen und Zen-Meister und das Reiten, und am Ende eines jeden Kapitels eine Zusammenfassung, etwa in der folgenden Art:

Die Grundlagen des Zen

  • Zen ist keine Religion.
  • Zen geht auf den historischen Buddha Siddhartha Gautama zurück, kam aus Indien zunächst nach China, vermengte sich dort mit dem Daoismus und erreichte in Japan seine heutige Form.
  • Das "Erwachen" des Buddha ist nichts weiter, als die Dinge so zu sehen, wie sie sind.
  • Man muß es selbst erfahren - und jeder kann es erfahren.
a.a.O., Seite 34

Ja so! Hält man es für möglich? Nichts weiter als das? Und deshalb soviel Theater?

Nun ja, der Autor bietet noch andere Zugänge an, zum Beispiel über den Begriff "Harmonie":

Die Grundlagen der Harmonie

  • Die "Große Weisheit", die "Erleuchtung" ist nichts weiter, als Harmonie mit der Umwelt zu finden.
  • Zu viel nachdenken verhindert die Harmonie.
  • Harmonie kann man nur erreichen, wenn die Voraussetzungen im Umgang mit dem Pferd stimmen.
  • Harmonie mit dem Pferd war schon immer die Grundlage des Reitens.
  • Auch die Samurai hatten das Geheimnis der Harmonie erkannt.
a.a.O., Seite 60

Donnerwetter! Schon die Zusammenfassung gibt zu denken. Erleuchtung ist nichts weiter... Ja, so! Endlich habe ich es begriffen. Viel Lärm um nichts! Alles nur Schaumschlägerei! 95 % aller Reiter sind demnach auf dem guten Weg, oder?

Unverdrossen hilft uns der Autor weiter und gibt ganz konkrete Handlungsanweisungen:

Die Kernsätze zur Achtsamkeit

  • Achtsamkeit ist ein zentrales Motiv im Buddhismus und dem Zen.
  • Achtsamkeit bedeutet, sich ganz dem zu widmen, was man gerade tut: dem Antraben beim Antraben, dem Putzen beim Putzen, dem Satteln und beim Satteln.
  • Achtsamkeit verlangt volle Konzentration auf die jeweilige Handlung, darf aber nicht dazu führen, daß man über jede einzelne Handlung nachzudenken beginnt.
  • Achtsamkeit kann man lernen.
  • Achtsamkeit kann man sofort beginnen.
a.a.O., Seite 70

Na also! Ich nehme an, daß man das auch beim Ausmisten lernen kann. Insofern hat Zen mit dem Reiten genauso viel zu tun wie der Küchendienst oder die Gartenpflege oder was auch immer Menschen meinen tun zu müssen. Zen kann also überall und ständig praktiziert werden, vermutlich sogar im Schlaf.

Aber nein, der Autor bringt auch Techniken, zum Beispiel das Zazen. Er gibt zu bedenken, daß unsereiner vermutlich nicht den Lotossitz kann, vielleicht nicht einmal den halben, aber er beruhigt uns, darauf kommt es angeblich gar nicht an. Denn, jetzt lerne ich tatsächlich etwas Neues hinzu, der Lotossitz dient dazu, bestimmte Akupressurpunkte zu aktivieren, die der Reiter nun fast automatisch beim Reiten aktiviert. Also kann der Reiter erst einmal sitzen, und anschließend dann Reiten. Sehr bequem. Damit ist der Reiter jedem anderen Zen-Adepten haushoch überlegen! Vielleicht müssen wir als Reiter noch nicht einmal sitzen, sondern brauchen bloß zu reiten?

Die Bedeutung der Technik

  • Man muß zunächst die Technik und die Grundlagen schulen, sonst kann man sie später nicht überwinden - das gilt im Reiten wie im Zen.
  • Za-Zen, das Zen im Sitzen, ist die Essenz des Zen. Mit der richtigen Haltung und der richtigen Atmung erreichen wir dabei die Entspannung des Geistes.
  • Ist der Geist entspannt, gelangen wir wieder ins Gleichgewicht und erreichten Harmonie.
  • Von diesem Gleichgewicht und dieser Harmonie profitiert auch der Körper.
  • Dieser Zustand läßt sich erlernen - und birgt für das Reiten immense Vorteile.
  • Aber: Za-Zen zu üben, ist keine zwingende Bedingung für harmonisches Reiten.
a.a.O., Seite 120

