|  | HENNA - THE INFLATABLE LOVE CHICKEN Anatomically Correct |  |  |  |
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Ich liebe mein Pferd Sex mit Tieren - Quälerei oder bald Normalität? von Werner Popken |
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Eigentlich wollte ich diesen Artikel schon in der letzten Woche bringen, aber da widerte mich das Thema so sehr an, daß ich gar nicht darüber schreiben wollte und konnte. Statt dessen habe ich mich im Editorial Tabu darüber verbreitet. Da ich aber versprochen hatte, eine Rezension über das Buch Verschwiegenes TierLeid zu schreiben, das der Anlaß für meine Beschäftigung mit den Thema war, wollte ich nicht kneifen und habe mich nochmal intensiv mit dem Problemkreis beschäftigt. Ich hoffe, ich bin dem Thema "Sex mit Tieren" jetzt besser gewachsen.
Wie man an diversen Forendiskussionen ablesen kann, wird in dieser Hinsicht hochkontrovers diskutiert. Dort äußern sich überwiegend Menschen, die noch viel radikaler sind als die Tierschützer. Beispiel:
| 05. Mär 2005 18:42 iiihhhhhh
sorry awa dene müsste man de spatz abschneiden das iss meine meinung!! » Tiere: Tierpornografie | | |
So spricht des Volkes Stimme. Man bildet sich seine Meinung und vertritt sie ungeniert. Indem man "die anderen" als krank, pervers, abartig, bösartig kennzeichnet, distanziert man sich von ihnen und kann sie gut hassen. Man muß sich nicht damit beschäftigen. Wenn es nach dem Volk geht, wird die Todesstrafe wiedereingeführt und Homosexuelle werden wieder geächtet und bestraft, notfalls mit dem Tode. Oder nicht?
Wie man an den Illustrationen dieses Abschnittes sieht, kann man die Angelegenheit auch humoristisch auffassen. Die Tierschützer prangern natürlich die bösen Tierquäler an, und zweifellos gibt es die auch - der Pferderipper und seine Nachahmer sind bundesweit bekannt. Zwar weiß man nicht viel über diesen Täter und die Kennzeichnung der Taten als sexuell motiviert mag zweifelhaft sein, dennoch wird alles in einen Topf geworfen. Wer tötet oder verletzt, muß anscheinend eine sexuelle Motivation haben.
Die Sexualität - das ist anscheinend eine » Büchse der Pandora. Einerseits erstrebenswert und schön, andererseits Inbegriff des Widerlichen und Widernatürlichen. Darin spiegelt sich natürlich unsere Kultur und Überlieferung. War die Sexualität den Griechen der Antike noch in vielen Spielarten darstellenswert, hat das Christentum Sexualität auf die Reproduktion zu reduzieren versucht. Infolgedessen wurden sexuelle Handlungen, die nicht der Fortpflanzung dienten, zum Beispiel Oralverkehr, Homosexualität und Sex mit Tieren stark dämonisiert und tabuisiert.
Bis zur » Großen Strafrechtsreform von 1969 war Homosexualität als "Unzucht zwischen Männern" und Sex mit Tieren als "Widernatürliche Unzucht" strafbar, des weiteren "Kuppelei", "Verführung" und "Verbreitung unzüchtiger Schriften". Ich kann mich noch gut erinnern, daß meine Eltern 1968 starke Bedenken hatten, als ich meine Freundin zu Besuch mitbrachte. Die Nachbarn hätten sie der Kuppelei bezichtigen können. Das war kein Spaß. Wir jungen Leute gehörten schon einer anderen Generation an und wußten noch nicht einmal, daß es diesen Straftatbestand gab. Kuppelei? Was sollte das sein?
Inzwischen ist » Homosexualität gesellschaftlich akzeptiert, jedenfalls hierzulande. Es ist für einen Politiker kein Handicap mehr, sich als schwul zu outen. So viel hat sich innerhalb einer Generation geändert. Der Regierende Bürgermeister von Berlin konnte selbstbewußt sagen: "Ich bin schwul, und das ist auch gut so".
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