Jugend German Friendships in Herford So gut wie nie zuvor Herford. So manch einer hatte ein paar Tränen im Auge, als am Sonntagnachmittag die 5. Sparkassen German Friendships auf dem Bexter Hof zu Ende gingen. Wir sehen uns wieder spätestens in zwei Jahren hier in Herford, so verabschiedeten sich die Kinder und Jugendliche aus 35 Nationen, die fast eine ganze Woche gemeinsam auf dem Hof von Ulrich Meyer zu Bexten trainiert, geritten und gefeiert hatten. Doch die Siege waren wieder einmal nicht das Wichtigste. "Friendships, no championships"- dieses Motto zählte. Ulrich Meyer zu Bexten vom Veranstalterteam konnte trotz dem Regens am Sonntag ein durchweg positives Fazit ziehen. "Wir sind sehr zufrieden, der Funke ist übergesprungen, und die Friendships waren" wie Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen sagte, "einfach elektrisierend." Das konnten die knapp 17.000 Besucher der Turnierwoche nur bestätigen. Das Konzept der Veranstaltung war seit ihrem Start im Jahr 1999 gleich geblieben: Danach starteten immer jeweils ein Ausländer und ein Deutscher gemeinsam in den nach Children und Juniors getrennten Springprüfungen. Fast immer hatte der deutsche Reiter seinem Teamkollegen ein Pferd zur Verfügung gestellt. Die Unterbringung der Ausländer in Gastfamilien aus dem Kreis Herford vervollständigte die Idee der internationalen Völkerverständigung. In der Juniorenwertung auf M-Niveau erwies sich das Duo "Air Jordan", bestehend aus der Kolumbianerin Alicia Gamboa und der 18-jährigen Vanessa Steiger (Weisenheim) am erfolgreichsten. Die 16-jährige Alicia gewann außerdem die Einzelwertung und das nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren war sie bereits als Siegerin aus der Childrens-Wertung hervorgegangen. Beide Mädchen waren besonders vom Top-Ten-Training begeistert und konnten von den Tipps, die ihnen Marcus Ehning gegeben hatte, bestens profitieren. Bei den Kindern gewann das Team "Butterfly Flip" mit dem Syrer Yousef Al-Anzarouti und Niklas Krieg aus Villingen. Die Einzelwertung entschied Greta Carlotta Kölln aus Fehmarn für sich. Zu einer internationalen Begegnung gerieten auch die "Friends forever Touren" für ehemalige Teilnehmer, die nun zu alt für die Friendships sind. Die Siege blieben jedoch in der Region. Die Silver-Tour entschied der Exteraner Jan Obermowe auf Lightly für sich, in der Goldtour gewann die Herforderin Miriam Schneider auf Luis. "Das sportliche Niveau der Reiter ist im Laufe der Zeit immer besser geworden", freute sich Lars Meyer zu Bexten. Das konnten auch die anderen Trainer nur bestätigen, die am Mittwoch dazu beitrugen, dass sich die jugendlichen Reiter besser mit ihren geliehenen Pferden anfreundeten. Der international für Italien startende Jerry Smit, Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum, war ebenfalls positiv überrascht: "Früher war der Unterschied zwischen Reiternationen wie Deutschland und der Niederlande zu anderen Ländern riesig, das hat sich total geändert." Direkt nach dem Top-Ten-Training begann die Sparkassen Champions Trophy, das Springen mit Pferdewechsel. Nach vier spannenden Durchgängen stand der Sieger fest: Jerry Smit blieb bei all seinen Ritten ohne Abwurf und gewann das Springen im WM-Modus. Mit jeweils einem Springfehler teilten sich Kathrin Müller und Marcus Ehning den zweiten Platz vor Otto Becker, der mit acht Fehlerpunkten auf Rang vier landete. Begeistert von der Idee der Sparkassen German Friendships zeigte sich auch Ministerin Ursula