Da haben wir es: wir müssen gar nicht sitzen. Reiten ist ja auch viel vergnüglicher! Diese Binsenwahrheiten werden sehr langatmig entwickelt und mit vielen Anekdoten und vielen Namen von irgendwelchen Mönchen und Meistern aus Tibet und China und Japan und sonst woher untermauert, müssen also nicht nur wahr sein, sondern auch sehr bedeutsam. Technik ist aber nicht alles, sondern Technik muß auch noch überwunden werden:

Die Kernsätze zur Überwindung der Technik

  • Haben wir die Technik perfektioniert, ist sie nicht mehr wichtig: Wir gehen darüber hinaus.
  • Das gelingt uns, wenn wir das Denken und das Ich vergessen.
  • Dann tritt das Es an die Stelle des Ich, alles geschieht aus sich selbst heraus, und die Intuition bestimmt das Handeln: Das Geheimnis des Wu Wei ist gelüftet.
  • Hinter dem Geheimnis des Wu Wei steht die reine Harmonie.
  • Wir kehren zum Anfängergeist zurück.
a.a.O., Seite 143

Alles klar, oder? Kennen wir doch alle, so ist das Leben! Mit solcher Art Weisheiten und mehr oder weniger passenden Anekdoten füllt der Autor Seite um Seite, und irgendwann konnte ich nicht mehr. Mein Lesezeichen steckt immer noch auf Seite 37, ich fing dann an, querzulesen, hier und da hineinzuschnuppern, um zu sehen, ob sich der Stil des Autors und die Durchdringung des Materials ändert, aber nein, der Vortrag bleibt immer auf derselben Höhe, es ist eine Fleißarbeit, wo man sich ständig fragt, ob der Autor wirklich glaubt, was er dem Leser vorsetzt.

Aber halt! Zum Schluß gibt er zu bedenken, daß Pferde wie Menschen höchst unterschiedlich sind. Das ist mein persönlicher Eindruck, den ich mit anderen Urteilen vergleichen wollte. Bei Amazon hatten sich glücklicherweise drei Rezensenten die Mühe gemacht, und nur einer fand das Buch ähnlich ungenießbar wie ich, die anderen beiden waren begeistert. Etwa so:

Viele Versuche herrauszufinden was Zen eigentlich ist, schlugen fehl, die einzige Antwort war das es eigentlich keine Antwort auf diese Frage gibt. Durch das Buch konnte ich für mich eine Antwort darauf finden was Zen eigentlich ist. Sehr deutlich wird wie wichtig es ist die Harmonie zwischen Pferd und Reiter zu fördern und eine Vollkommenheit der gleichen anzustreben. Wenn dieses Ziel erreicht ist, sind die schwierigsten Dressurlektionen kein Hindernis mehr.

» Der Sinn dahinter

Es gibt zwar keine Antwort, aber durch das Buch kann man die Antwort finden. Bingo! Wer also die schwierigsten Dressurlektionen meistern will, dem sei dieses Buch dringend ans Herz gelegt. Die andere positive Rezension befindet: "Auch ein gutes Geschenk für die nachdenklicheren Mitreiter. Ich hab es gerne gelesen." Also: Weihnachten steht vor der Tür!


erschienen 30.11.08




Wolff, Fabian

Zen oder die Kunst ein Pferd zu reiten
Achtsamkeit Konzentration Meditation

160 Seiten. Gebunden, Pappband, matt laminiert, 22 x 14,2 cm
Stuttgart, Januar 2006 · Kosmos Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-440-10460-6


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Tip: Pferdefreundliche Reitweise V


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Heidi Keppel

 
Heidi Keppel
 
 
Tipps für eine pferdefreundliche Reitweise
Teil 5
Von   Heidi Keppel


Vorige Woche habe ich bereits davon gesprochen, dass die innere Einstellung zum Pferd und zum Reiten besonders wichtig ist, wenn man eine harmonische Zusammenarbeit mit seinem Pferd anstrebt. Ein bedeutsamer Punkt ist hierbei, dem Pferd grundsätzlich zu vertrauen und ihm mehr Freiheiten zu gestatten, als dies üblicherweise (vor allem beim Englischreiten) praktiziert wird.

Wer auf das Sidepull-Reiten umsteigen möchte, sollte sich schon im Vorhinein darüber im Klaren sein, dass es nur funktionieren kann, wenn man bereit ist, seine stramme Zügelhaltung und den ununterbrochenen ‘Kontrollzwang’ aufzugeben. Nur mit durchhängenden Zügeln, die eine uneingeschränkte Kopfbewegung des Pferdes erlauben, erfüllt diese gebisslose Zäumung ihren Zweck und bringt so Pferd und Reiter in den Genuss eines unbeschwerten Rittes.

