Antwort von Herrn YY:
Herr ZZ grüßt mich freundlich. Er schreibt mir, er sei erstaunt über meine Kritik, schließlich -so behauptet er- hätte ich auf meinPferdetraum.de ähnliche Bilder wie er auf seiner Homepage bzw. in seinen Büchern und wir hätten wohl ähnliche Ansichten (?).
Desweiteren stellt er meine Kompetenz in Frage, da er mit mehreren Pferden arbeiten würde als ich das tue. Herr ZZ setzt meine Ansichten als Philosophien herab, schließlich müsse man im Umgang mit Pferden sachlich sein. Er begründet diese Aussage damit, dass tätliche Hilfe wichtiger sei als wohlklingende Worte.
Herr ZZ erzählt mir von Herdenstrukturen und dass er diese in seiner Pferdeausbildung berücksichtigen würde. Er behauptet, unter Pferden gäbe es weder Gleichberechtigung noch Partnerschaft, sondern lediglich Hierarchien.
Unter anderem weist mich Herr ZZ darauf hin, dass Pferde impulsive, starke Lebewesen seien, und dass er nicht das Risiko eingehen könne, sich mit diesen Wesen in ungeklärten Verhältnissen zu bewegen. Dieses wolle er auch anderen Menschen vermitteln, alles andere sei verantwortungslos.
Abschließend bemerkt Herr ZZ, dass ihm das Wohlergehen der Pferde sehr am Herzen liege.
Zum Nachlesen: Der Original-Brief von Herrn YY ist in der XX Ausgabe September 2008 abgedruckt. Leider habe ich nicht die Erlaubnis, den Brief hier zu veröffentlichen. Ich habe deshalb versucht, sehr genau den Inhalt des Briefes wieder zu geben. Verwendet habe ich dazu dieselben Worte/Ausdrücke, die Herr ZZ geschrieben hat.
Ich schrieb Herrn ZZ daraufhin Folgendes:
Hallo Herr ZZ,
vielen Dank für Ihr Schreiben.
Ihr Buch "AA" habe ich mit Freude und Begeisterung gelesen, auch wenn es für mich nicht wirklich etwas "neu entdecktes" enthalten hat. Ich hatte Ihnen zum damaligen Zeitpunkt auch in Ihr Gästebuch geschrieben, aber dieses existiert anscheinend auf Ihrer Webseite nicht mehr (?).
In "AA" beschreiben Sie ohne Dogmen viele logische Ansätze in Bezug auf Umgang und Reiten - das hat mir gefallen und dieses Werk ist weiterzuempfehlen. Ich mag es, wenn Menschen über den "Tellerrand" gucken und ohne Versteifung auf eine einzige Methode handeln und dazu noch ihr Gefühl einbeziehen. Diesen Eindruck hatte ich von Ihnen nach der Lektüre von "AA".
Die Tipps (dieses Wort löst in mir schon Unbehagen aus, wenn ich daran denke, dass wir über denkende und fühlende Wesen schreiben), die Sie in der XX-Pferdezeitung, sowie in Ihrem aktuellen Buch "BB - Tipps und Tricks" für den Umgang mit Pferden vorschlagen, sind -meiner Meinung nach- nicht pferdegerecht. Sie hinterfragen in keiner Weise die Ursache für das Verhalten der vorgestellten Pferde.
Deshalb möchte ich Ihnen auch in Ihrer Aussage widersprechen, dass wir Beide -Sie und ich- "ähnliche Ansichten" im Umgang mit Pferden hätten. Ich suche nach den Wurzeln eines Verhaltens, anstatt die "Symptome" mit "Tricks" zu behandeln, wie Sie das in der XX-Zeitung sowie in Ihrem Buch BB tun. Die Bekämpfung eines Symptoms führt unweigerlich zu neuen Symptomen, das ist in der Psychologie sowie in der Medizin bekannt und wissenschaftlich bestätigt.
Sie fragen mich, mit wie vielen Mensch-Pferd-Paaren ich schon gearbeitet habe. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht (ein paar Auszüge aus meinen Kontakten finden Sie hier: » Aufgekommene Fragen). Sicherlich sind es nicht annähernd so viele Pferde und Menschen, wie Sie kennen gelernt haben. Sie arbeiten als Trainer, ich beschäftige mich in meiner freien Zeit (neben meinem Hauptberuf im Büro) mit Pferden und Menschen - da ist schon der Zeitfaktor ein ganz anderer.
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