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Bericht Zu den Themen  Besamung,  Zucht · Lebensborn
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Als ich mich in dieses Thema einlas, staunte ich immer mehr. Ich erfuhr Fakten und Hintergründe, von denen ich nie etwas gehört hatte, und mußte manches von dem, was ich zu wissen glaubte, als Propaganda erkennen. Wer das Thema Menschenzucht behandelt, denkt sofort an den » Lebensborn. Laut Wikipedia ist die verbreitete Vorstellung von "den 'Zuchtfarmen der SS' in denen sich 'fanatische BDM-Mädchen' von 'reinrassigen SS-Zuchtbullen' begatten lassen" ein reines Phantasieprodukt; gleichwohl findet sich diese Vorstellung auch im erwähnten Artikel der Spiegel:

In Deutschland hatte sich die eugenische Forschung nicht anders entwickelt als in anderen Ländern auch ­ nur mit dem Unterschied, dass die deutschen Eugeniker ihre Phantasien ab 1933 hemmungslos in die Tat umsetzen konnten. Rassenhygiene und Eugenik wurden Grundbausteine der Hitlerschen Diktatur.

Wenige Monate nach Hitlers Machtübernahme wurde das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" erlassen. Es hatte die Zwangssterilisation tausender Schizophrener, Epileptiker, Blinder, Tauber, Missgebildeter, Alkoholiker und geistig Behinderter zur Folge.

Das Ehegesundheitsgesetz verbot die Eheschließung von "Erbbelasteten". In Heil- und Pflegeanstalten wurden die Insassen zur "erbbiologischen Bestandsaufnahme" gedrängt ­ die Voraussetzung der Massenvernichtung von psychisch Kranken.

An "erbgesunde", nichtjüdische "Volksgenossen" dagegen gaben die Nazis Ehestandsdarlehen ­ in der Hoffnung, damit die Reproduktion von genetisch Höherstehenden anzukurbeln. Am abstrusesten wurde der Gedanke der Menschenzüchtung im "Lebensborn" verwirklicht, einem Geheimprojekt von Himmler. Arische Frauen sollten dort möglichst von SS-Männern geschwängert werden und arisch-erbreinen Nachwuchs in Serie produzieren.

Damals jubelten viele Experten in der Welt dem deutschen Modell zu. Deutschland, so hieß es in "Eugenical News", dem Blatt der internationalen Eugeniker-Gemeinde, sei viel weiter als andere Länder in der "biologischen Fundierung des nationalen Charakters". Das deutsche Sterilisationsgesetz, so hieß es 1933, stelle einen Meilenstein dar in der eugenischen "Kontrolle der menschlichen Fortpflanzung". Bis zum Kriegseintritt der USA 1941 floss amerikanisches Geld in die eugenische Forschung der Deutschen.

Erst nach Kriegsende, als das Entsetzen über Auschwitz und den Umfang eugenisch inspirierter NS-Verbrechen sich verbreitete, galt die Eugenik weltweit als diskreditiert. Nur einige Biologen und Mediziner mochten sich von dem Gedanken nicht lösen. Der Amerikaner Muller zum Beispiel, Medizin-Nobelpreisträger des Jahres 1946, beharrte darauf: Wolle man der Weiterverbreitung schädlicher Erbanlagen Einhalt gebieten, müssten drei Prozent der Bevölkerung "von der Fortpflanzung eliminiert werden". 1962, bei einer hochkarätig besetzten Konferenz zur Zukunft des Menschen, trat Muller als Wortführer hervor ­ aufs Neue berauschten sich die Genetiker an den alten Theorien.
» Zucht und deutsche Ordnung, DER SPIEGEL 39/1999

Der Nationalsozialismus versuchte unter anderem, den dramatischen Rückgang der Geburtenrate nach dem Ersten Weltkrieg, der einerseits durch die Kriegstoten, andererseits durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und nicht zuletzt die Verfügbarkeit von Empfängnisverhütungsmitteln erklärbar ist, mittels finanzieller Anreize und verstärkter strafrechtlicher Verfolgung der Abtreibung zu verringern; Kredite wurden "abgekindert", die Schulden mit jedem Kind mehr erlassen und mit dem vierten Kind ganz. Der Lebensborn stellte im Rahmen dieser Maßnahmen institutionelle Rahmenbedingungen für ledige Mütter dar, die andernfalls sozial und wirtschaftlich geächtet worden wären, entsprechende Abstammungsnachweise vorausgesetzt, und wurde wegen der ausgezeichneten Betreuung in erheblichem Maße auch von Ehefrauen von SS-Leuten genutzt, was unter den ledigen Müttern zu Unmut führte.






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