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, möchte ich hier gleich betonen, dass dies selbstverständlich keine Aufforderung sein soll, diverse Unarten unserer vierbeinigen Reitgefährten einfach hinzunehmen oder unseren tierischen Freunden gar die Vormachtstellung zu überlassen. Es kann aber nicht schaden, ihnen das Leben und die Mitarbeit zu erleichtern und ihnen gegebenenfalls ein ‘Mitspracherecht’ einzuräumen, wenn es die Situation erfordert.

Gerade bei Geländeritten ist es durchaus von Vorteil, wenn ein Pferd seinen Kopf frei bewegen und damit auch viel besser auf den Weg achten kann. So kann es z.B. mit tief gehaltenem Kopf bei weitem leichter großen Steinen ausweichen oder gefährliche Wurzeln bzw. andere Bodenunebenheiten überwinden. Und es kann auch seitlich befindliche Hindernisse genauer abschätzen, wenn es den Kopf nach Belieben drehen darf. Auf diese Weise wird ein Ausritt für alle Beteiligten zu einem angenehmen und stressfreien Erlebnis, und der Reiter büßt damit keineswegs seine Autorität ein.

Ganz besonders gilt dies auch für nervöse Tiere, die in unbekannter Umgebung oft zappelig werden und schon bei geringstem Anlass erschrecken. Gerade solche Pferde profitieren von dieser Kopffreiheit, weil sie sich so alles uneingeschränkt anschauen können und dadurch meist rasch ruhiger werden. Auch wenn es viele Reiter eine große Überwindung kosten wird, in solchen Fällen auf die scheinbar sichere feste Zügelhaltung zu verzichten, kann ich dies nur empfehlen, denn Nervosität entsteht besonders bei sensiblen Tieren hauptsächlich durch Zwang und Bewegungseinschränkung.

Wer sich sein Pferd als zuverlässigen Reitpartner wünscht, der sollte ihm auch die Möglichkeit geben, sich dahingehend zu entwickeln, und dazu ist unter anderem eine gewisse Selbständigkeit und eine eigenverantwortliche Form des Mitdenkens erforderlich. Das Pferd soll also nicht nur still ergeben wie eine Maschine die Befehle seines Reiters ausführen, sondern vielmehr in einem steten Zwiegespräch mit seinem Reiter stehen und ihm notfalls auch widersprechen, wenn seine Anordnungen sinnlos oder gar gefährlich erscheinen. Wie dies im Detail aussehen kann, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp!




Siehe auch   Autoren-Messeseite


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Poster: Stillehalten in Riesenbeck.


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Stillehalten in Riesenbeck.
zu  Ausgabe 505


Der Hausherr hält eine Rede.


©   Werner Popken
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Sieger des Derbys.
zu  Ausgabe 505


Chester Weber hört andächtig zu.


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Nichts für Pferde.
zu  Ausgabe 505


Hier wird einer ungeduldig.


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Und hier ebenfalls.
zu  Ausgabe 505


Beide Grooms haben zu tun.


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Na, was gibt das?
zu  Ausgabe 505


Ruhig bleiben trotz Steigversuchs.


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Brav, brav!
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Langweilig. Nanu? Tauziehen?


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Messeseite: Westphalen


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Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen († 2009)

 
Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen († 2009)
 
 
Nachruf auf Eduard Graf von Westphalen


Der Mensch lebt und besteht
nur eine kleine Zeit.
Und alle Welt vergeht mit
ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an
allen Enden,
und wir in seinen Händen.
(Matthias Claudius)


In großer Hochachtung und tiefer Trauer gedenken wir Rechtsanwalt Eduard Graf von Westphalen, dem Gründer von » Pferderecht-Wissen.de.

Eduard Graf von Westphalen ist aufgewachsen auf einem Gutshof in Westfalen. Die Familie war in der Zucht und im Rennsport engagiert. Damit hatte er von frühester Jugend an ein enges Verhältnis zur Pferdezucht und später zum Turniersport - ein Verhältnis zu Pferden, das weit über das rein Rechtliche hinausging. Er war nicht nur ein begeisterter Reiter und Kenner der tierärztlichen Aspekte des Pferderechts sondern auch ein Anhänger alternativer Methoden, wie sie insbesondere unter dem Begriff "Pferdeflüsterer" bekannt geworden sind.

