Leserbrief › 166 21.03.01
Hallo! Sehr interessant, die Geschichte dieses seltsamen Heiligen. Er muss eine fruehe Form von perfekter PR-Abteilung gehabt haben, denn in Bayern (und in Tirol, wo ich herkomme) erzaehlt man sie sich ganz anders: Der Hufschmied Eligius soll auf seine Schmiedekunst dermaßen stolz gewesen sein, dass er über seiner Werkstatt ein Schild hängen hatte, auf dem er sich als "Meister der Meister und Meister über alle" bezeichnete. Da sei nun eines Abends Christus in der Gestalt eines wandernden Schmiedegesellen zu Eligius gekommen und habe um Arbeit nachgefragt. Eligius stellte den Gesellen ein und kam von Stund an nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Geselle hatte nämlich eine besondere Methode beim Pferdebeschlagen; er hieb dem zu beschlagenden Pferd kurzerhand den betreffenden Fuß ab, trug diesen zum Amboss, nagelte dort das neue Hufeisen auf und setzte den Fuß schließlich dem vor der Schmiede wartenden Gaul wieder nahtlos an. Eligius, der Meister der Meister, wollte nun eines Tages, als der Geselle seinen freien Tag hatte, dieses neuartige Verfahren ebenfalls anwenden. Aber wie nicht anders zu erwarten: es ging schief. Zwar gelang es ihm, den Fuß des Pferdes abzubauen und zu beschlagen, aber mit dem Wiederansetzen haperte es. Da es sich um einen prominenten Reiter handelte - man spricht von St. Georg persönlich -, war Eligius des verstümmelten Pferdes wegen in arger Verlegenheit, und wäre nicht Christus erschienen, um den Pferdefuß wieder ordnungsgemäß anzusetzen, wer weiß, ob der stolze Eligius die Blamage überlebt hätte. So aber legte er seinen Hochmut ab und wurde sogar zu guter Letzt ein heiliger Bischof. (Zitat aus: Himmel voller Helfer, Welt voller Wunder; erschienen im Allgäuer Zeitungsverlag Kempten) mit vielen Gruessen, Eva
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