von der Leyen. Die offizielle Stellvertreterin der Schirmherrin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatte die ganze Woche auf dem Bexter Hof verbracht und ihre vier Töchter betreut, die im Rahmenprogramm an den Start gegangen waren. "Meine Kinder lieben das Turnier, also werde ich wohl auch in zwei Jahren wieder dabei sein", sagte die Politikerin, die selbst auch eine gute Reiterin ist. Auch diesmal war die Unterstützung sozialer Projekte wieder fest ins Turnier integriert. Die Spenden gingen an das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. sowie an die Kinderabteilung des Herforder Krankenhauses. Allein 25.000 Euro brachte die Versteigerung des Bexter Globe an die Kanadierin Nancy Southern aus Calgary. Ein Holzreiter mit den Unterschriften der Topreiter wurde für 4000 Euro an Karsten Henco zugeschlagen. S. Müller DJM Steinfeld/DM Voltigieren Vechta Der Countdown für läuft Steinfeld/Vechta (fn-press). Die Topstars von morgen schwingen sich am kommenden Wochenende in Steinfeld und Vechta in den Sattel beziehungsweise aufs Pferd. Um die Deutschen Meistertitel im Spring- und Dressurreiten sowie im Voltigieren geht es für 327 Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter und 350 Voltigierer bei den nationalen Titelkämpfen im Oldenburgischen. Darüber findet erstmals im Rahmen der DJM auch das Bundesnachwuchschampionat Dressur statt. Das Turniergelände des RSC Schemder Bergmark in Steinfeld ist dabei aus dem Jahr 2004 wohlbekannt. Zu Hause fühlen in familiärer Atmosphäre bei erstklassigen sportlichen Bedingungen in der Schemder Bergmark und im Auktionszentrum Vechta lautet die Devise der Veranstalter um Cheforganisator Martin Sprehe. Die Voltigierer turnen im Auktionszentrum Vechta um den Titel des Deutschen Meisters. Hier ist der amtierende Weltmeister, das Team Neuss-Grimmlinghausen hoher Favorit. Bei den Spring- und Dressursportlern sind die Favoritenrollen nicht so klar verteilt. Europameister treffen auf Landesmeister und Norddeutsche Jugendmeister. Die Gastgeber aus Weser-Ems haben jedenfalls ein klares Ziel: "Ich möchte auf Treppchen", formulierte Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) für den gastgebenden Verband. Die Spannung steigt, die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Die Stallzelte sind ab Mittwoch bezugsfertig, die Plätze hergerichtet, die Tribünen aufgestellt. Die Jugend des Pferdesports feiert am Donnerstag auf dem Rathausplatz in Steinfeld die Meisterschaftseröffnung mit dem Einmarsch der Verbände und dem Hissen der DJM-Fahne. Ab Freitag 7.30 Uhr zählt jeder Ritt in Steinfeld, ab 8 Uhr jede Übung auf dem Rücken der galoppierenden Pferde in Vechta. Die jeweils besten zwölf Teilnehmer treten in den Dressur-Finals am Sonntag ab 7.30 Uhr an. In den Springprüfungen schaffen jeweils die Hälfte der gestarteten Teilnehmer den Sprung ins Finale der einzelnen Alterklassen. Am Sonntag um 9 Uhr beginnt das erste Spring-Finale. Am Sonntag ab 9 Uhr fallen auch die Titelentscheidungen im Gruppen- und Einzelvoltigieren. Es wird sich zeigen ob die Neusser ihrer Favoritenstellung gerecht werden können. Zur Show der Meister auf dem Hauptplatz in Steinfeld stehen alle Titelträger fest. Voltigierer, Dressur- und Springreiter gemeinsam feiern ihre Meisterehrung auf dem Springplatz in der Schemder Bergmark. Mehr Informationen zu Rahmenprogramm, Eintrittspreisen und natürlich die aktuelle Zeiteinteilung gibt es im Internet unter » www.DJM2007.de . A. Friedmann/Hb |