Rechtsanwalt von Westphalen war mehr als 30 Jahre als selbstständiger Anwalt in München tätig und Mitautor umfangreicher Kommentare. Durch viele Vorträge und Publikationen hat er sich nicht nur unter den deutschen Pferderechtlern einen großen Namen gemacht und genoss die Anerkennung und den Respekt seiner Kollegen.

Über Jahrzehnte war Rechtsanwalt von Westphalen in den verschiedensten Stiftungen engagiert, so unter anderem als Gründungsstifter von "ORO VERDE" - Stiftung zur Rettung der Tropenwälder.

Darüber hinaus engagierte er sich nach der Wiedervereinigung für den Gedanken- und Wissensaustausch der Juristen der alten und neuen Bundesländer, indem er die "Leipziger Juristentage" ins Leben rief. Diese Arbeit setzte Rechtsanwalt Graf von Westphalen später als Gründer und Präsident der "Karlsbader Juristentage" fort - einem Forum für aktuelle Rechtsprobleme und Wege ihrer Lösung im Hinblick auf nationale Rechtsordnungen.

Graf von Westphalen war nicht nur ein hervorragender Jurist und Pferderechtler sondern auch ein Mensch, den neben enormer Tatkraft und hohem Engagement Einfühlungsvermögen und menschliche Wärme auszeichneten. Mit seinem Sinn für Humor und einem ausgeprägten Geschichtswissen hat er selbst trockene juristische Themen in seinen Veröffentlichungen informativ und auch für den juristischen Laien verständlich behandelt. Er machte Pferderecht-Wissen.de binnen einen Jahres zu einer der erfolgreichsten Portale rund um das Recht beim Pferdekauf und im Pferdesport.

Das Team und die Autoren von » Pferderecht-Wissen.de

Mit freundlicher Genehmigung von » Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen, dem Bruder des Verstorbenen


Die Kanzlei Eduard Graf von Westphalen wird fortgeführt von RA Enzio Graf Rességuier de Miremont.

 

 
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Messeseite: Lobback


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Rudolf K. Lobback
ist Peitschenmacher von Beruf.

Noch Anfang der fünfziger Jahre gab es Hunderte von Peitschenfabriken, heute wird meistens Fabrikware geliefert. Nicht so bei Lobback.

Links ein Eindruck von der Peitschenpräsentation auf der Equitana ' 99. Lobback stellt auf großen Messen und Turnieren aus und kommt dort in Kontakt mit Reitern und Fahrern aus aller Herren Länder, vom Amateur bis zum Spitzensportler.

Bei Lobback findet auch der anspruchsvolle Kunde sein Produkt. Rudolf Lobback nimmt sich Zeit für eine ausführliche Beratung. Er kennt sich in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen aus und kann die erforderlichen Produkte anbieten.

Aber auch Qualitäten für den täglichen Einsatz in solider Verarbeitung werden im Sortiment nicht vernachlässigt. Bei aller Sorgfalt und Qualitätspflege ist es für Lobback wichtig, ein faires Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten.

Kontakt
Rudolf K. Lobback Peitschenhandwerk
OT Prisser, Schmarsauer Str. 45 29451 Dannenberg (Elbe)
E-Mail   Rudolf K. Lobback » EquiVoX.de/Lobback
Tel. 0 5861/2564 Fax 0 5861/6827

 

 
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Werner Popken

 
Werner Popken
 
 
Marketing für Profis


Internetmarketing ist ein eigenes Fachgebiet. Natürlich geht es um das Thema, wie man bestimmte Sachverhalte, Dienstleistungen und Produkten demjenigen nahebringt, der davon profitieren kann. Und natürlich entwickeln sich die Dinge ständig, wie auch in allen anderen Bereichen des Marketing.

So etwas wie "Pferdemarketing" gibt es natürlich nicht, genauso wenig wie es "Automarketing" oder "Biermarketing" gibt. Es geht immer um dieselben Probleme, wobei die Zielgruppen und die Anliegen durchaus unterschiedlich sein können, genauso wie die Mittel des Marketing sehr unterschiedlich sind.

Eines aber ist klar: Alle Bereiche unterscheiden sich voneinander. Das hängt mit den Medien zusammen. Zeitschriften werden anders wahrgenommen und konsumiert als das Fernsehen, das Kino, Plakatwände oder eben das Internet. Letzten Endes muß man immer von ihnen ausgehen, an die man sich wendet. Was also bewegt die Menschen, sich im Internet umzuschauen, wie tun sie das, welche Interessen haben sie, wie kann man ihre Aufmerksamkeit erreichen?

Alle diese Fragen kann man systematisch untersuchen, wissenschaftlich, marktwirtschaftlich, länder- und produktbezogen. Und wie immer bei Marketing sind wir selbst Partei, denn wir sind genauso Verbraucher wie die, die wir erreichen wollen. Wir haben also unsere eigenen Vorlieben und Erfahrungen, wir können bei unseren Untersuchungen bei uns selbst anfangen.

Die Sache wird insofern schwierig, als es "den Benutzer" so nicht gibt. Es gibt "Anfänger" und "Fortgeschrittene", und zwar unabhängig vom Medium. Wer viel Fernsehen konsumiert, wird auf Fernsehwerbung völlig anders reagieren als jemand, der das nur selten tut. Da aber jemand, der in einem Medium einsteigt, naturgemäß zunächst wenig Erfahrung hat, dieses jungfräuliche Stadium aber schnell hinter sich läßt und bald ein erfahrener Benutzer sein wird, tut man besser daran, sich an diejenigen zu halten, die mehr Erfahrungen haben, als an die, die im Grunde noch gar nicht mitreden können.

Meine ersten Erfahrungen im Internet gehen auf das Jahr 1997 zurück. Nach zwei Monaten im deutschen Internet war mir klar, daß hierzulande noch geübt wurde. Ich wechselte also in das amerikanische Internet. Dort wurden zu dieser Zeit die wesentlichen Konzepte ausgekocht, die heute noch gültig und teilweise der uns immer noch nicht angekommen sind.

So haben zum Beispiel alle großen amerikanischen Internetseiten zu Beginn des Jahres 1998 auf grafische Menüs verzichtet, weil diese wesentliche Nachteile, aber kaum Vorteile haben. Genauso hart wurde um die Frage "Frames: ja oder nein?" gekämpft und eindeutig entschieden. Merkwürdigerweise haben die deutschen Designer sich genau andersherum orientiert. Im amerikanischen Internet findet man bei professionellen Seiten so gut wie nie Frames, bei deutschen fast immer - jedenfalls immer dann, wenn der Designer dem Kunden Vorschriften machen kann, weil dieser im Grunde ahnungslos ist.

Die "Angebote der Woche" nutze ich, um immer wieder Aspekte des Marketing im Internet zu diskutieren. Ich hoffe, daß es mir gelingt, die es in einer unterhaltsamen Weise zu tun, die zugleich lehrreich ist. Viel Vergnügen!



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Werner Popken ISIS Messe & Pferdeverlag
Hauptstr. 13 32609 Hüllhorst
E-Mail   Werner Popken  
Tel. 05744-511 574 Mobil 0151-2327 3955

 

 
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1 Leserresonanz zu Ausgabe 505 vom 30.11.08


Leserbrief  2029 zu Ausgabe  505
01.12.08



Ein Dankeschön an Pia- Pia Rennollet über Pferdeflüsterer -

Ich finde den Artikel super und hoffentlich lesen ihn viele und machen sich Gedanken über den Umgang mit ihren Pferden.

Ich selbst besitze das Buch von Pia Rennellot und war bei ihr zu Beginn als das Pferdevirus mich infizierte und (noch bevor) ich mein 1. Pferd mein eigen nannte bei ihr auf den Kurs.

Sie hat den Grundstein gelegt: dass ich sensibel genug wurde - zu fühlen - das Pferd als das Individuum Pferd − wahrzunehmen. Sie hat mir geholfen meine vom Menschen geschädigte Haflingerstute zu sehen wie sie war - vom Menschen angewidert und nur auf der Flucht − Sie hat mir geholfen, dass ich losgelöst von den ach so gut gemeinten Ratschlägen der Menschen die ihr Pferd nur benutzen wollen - meinen Weg mit den Pferden (speziell mit meiner Stute) gefunden habe. Natürlich auch mit Rückschlägen und zwischendurch mit falsch eingeschlagenen Weg (den man ja korrigieren kann) und so die Möglichkeit erhält mit dem Pferd zu wachsen.

Sie hat den Wunsch in mir geweckt und es ist mein Weg zum Ziel − es zu schaffen - zu erreichen, daß meine Pferde gerne mit mir zusammen sind, freiwillig für mich etwas tun − mich zu tragen − mir folgen auf eine andere Weide und es für mich tun - aus Freundschaft? Aus Anerkennung? Weil sie gerne bei mir sind?

Nur dann ist alles Möglich und es macht beiden Freude − dem Menschen + dem Pferd.

Liebe Grüsse

Barbara Volk



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Bericht Zu den Themen  Kommunikation,  Tierschutz · Gesamttext
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©1999-2008 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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